• Vargas ist drittbester Torschütze in der ewigen Liste der Roja
  • Er kennt die Deutschen aus seiner Zeit in Hoffenheim (2015/16)
  • Drittes großes Finale innerhalb von drei Jahren

Von Diego Zandrino (Team-Reporter Chile) aus St. Petersburg

Eduardo Vargas ist ein Spieler, der nicht viel Wind um seine Person macht. Er tritt bescheiden auf, was ihn auf dem Platz umso gefährlicher macht. Mit anderen Worten: Er lässt die Tore für sich sprechen.

Und die Tore sprechen eine deutliche Sprache, denn seit seinem Debüt in der chilenischen Nationalmannschaft im November 2009 ist Vargas in der ewigen Liste der Roja bereits zum drittbesten Torschützen avanciert.

Auf die Frage der FIFA, ob er von dem Tor träumt, das Chile im Finale gegen Deutschland in Sankt Petersburg den Sieg im FIFA Konföderationen-Pokal bringt, kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen.

"Jeder Stürmer träumt vom Titeltor, das ist doch klar!", meint er ruhig, aber bestimmt und schüttelt seine Schüchternheit für einen Moment ab. "Das Siegtor für deine Mannschaft zu erzielen ist etwas Unglaubliches, und für ein Finale gilt das umso mehr!"

Wir fragen ihn, wie er sich die Szene vorstellt. "Falls es passiert, werden mir wahrscheinlich tausend Dinge durch den Kopf gehen… Ich weiß gar nicht, wie ich es feiern, wen ich umarmen und ob ich lachen oder weinen würde... Das lasse ich auf mich zukommen. Ich hoffe, dass es tatsächlich dazu kommt."

Eduardo Vargas: Zahlen und Fakten
Alter: 27 Jahre
Debüt in der Nationalmannschaft: 04. November 2009
Spiele: 76
Tore: 34

Dazu gilt es, Deutschland zu überwinden. Der Gegner ist für ihn kein Unbekannter, da er in der Saison 2015/16 für die TSG 1899 Hoffenheim gespielt hat. "Mich überrascht es nicht, dass Deutschland im Finale steht. Wir hatten bereits im ersten Spiel hier den Eindruck, dass das Team zu den Titelanwärtern zählt. Sie haben hochklassige Spieler. Das andere Team war Portugal, mit dem wir es schon im Halbfinale aufnehmen mussten", so der Spieler mit der Rückennummer elf.

Wir fragen, welche Aspekte die Chilenen aus der Partie vor zehn Tagen in Kasan übernehmen sollten, in der sie sich mit 1:1 von Deutschland trennten. Vargas antwortet prompt: "Wir müssen an die erste Halbzeit anknüpfen. Wir haben sehr gute Arbeit geleistet, auch wenn wir im zweiten Durchgang etwas nachgelassen haben."

Und was muss seiner Meinung nach verbessert werden? "Der Abschluss. Wir haben im Angriff viele Chancen herausgespielt, sie dann jedoch nicht verwertet. Wenn wir bescheiden bleiben und an das bisher Geleistete anknüpfen, können wir ein gutes Ergebnis erzielen", meint er.

Vargas beim Turnier der Champions 2017
Spiele: 4
Minuten: 340
Tore: 1
Schüsse auf das Tor: 4
Schüsse neben das Tor: 5
Vorlagen: 1

Vargas, einer der Torschützenkönige der Copa América 2015 und bester Torschütze der Copa América Centenario 2016, nennt drei gewichtige Unterschiede zwischen den Endspielen der beiden Turniere, in den man sich jeweils gegen Argentinien durchsetzte, und dem jetzigen gegen Deutschland.

"Da wäre zunächst einmal der Gegner, denn das ist der amtierende Weltmeister. Außerdem ist dies unser erster Konföderationen-Pokal. Und dann findet dieses Finale weit von zu Hause und von unseren Fans statt. Das gibt ihm ebenfalls einen anderen Beigeschmack."