• Was kann Mexiko in Zukunft besser machen?
  • Die Statistiken stützen die Theorie
  • Marco Fabián, Osorio und "Memo" Ochoa äußern sich 

Von Martín Langer (Team-Reporter Mexiko) aus Moskau

Mexiko konnte die Geschichte nicht bezwingen. Die 1:4-Niederlage gegen Deutschland fiel ebenso heftig wie schmerzhaft aus, und obwohl die Mexikaner etwas mehr Glück und eine weniger hohe Niederlage verdient gehabt hätten, war die DFB-Elf der verdiente Sieger.

Aber trotz des traurigen Ergebnisses darf nicht vergessen werden, dass das eigentliche Ziel dieser mexikanischen Auswahl die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ ist. Folglich kann diese Erfahrung als wertvolle Lektion dienen, um beim weltweiten Gipfeltreffen nicht die gleichen Fehler zu begehen.

Nachfolgend analysiert FIFA.com drei Situationen, in denen sich Mexiko verbessern muss, um in Zukunft eine Hauptrolle zu spielen. 

1. Konzentration von Beginn an
Mexiko geriet in Russland 2017 in allen Spielen in Rückstand. In der Partie gegen Deutschland lag El Tri schon nach acht Minuten 0:2 hinten. Die zwei Gegentore entstanden zudem nach zwei vermeidbaren Fehlern, die vom Gegner gnadenlos ausgenutzt wurden. In den vorherigen Partien war El Tri in der Lage gewesen, den Rückstand wieder wettzumachen. Doch gegen diesen hochklassigen Kontrahenten verfügte sie nicht über die Mittel für eine erfolgreiche Aufholjagd. 

Zitat: "Wir müssen von Beginn an aufmerksam sein, vor allem gegen große Mannschaften wie Deutschland, die jede Gelegenheit nutzen und schlagkräftig sind."
Marco Fabián (Mittelfeldspieler) 

Statistik: Deutschland machte aus den ersten drei Torschüssen zwei Tore.

2. Höhere Effizienz vor dem Tor
Mexiko erholte sich nach den zwei schnellen Gegentreffern und zeigte in den folgenden 30 Minuten seinen besten Fussball im gesamten Turnier. Giovani dos Santos, Jonathan und Javier Hernández hatten klare Chancen, um den Rückstand zu verkürzen, konnten diese aber nicht nutzen. In der zweiten Halbzeit erspielten sich die Mexikaner sogar noch mehr Gelegenheiten, aber es reichte nur noch zu einem spektakulären Ehrentreffer durch Marco Fabián. In Zukunft werden die Azteken vor dem gegnerischen Tor mehr Treffsicherheit zeigen müssen. 

Zitat:“Deutschland hat verdient gewonnen, aber das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen."
Juan Carlos Osorio (Trainer)

Statistik: Mexiko hatte mit 25 Schussversuchen den höchsten Wert des bisherigen Wettbewerbs, aber nur neun gingen in Richtung Tor.

3. Lösungen finden für wiederkehrende Probleme
Vor der Partie hatte Juan Carlos Osorio angekündigt, dass Mexiko Deutschland auf Augenhöhe begegnen wolle. Und das gelang dem Team tatsächlich. Das Problem dabei ist, dass die Mannschaft durch die ultraoffensive Ausrichtung Risiken einging, die der Gegner mit seinen Kontern gnadenlos ausnutzte. Schon in früheren Spielen hatte Mexiko Probleme mit vertikalen Gegenstößen gehabt, wenn es den Ball im Mittelfeld verlor. Gleichzeitig hatte El Tri große Schwierigkeiten, mit dem hohen Pressing der Gegner zurechtzukommen, und fand über das gesamte Turnier hinweg keine Lösung dafür. 

Zitat: “Wir versuchen, vorne Druck auszuüben, aggressiv und mutig zu sein. Häufig bieten sich dem Gegner durch dieses Wagnis mehr Räume. Und Deutschland hat gute Spieler, die dir unter diesen Umständen sehr weh tun können."
Guillermo Ochoa (Torhüter)

Statistik: Trotz der Niederlage hatte Mexiko 58% Ballbesitz (62% in der ersten Halbzeit).