Schon früh am Morgen waren die ersten südafrikanischen Fussballfans zum Stadion gepilgert, und viele Tausend folgten im Laufe des Tages. Sie trugen Fahnen um die Schultern, Bafana Bafana-Trikots und natürlich Vuvuzela-Plastiktrompeten. Die Fans im ganzen Land standen geschlossen hinter ihrer Nationalmannschaft, die im zweiten Halbfinale des FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 im Ellis Park Stadium von Johannesburg gegen die übermächtigen Brasilianer antreten musste.

Über 48.000 Menschen kamen mit der Hoffnung auf einen Sensationssieg ins Stadion - doch es sollte nicht sein. Brasilien gewann auch dieses dritte Aufeinandertreffen der beiden Nationen auf dem Fussballfeld, wie schon die zwei Duelle zuvor.

Zwar blieb das ganz große Happy End für die Gastgebernation am Ende aus, doch Südafrika verabschiedete sich mit neuer Hoffnung und voller Erwartungen auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr aus dem Rennen um den Titel beim FIFA Konföderationen-Pokal.

"Ich fühle mich wie ausgebrannt... wir waren so nah dran", meinte der 21-jährige Justin Rodrigues, der eine Autofahrt von neun Stunden aus Grahamstown in der Provinz Ostkap hinter sich gebracht hatte, um das Spiel im Stadion sehen zu können. "Aber wir haben sehr gut gespielt, und ich bin sehr zuversichtlich für das nächste Jahr. Wir werden die ganze Welt überraschen!"

Während des gesamten Turniers haben die südafrikanischen Fans eine herausragende Rolle gespielt, im Halbfinale waren sie einfach spektakulär. Der Anblick der Zuschauer und die unglaubliche Geräuschkulisse im Ellis Park haben ein weiteres Mal gezeigt, wie leidenschaftlich die Menschen hier den Fussball lieben. Das soll allerdings nicht heißen, dass die siegreiche Mannschaft ganz ohne Anhang gewesen wäre.

Eine fröhliche Runde mitgereister brasilianischer Fans verließ das Stadion mit dem Versprechen, im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder zu kommen: "Südafrika hat toll gespielt - wir lieben Afrika!"

Die Brasilianer sprachen allerdings auch von der Überlegenheit ihrer Mannschaft auf dem Rasen. "Südafrika hat sehr gut gespielt, aber der Gegner war eben ein herausragender Champion!"

Die 35-jährige Lorraine Khashane aus Alberton (Johannesburg) fasste zusammen, was der FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 für ihr Land bedeutet.:"Dieses Turnier sichert Südafrika seinen Platz auf der Landkarte des Sports. Unsere Gäste aus aller Welt genießen ihren Aufenthalt und haben viel Spaß."

Für den 25-jährigen Batandwa Sukwana aus Sandton (Johannesburg) war es bereits das vierte Spiel im Stadion. "Ich bin von der Organisation und auch vom Leistungsniveau sehr beeindruckt. Wir hatten die Möglichkeit, die ganz großen Superstars zu sehen. Das war eine fantastische Erfahrung."

Auch der 32-jährige Julani Majola aus Pretoria stimmte zu. "Ich finde, dass wir uns als Land ganz hervorragend geschlagen haben. Als Patriot bin ich sehr stolz auf das, was wir geleistet haben."