• Der Reservist stand gegen Deutschland in der Startelf
  • Gegen Australien fordert der Mittelfeldspieler volle Konzentration
  • Er spricht vom Anspruch und der Gefahr, den gewonnen Respekt wieder zu verlieren

Pablo Hernández hat die Botschaft empfangen und kann sie weitergeben, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen. Das sind zwei Qualitäten, die man auf seiner Position gut gebrauchen kann.

Er zählt zwar beim FIFA Konföderationen-Pokal zu den zehn ältesten Spielern des chilenischen Kaders, ist allerdings aufgrund seiner Rolle und des kurzen Zeitraums bei der Nationalmannschaft eher bei denjenigen anzusiedeln, die versuchen, sich durchzusetzen.

Daher kommt es darauf an, dass er in der Partie gegen Australien jeglichen Ansatz eines entspannten Zurücklehnens vermeidet. Schließlich kann das Team selbst mit einer knappen Niederlage noch ins Halbfinale einziehen, was oftmals zu einer zu laschen Einstellung verführt. "Das Wort 'Entspannung' hört man in diesem Team nie", erklärt der Spieler mit der Rückennummer zehn im Gespräch mit der FIFA resolut.

"Wir verlangen uns selbst so viel ab, dass es gar nicht zu unserem Wortschatz gehört. Chile hat sich in letzter Zeit Respekt verschafft, und den dürfen wir nicht wieder verspielen. Für eine gute Mannschaft macht es keinen Unterschied, gegen welchen Gegner, an welchem Ort und in welchem Stadium eines Turniers sie antritt. Sie spielt immer gleich. Und genau das werden wir tun."

Hernández weiß auch ganz genau, wem er diesen Ansatz zu verdanken hat. "Diejenigen, die schon lange dabei sind, versuchen, diese Siegermentalität am Leben zu erhalten, und das machen sie gut. Sie sind es, die diesbezüglich in jedem Spiel mit gutem Beispiel vorangehen."

Tucu Hernández: Zahlen und Fakten
Klub: Celta Vigo
Alter: 30 Jahre
Debüt in der Nationalmannschaft: 2014
Spiele: 15
Tore: 3

Der kreative Mittelfeldspieler ist nicht regelmäßig in der Startelf von Juan Pizzi zu finden, genoss jedoch im Duell gegen Deutschland das Vertrauen des Trainers. Gegen die Australier könnte dies durchaus wieder der Fall sein.

"Ich bin dankbar für diese Chance und bin mir der Verantwortung bewusst, die damit einhergeht. Dennoch genieße ich das. Eines Tages kann ich meinen Kindern und Enkelkindern erzählen, dass ich in dieser Mannschaft gespielt habe", so der Argentinier, der in Chile eingebürgert wurde. Laut eigenen Angaben ist eine Vorlage für ihn genauso schön wie ein Tor.

Er stellt ein Bindeglied zwischen der erfahrenen Goldenen Generation und den Nachwuchsspielern dar, die ins Team drängen. Mit Blick auf die Zukunft gibt er sich optimistisch. "Das ist eine positive Entwicklung, die Hoffnung macht. Hier gibt es mehrere Spieler, die wichtige Erfahrungen sammeln und es sehr weit bringen können."

Statistik
90 – Die Anzahl der Minuten, die Hernández gegen Deutschland auf dem Platz stand. Tucu startete im rechten Mittelfeld, tauchte aber auch immer wieder in der Mitte auf, um Marcelo Díaz bei der Balleroberung und Ballverteilung und Arturo Vidal bei der Kreation von Chancen und beim Pressing zu unterstützen.

185 Zentimeter ist der Mittelfeldspieler groß und damit der zweitgrößte Spieler des Teams. Bei der Mannschaft mit der kleinsten durchschnittlichen Körpergröße des Turniers könnten diese Tatsache und seine Kopfballstärke durchaus entscheidende Faktoren sein, wenn der Trainer das Team für die Australien-Partie zusammenstellt.