David Villa führt weiterhin die Gesamtwertung des Castrol Index beim FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 an, doch die überraschende Niederlage Spaniens im Halbfinale hat seine Position deutlich, wenn nicht sogar entscheidend, geschwächt.
Clint Dempsey und Kaká sind auf Schlagdistanz zu dem Stürmer vom FC Valencia herangerückt. Da beim innovativen System des "Castrol Index" für die Bewertung aller Spielzüge und Aktionen eines Spielers die Leistungen im Finale stärker gewichtet werden als im Spiel um Platz drei, haben der U.S.-Amerikaner und der Brasilianer nun bessere Chancen auf den Gesamtsieg. Von den beiden wiederum scheint Kaká favorisiert zu sein. Beim knappen 1:0-Sieg Brasiliens gegen Südafrika zeigte Kaká nicht unbedingt seine Bestleistung, doch er strich für seine offensiven und defensiven Aktionen und für seine Rolle beim Siegtreffer für sein Team im Halbfinale trotzdem mehr Punkte ein als Villa. Mit einer guten Leistung im Endspiel könnte Kaká wohl am Ende den Gesamtsieg feiern.
"Deuce" trumpft auf
Clint Dempsey scheint derzeit die besten Karten zu haben, dem Neuzugang von Real Madrid den Sieg noch streitig zu machen. Der U.S.-Amerikaner hat offensichtlich seinen Rhythmus im Turnier gefunden. Nachdem er im Auftaktspiel gegen Italien eine solide Defensivleistung abgeliefert hatte, schien er nach der glanzlosen Vorstellung gegen Brasilien, die sich nahtlos in die Leistung des gesamten U.S.-Teams einfügte, bereits auf dem Weg auf die Reservebank. Doch am letzten Gruppenspieltag holte er beim "Castrol Index" die meisten Punkte und war nun auch im Halbfinale der Sieger des Tages. Außerdem ist Dempsey der erste Spieler im Turnier, der in zwei aufeinanderfolgenden Partien zum Budweiser Man of the Match gewählt wurde.
TSG-Mitglied Holger Osieck strich seine Stärke beim 3:0-Sieg gegen Ägypten heraus: Er "gewann im Luftkampf fast jeden Ball, verteidigte den Ballbesitz sehr erfolgreich und agierte äußerst einsatzfreudig". Nach dem Spiel gegen Spanien wurde sein "unermüdlicher" Einsatz gelobt, der ihm zu einem Tor und einer Vorlage verhalf. Villa kam im Gegensatz hierzu kaum zum Zuge, und für Stürmer Fernando Torres lief es sogar noch schlechter. Er rutschte vom zweiten auf den fünften Platz ab. Mehrere ausgelassene Torchancen führten dazu, dass er nur eine sehr geringe Punktzahl einfuhr.
Felipe Melo arbeitet sich fast unbemerkt nach vorn
Doch nicht alle Spanier verloren an Boden. So rückte beispielsweise Gerard Pique vom 19. auf den zwölften Platz vor. Hätte er während des gesamten Turniers so stark gespielt, dann würde er jetzt in den "Top Five" rangieren. Die offensiven Vorstöße des Verteidigers bei den verzweifelten Versuchen des Europameisters, wieder ins Spiel zu kommen, brachten ihm viele Pluspunkte ein. Auch sein Verteidigerkollege Carles Puyol hatte es laut den "Castrol"-Leistungsanalytikern eigentlich nicht verdient, am Ende auf der Seite des Verlierers zu stehen.
Die südafrikanischen Verteidiger Tsepo Masilela und Sibonsio Gaxa stehen in der Gesamtwertung weiterhin recht gut da. Masilela rückte zwei Plätze vor und ist jetzt Vierter, während Gaxa einen Platz verlor und nun auf Position sechs rangiert. Iraks Torhüter Mohammed Kassid, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass der Asienmeister nur ein einziges Tor kassierte, rutschte vom vierten auf den siebten Platz ab.
Unter den "Top 20" sind sieben Spieler, die am Sonntag im Finale zum Einsatz kommen können. Eigentlich wären es sogar acht, doch der U.S.-Amerikaner Michael Bradley ist nach seiner Roten Karte gesperrt. Fünf der sieben Finalteilnehmer stehen in den Reihen Brasiliens. In der internen Wertung der Seleção liegt mittlerweile nur noch Kaká vor Felipe Melo. Der unauffällige Aufstieg des Mittelfeldakteurs spiegelt sehr gut seine wenig spektakulären, dafür aber sehr effektiven Aktionen im Zentrum des brasilianischen Mittelfelds wider. In der Gesamtwertung rückte er gerade auf den achten Platz vor und hat damit gute Chancen, es noch unter die besten fünf Spieler des Turniers zu schaffen.


