• Asamoah stand 2002 für Deutschland im WM-Finale
  • Letzte Woche war er in Sotschi
  • Prognose für Kamerun-Spiel

Von Steffen Potter (Team-Reporter Deutschland) aus Sotschi

FIFA.com hatte die Gelegenheit, mit Gerald Asamoah zu sprechen: Der 38-Jährige absolvierte 43 Länderspiele (6 Tore) für Deutschland und bestritt 2002 das Endspiel der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™, das 0:2 gegen Brasilien verloren wurde.

Sie waren zum Australien-Spiel [3:2 für Deutschland] ja in Sotschi, wie war Ihr Eindruck?
Mein Eindruck war positiv. Es war die Gelegenheit, mal wieder die Nationalmannschaft anzuschauen. Es war eine super Stimmung und ein tolles Spiel. Ich war das erste Mal in Russland. In Sotschi ist ja durch die Olympischen Spiele einiges neu entstanden und das war schon schön anzusehen.

Schön anzusehen ist ein gutes Stichwort – wie sehen Sie die deutsche Elf bisher?
Die Jungs machen das sehr, sehr gut. Es sind viele Spieler dabei, die noch sehr jung sind, sich aber zeigen wollen. Sie verkaufen sich sehr gut, das hat man im zweiten Spiel gegen Chile gesehen: Die kommen mit ihrer besten Elf und unser junges Team holt da ein Unentschieden.

Welche deutschen Spieler haben sich aus Ihrer Sicht in den Vordergrund gespielt und könnten nächstes Jahr bei der WM wieder dabei sein?
Eigentlich will man da keinen herausheben. Wenn man aber sieht, wie Leon Goretzka das meistert und dann im Mittelfeld noch torgefährlich wird, bin ich schon sehr angetan und kann mir auch vorstellen, dass er eine Riesenchance hat, bei der WM dabei zu sein.

Lars Stindl macht das mit seiner Spielweise, die man aus Gladbach ja kennt, auch sehr gut und erzielt noch dazu die Tore. Julian Draxler führt die Kapitän als Mannschaft sehr gut und macht auch gute Spiele.

Was erwarten Sie für das Kamerun-Spiel nun?
Deutschland reicht ja ein Punkt, während Kamerun gewinnen muss. Ich gehe davon aus, dass Kamerun anrennt und am Ende Deutschland gewinnt. Mit der Erfahrung und den Jungs, die dabei sind, könnten die Deutschen dann Kamerun auch mal auskontern. Es wird aber ein hartes Spiel sein, denn Kamerun spielt sehr aggressiv und geht auch hart zur Sache. So werden sie auch morgen auftreten. Deutschland wird sich am Ende aber durchsetzen, weil die Qualität in der Mannschaft einfach da ist.

Sie haben selber beim FIFA Konföderationen-Pokal 2005 gespielt. Was kann man als Spieler, vielleicht gerade auch als junger Spieler, da mitnehmen?
Als wir 2005 dort gespielt haben, waren wir alle heiß darauf, auch unsere Trainer Jürgen Klinsmann und Jogi Löw. Damals waren auch Argentinien und Brasilien dabei. Wir wollten schauen, wie weit wir sind – ob wir uns mit den Besten messen können. Das haben wir dann auch gesehen.

Dieses Jahr haben sehr viele junge Leute eine Chance, sich zu zeigen. Am Beispiel Goretzka wird klar, der Bundestrainer sieht: "Ok, der Junge kann noch mehr" und könnte bei der WM dazu stoßen. Dafür ist so ein Confed Cup ideal, dass gewisse Leute bei der Nationalmannschaft eine Chance erhalten, sich zu präsentieren.