• Chile ist das Team mit dem höchsten Durchschnittsalter des Turniers
  • Die Gruppengegner sind drei der vier jüngsten Mannschaften
  • "Den Favoritenstatus geben dir Erfolge", sagt Gonzalo Jara

Von Diego Zandrino (Team-Reporter Chile) in Moskau

Ein Blick auf das Durchschnittsalter der teilnehmenden Teams beim FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017 liefert schnell zwei Erkenntnisse. Zunächst einmal, dass Chile mit einem Durchschnitt von 29,1 Jahren den erfahrensten Kader hat.

Zweitens, dass die Gruppengegner von La Roja drei der vier jüngsten Mannschaften des Turniers stellen: Deutschland (24,4), Kamerun (25,7) und das Team Australiens (26,7), das nur knapp über Neuseeland (26,2) liegt.

Welche Rolle kann die Erfahrung in diesem Wettbewerb spielen? "Es ist kein Faktor, der etwas bringt oder garantiert", meint der Innenverteidiger der chilenischen Auswahl, Gonzalo Jara, im Gespräch mit FIFA.com. "Es ist nichts, was den Ausgang beeinflussen kann, denn hier sind nur Teams anwesend, die schon wissen, wie man einen Titel gewinnt. Die Erfahrung macht uns nicht mehr und nicht weniger zum Favoriten", sagt der Leistungsträger von La Roja.

Gleichwohl sind nicht wenige Beobachter der Meinung, dass dieser eingespielte Kader, der zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften bestritten und zwei Mal die Copa América gewonnen hat, aus Chile einen Titelkandidaten macht.

"Den Favoritenstatus geben dir die Erfolge. Auch wenn es stimmt, dass nicht immer diejenigen gute Ergebnisse erzielen, die den besten Fussball zeigen, hat bei uns zuletzt beides gestimmt. Wir haben diese Ergebnisse mit einer Spielweise erlangt, die nicht nur die Menschen in unserem Land begeistert, sondern von der auch andere Nationalteams oder Trainer positiv reden."

Jara verrät auch das Rezept, damit der Favoritenstatus nicht in kontraproduktiven Druck umschlägt. "In Zeiten des Erfolgs muss man demütig bleiben und sich erneuern. Es ist schwer, unter den besten Teams zu bleiben, wenn man immer gleich spielt."

Gonzalo Jara: Steckbrief

  • Klub: Universidad de Chile
  • Alter: 31 Jahre
  • Länderspiele: 102 (Platz 3 der Rekordspieler)
  • Tore für die Nationalelf: 3

Die Macht des Kollektivs
Chile hat einige Stars in den Reihen wie Arturo Vidal oder Alexis Sánchez. Es sind Spieler, die den Unterschied machen können und über die andere Rivalen nicht verfügen.

"Für mich sind das Fussballer der Extraklasse, die auf dem Niveau der Allerbesten sind, aber heutzutage macht das Kollektiv den Unterschied. Wenn wir als Mannschaft die Einzelspieler unterstützen, sind wir ein sehr starkes Team."

Für Jara ist dies sogar einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg Chiles in den letzten beiden Auflagen der Copa América - übrigens ein ähnlich kurzes Turnier mit einem vergleichbaren Modus wie der Konföderationen-Pokal.

"Bei der Copa América in Chile erwischten wir einen guten Start, aber die ersten beiden Spiele bei der Copa Centenario waren nicht gut und drohten unsere vorherigen Erfolge infrage zu stellen. Als uns klar wurde, dass wir wieder eine Mannschaft sein müssen, erreichten wir, was wir erreicht haben."

Der andere Schlüsselfaktor ist kein Geheimnis: "Gut spielen!"

Kurzanalyse der Auftaktpartie gegen Kamerun
"Ihre drei Stürmer sind sehr schnell und lauern auf Konterchancen. Unser Spiel könnte ihnen zugutekommen, denn durch unseren offensiven Stil sind wir manchmal verwundbar. Es wird wichtig sein, viel Ballbesitz zu haben und jeden Spielzug gut abzuschließen."