• Die Vorbereitungsspiele lieferten kaum Anhaltspunkte für Russlands Stärke
  • Das Eröffnungsspiel wird Stanislav Cherchesovs Planung offenbaren
  • Fragen zu Russlands Team beim Turnier der Champions

Von Igor Borunov (Team-Reporter Russland) aus St. Petersburg

Russland ist und bleibt für viele ein großes Mysterium. Das Seelenleben der Menschen im Lande zu erfassen, ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Gleiches gilt auch für die Nationalmannschaft im Vorfeld des FIFA Konföderationen-Pokals, denn noch wissen wir nicht, wie der Gastgeber beim Turnier der Champions auftreten und abschneiden wird. Das Eröffnungsspiel am 17. Juni gegen Neuseeland dürfte erste Antworten auf so manche Frage geben.

Werden Russlands Außenverteidiger glänzen?

Russlands Cheftrainer Stanislav Cherchesov bevorzugt eine Dreier-Abwehr mit zwei Außenverteidigern, die gegnerische Vorstöße über die Flügel unterbinden sollen. Der Coach hat auf beiden Seiten die Wahl zwischen zwei Spielern. Links könnte Dmitri Kombarov oder Yuri Zhirkov zum Einsatz kommen, die unter Cherchesov bereits vier bzw. sieben Mal gespielt haben. Auf der rechten Seite stehen dem Trainer der eher offensiv ausgerichtete Aleksandr Samedov (neun Einsätze auf verschiedenen Positionen unter Cherchesov) oder der defensiver eingestellte Igor Smolnikov (drei Einsätze) zur Verfügung. Für welche dieser Spieler sich Cherchesov letztlich entscheidet, bleibt abzuwarten.

Wird die Sbornaja an dieser Formation festhalten?

Cherchesov hat sich offensichtlich für eine Dreierkette entschieden, doch dies für ihn keineswegs eine unverrückbare taktische Philosophie. Er kann bei Bedarf jederzeit zur klassischen Viererkette wechseln und hat dies in drei der neun Spiele nach seiner Amtsübernahme auch getan – allerdings nur 2016.

Wer kann den verletzten Zobnin im Mittelfeld ersetzen?

Die Verletzung von Roman Zobnin ist ein schwerer Rückschlag für das Team, das im Mittelfeld zudem ohne Alan Dzagoev auskommen muss. Da wäre zwar noch der sehr starke Denis Glushakov im Mittelfeld, doch er kann nicht überall zur gleichen Zeit sein. Wer also könnte Glushakov helfen? Die wahrscheinlichsten Optionen sind Aleksandr Erokhin (acht Einsätze unter Cherchesov), Yuri Gazinsky (fünf) und Dmitri Tarasov (zwei).

Wie sehr ist Cherchesov von Bukharov abhängig?

Auf die Frage, wie er ohne Mittelstürmer Artem Dzyuba auskommen will, meinte Cherchesov fast beiläufig: "Wir haben ja Aleksandr Bukharov." Bukharov kam zwar in allen vier Freundschaftsspielen in diesem Jahr zum Einsatz, stand aber nur zwei Mal in der Startformation und hat noch nie 90 Minuten durchgespielt. Auf sein Konto geht bislang ein Tor. Kann er gegen die robuste Spielweise der Neuseeländer etwas ausrichten? Oder ruhen die Hoffnungen des Landes in erster Linie auf den Schultern des eher schmächtigen Fyodor Smolov?

Was für Leistungen werden die jungen Talente Golovin und Miranchuk zeigen?

Natürlich könnte auch Smolov vorn allein nicht viel ausrichten. Die aufstrebenden Youngster Alexei Miranchuk (sieben Einsätze, ein Tor unter Cherchesov) und Aleksandr Golovin (vier Einsätze) müssen für zusätzlichen Druck nach vorn sorgen. Können die beiden 21-Jährigen bei einem derart wichtigen Spiel auftrumpfen, oder werden sie im Sankt-Petersburg-Stadion eher Nebenrollen spielen? Am Samstag werden wir es erfahren.