• El Tri ist bei allen drei Partien in Russland zunächst in Rückstand geraten
  • Luis Reyes: "Ein Aspekt, der korrigiert werden muss"
  • Das Team steigert seine Torschussrate jeweils im zweiten Durchgang

Von Martín Langer (Team-Reporter Mexiko)

Wenn wir Bilanz aus den Gruppenspielen des FIFA Konföderationen-Pokals ziehen, kommen wir zu dem Schluss, dass die mexikanische Auswahl in der zweiten Halbzeit grundsätzlich besser gespielt hat als in der ersten. El Tri hat zu Beginn der Spiele in der Regel viele Ungenauigkeiten und Fehler zu verzeichnen und findet erst im zweiten Durchgang zum richtigen Rhythmus.

Doch das ist noch nicht alles. Mexiko ist in allen drei Gruppenspielen zunächst in Rückstand geraten und hat dann jeweils eine erfolgreiche Aufholjagd gestartet. Wir analysieren den Auftritt von El Tri.

Unsere Analyse:
Fest steht, dass Mexiko in der ersten Halbzeit weniger konzentriert agiert hat als in der zweiten. Einer der Gründe für die Verbesserung ist jedoch sicherlich auch im System von Juan Carlos Osorio zu finden. El Tri setzt auf Ballbesitz und Kurzpassspiel im Mittelfeld und macht in der Abwehr die Räume eng, um eine schnelle Balleroberung zu gewährleisten.

Folglich sieht sich der Gegner gezwungen, dem Ball hinterherzulaufen und sich körperlich zu verausgaben. In der zweiten Halbzeit präsentieren sich die Gegner dann wesentlich erschöpfter als die Mexikaner, und diese haben mehr Raum, um ihr Spiel aufzuziehen.

Zitate der Protagonisten: 
"Was bei uns in der ersten Halbzeit passiert, ist ein Problem. Wir kommen nur mit Mühe in die Partien und müssen daher anfangs leiden, aber wir haben auch Beifall verdient. In den letzten vier Spielen haben wir Rückstände aufgeholt. Das ist eine Frage der Einstellung."
Néstor Araujo (Verteidiger)

"Dass wir anfangs immer in Rückstand geraten, ist ein Aspekt, der korrigiert werden muss. Aber vor allem kommt es darauf an, dass die Mannschaft die richtige Reaktion gezeigt und den Spielen noch die Wende gegeben hat."
Luis Reyes (Mittelfeldspieler)

"Dieses Team hat Kampfgeist und gibt nicht eine Minute verloren. Auf diese Weise konnten wir mit kniffligen Situationen umgehen. Das gehört zu unserer Philosophie."
Hirving Lozano (Stürmer)

Einzelanalyse

Mexiko – Portugal 2:2 (Halbzeitergebnis: 1:1)
Das war vielleicht die Partie, in der El Tri die beiden ähnlichsten Halbzeiten ablieferte. In beiden Durchgängen gab man die Initiative nach einem vielversprechenden Auftakt mehr und mehr aus der Hand, und die Portugiesen konnten jeweils in Führung gehen. Doch dann kämpften sich die Mexikaner beide Male wieder heran und erreichten am Ende ein Unentschieden.

Statistische Daten: Mexiko gab in der ersten Halbzeit insgesamt sieben Schüsse ab und hatte 56 Prozent Ballbesitz. Im zweiten Durchgang gab El Tri vier Schüsse mehr ab und hatte 61 Prozent Ballbesitz.

Mexiko – Neuseeland 2:1 (Halbzeitstand: 0:1)
Das war die wohl wichtigste Verwandlung von El Tri in diesem Turnier. Nach einer chaotischen ersten Hälfte, in der das Team von den Neuseeländern gehörig unter Druck gesetzt wurde und durchaus ein noch höherer Rückstand drin gewesen wäre, sahen wir im zweiten Durchgang eine ganz andere mexikanische Mannschaft. Nach der Einwechslung von Héctor Herrera zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte das Team den Ball viel besser unter Kontrolle. Die schnellen Flankenläufe von Javier Aquino und Jürgen Damm waren zu viel für die zunehmend erschöpfteren Kiwis.

Statistische Daten: In der ersten Hälfte gab Mexiko fünf Schüsse ab, der Gegner sechs. Am Ende der Partie standen für El Tri 22 Schüsse und für Neuseeland zehn zu Buche.

Mexiko – Russland 2:1 (Halbzeitstand: 1:1)
Die erste Halbzeit war hart umkämpft, und beide Mannschaften spielten auf Augenhöhe. El Tri schien unter dem Druck zu leiden, ein gutes Ergebnis erzielen zu müssen. Außerdem hatte das Team die Zuschauer gegen sich. Einmal mehr machte das druckvolle Spiel des Gegners den Mexikanern zu schaffen. Im zweiten Durchgang stabilisierte die mexikanische Auswahl sich, bot phasenweise hervorragenden Fussball und hätte durchaus noch mehr Tore erzielen können. 

Statistische Daten: In Hälfte eins hatte Mexiko fünf Schüsse zu verzeichnen, die Russen sechs. In der zweiten Halbzeit waren es bei El Tri sieben Schüsse, bei Russland nur noch vier. Zudem begingen die Russen 20 Fouls, und ein Spieler wurde des Feldes verwiesen.