• Löw: "Der Confed Cup ist wie ein Geschenk für mich."
  • Spieler sollen durch Turnier-Erfahrung besser werden
  • Antworten auf mehrere Fragen gesucht

Von Steffen Potter (Team-Reporter Deutschland aus Sotschi)

FIFA.com
stellt ein paar der Fragen vor, deren Klärung sich der Weltmeister-Macher erhofft:

Wer ist mein Mann hinter Manuel Neuer?
Neuer, das bestreiten die drei aktuell in Russland weilenden Torhüter nicht, ist die klare Nummer eins. Doch wer kommt zum Zug, wenn der Bayern-Schlussmann ausfällt? Und noch viel wichtiger: Wer sichert sich so die Pole-Position auf die Nachfolge des 31-Jährigen? Die drei Kandidaten sind so stark, dass sie in vielen Nationalmannschaften wohl die Nummer eins wären.

Gegen Australien beginnt Bernd Leno (25), doch Löw hat schon klargemacht, dass das vor allem deswegen ist, weil in den zwei Spielen vor dem Turnier Marc-André ter Stegen (25) und Kevin Trapp (26) zum Einsatz kamen. "Hinter Manu ist der Kampf eröffnet. Der Konkurrenzkampf bringt uns alle weiter", erklärte Leno am Vorabend des Australien-Spiels. "Wir sind drei Torhüter, mehr oder weniger auf Augenhöhe. Jeder versucht in Training und Spiel alles rauszuhauen, so dass die Entscheidung auf einen selber fällt, wenn mit Manu etwas ist."

Wer bietet mir Weltklasse an?
Weltklasse – das ist es, wonach der Bundestrainer schaut. Nicht mehr, nicht weniger. "Viele sind im Alter von 20, 21 noch nicht am Limit ihres Leistungsvermögens. Nur manche sind da schon in der Weltspitze. Andere brauchen zwei, drei Jahre länger." Diejenigen, die ihm bei diesem Turnier jetzt Weltklasse zeigen oder andeuten, dürfen sich Hoffnungen auf eine Rückkehr in zwölf Monaten machen.

Was macht meine Dreierkette?
Löw hat seit der FIFA Fussball-WM 2014™ stets darauf hingewiesen, dass sich seine Elf weiterentwickeln muss. Dazu gehörte auch, dass er immer mal wieder mit einer Grundordnung spielte, die eine Dreierkette beinhaltete, auch wenn das in der Öffentlichkeit selten auf Gegenliebe stößt. Für den Taktiker Löw ist Flexibilität aber ein hohes Gut, so spielte er ein solches System im EM-Viertelfinale gegen Italien, das Deutschland im Elfmeterschießen gewann.

"Grundordnungen sind ein Schwerpunktthema für uns. Im Lauf des Turniers sind unterschiedliche Systeme möglich, vielleicht sogar innerhalb eines Spiels", so der 57-Jährige. "Es ist ein großer Vorteil, dass man unter Wettkampfbedingungen experimentieren kann."

Kann Wagner mir den Gomez machen?
Der kantige Sandro Wagner, der Bälle festmachen und verteilen und in der "Box" flach wie hoch aus allen Lagen angespielt werden kann, um die Tore zu erzielen, verkörpert einen Spielertyp, wie er bei der Mannschaft einige Jahre lang nicht vorkam.

Den Boden dafür bereitete Mario Gomez bei der EM in Frankreich – sein verletzungsbedingtes Fehlen im Halbfinale gegen Frankreich wurde als äußerst schmerzlich wahrgenommen. "Er gibt unserem Spiel etwas, was wir in der Vergangenheit nicht so genutzt haben”, sagte Kapitän Draxler über Wagner. Wenn der Hoffenheimer die Form der beiden Spiele vor dem Turnier in diesem bestätigen kann, darf der 29-Jährige wohl mit zur WM.