• Das Wichtigste: Ziel des Halbfinaleinzugs erreicht
  • Über Australien: Laut Pizzi "ein unbequemes Spiel"
  • Negatives und Positives vor der Partie gegen Portugal

Chile steht nach einem 1:1-Unentschieden gegen Australien im Halbfinale des FIFA Konföderationen-Pokals Russland 2017.

Das ist eine unwiderlegbare Tatsache, die an sich schon viel aussagt. Doch auch das Ergebnis gegen einen Gegner, der die Roja ein ums andere Mal aus dem Konzept brachte und Ungenauigkeiten provozierte, die man vorher von dieser Mannschaft nicht kannte, ist aussagekräftig. Nachfolgend einige Schlussfolgerungen aus dem Duell in Moskau.

Erstes Ziel erreicht
Das war die Botschaft, die Juan Pizzi und seine Spieler nach dem 1:1 verkündeten: Sie wollten unter die letzten Vier kommen und hatten es geschafft.

Die Roja war als Favorit ins Rennen gegangen, nahm die Rolle an und wollte immer als solcher auftreten. So wurde man den eigenen und fremden Erwartungen gerecht.

Der Trainer erklärte, gegen die Australier habe man schon den Druck gespürt, ins Halbfinale einziehen zu wollen, und der Gegner hätte auch sehr gut das Viertelfinale einer WM bestreiten können, auch wenn es sich nicht um eine der großen Fussballmächte handele.

Spielerische Gründe für das Ergebnis
"Der Gegner hat uns mit Kampfgeist und vielen Reibungspunkten oftmals die Wege verstellt. Sie haben unseren Spielfluss unterbrochen und die Zweikämpfe gewonnen. Das war ein unbequemes Spiel", so Pizzi.

So hatte Chile nicht nur mit der physischen Erschöpfung zu kämpfen, die ein ständiges Anrennen mit sich bringt, sondern verfügte auch nicht über die Räume, die für das Spielkonzept des Teams so wichtig sind. Die Spieler waren oft zu spät am Ball, konnten dann keine präzisen Pässe mehr schlagen, was wiederum dazu führte, dass der Spielfluss unterbrochen wurde.

"Wir haben nie zu unserem Rhythmus gefunden", räumt Arturo Vidal ein. Aus diesem Grund und weil der Gegner die Chilenen schon früh angriff, kam es nur selten zu einem klaren Spielaufbau und man musste sich häufig auf lange Bälle verlegen.

Positive Aspekte
Die Rückkehr von Claudio Bravo: Der Torhüter spielte eine wichtige Rolle. In der ersten Halbzeit lieferte er in einer Eins-gegen-eins-Situation eine Glanzparade ab, griff bei hohen Bällen ohne zu zögern ein und brachte Ruhe in die Spieleröffnung, selbst wenn die gegnerischen Stürmer ihn unter Druck setzten. "Ich bin die Partie angegangen, als sei es mein erstes Länderspiel. Ich habe mich wohl gefühlt", so der Kapitän.

Der Joker: "Ich habe immer davon geträumt, ein Tor für die Nationalmannschaft zu schießen. Ich hoffe, dass es mir zu mehr Einsatzzeit verhilft", erklärt der 22-jährige Martín Rodríguez, der bislang sechs Spiele für die Roja bestritten hat und zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde.

Einmal abgesehen von der schönen Einzelleistung ist dies eine gute Botschaft von der Bank und an die Bank: Die Reservisten machen ihre Sache gut und sollten ihre Chancen nutzen. Paulo Díaz, der Gary Medel in der Abwehr ersetzte, konnte sich ebenfalls auszeichnen.

Durchhaltevermögen: Selbst als es nicht so gut lief, gab das Team nie auf. Es gab keine missbilligenden Gesten gegenüber Teamkameraden, und niemand ließ sich aus der Ruhe bringen. "Auch wenn das Spiel etwas zerfahren war, haben wir immer gekämpft und den Weg zum Tor gesucht. Unsere Einstellung stimmt", betont Vidal.

Statistik
7 – Bei so vielen offiziellen internationalen Turnieren in Folge ist Chile über die Gruppenphase hinausgekommen. Dieses Ziel erreichte die Auswahl bei zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™, vier Südamerikameisterschaften sowie bei diesem Konföderationen-Pokal. Das letzte vorzeitige Ausscheiden war bei der Copa América 2004 zu verzeichnen.

Portugal im Visier
"Ronaldo spielt auf ungeheuer hohem Niveau, aber nicht nur er. Wir sind bereits gegen ebenso hochklassige Teams angetreten und haben die Herausforderung gut gemeistert. Wir müssen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben", betont Vidal.