Im afrikanischen Fussball steht ein spannendes Wochenende an, denn die Qualifikation für den im nächsten Jahr stattfindenden CAF Afrikanischen Nationen-Pokal in Gabun geht auf die Zielgerade. Noch sechs Startplätze sind zu vergeben, und die beiden führenden Teams der drei Gruppen treffen direkt aufeinander. Das Team, das Anfang nächsten Jahres als Sieger aus dem Afrikanischen Nationen-Pokal hervorgeht, qualifiziert sich für den FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017.

Der amtierende Meister Elfenbeinküste ist in der drei Teams umfassenden Gruppe I noch nicht endgültig qualifiziert, braucht jedoch zu Hause in Bouake nur noch ein Unentschieden gegen Sierra Leone, um die Teilnahme am Kontinentalturnier perfekt zu machen. Die Ivorer haben nach drei Spielen fünf Punkte auf dem Konto. Auswärts reichte es gegen Sierra Leone und Sudan jeweils nur zu einem Unentschieden, beide haben derzeit vier Punkte.

Sierra Leones aus Ghana stammender Trainer Sellas Tetteh hat sich mit seinem Team in seinem Heimatland vorbereitet, um dem zu Hause herrschenden Druck zu entgehen. "Das ist ein sehr wichtiges Spiel für das Land und für diese junge Mannschaft, die noch nie eine Endrunde um den Nationen-Pokal bestritten hat. Wir werden unser Bestes geben und hoch erhobenen Hauptes aus dem Spiel hervorgehen", so der Trainer, der mit Ghana bereits die FIFA U-20-Weltmeisterschaft gewann.

Tunesien genießt in der überraschend spannenden Gruppe A ebenfalls Heimrecht. Hier hat Liberia im Augenblick die besten Aussichten, sich als Gruppensieger zu qualifizieren, wobei beide Mannschaften auch noch im Rennen um einen der beiden Startplätze für die besten zweitplatzierten Teams sind. Das Ganze wird noch spannender, weil sich Togo mit seinem Heimsieg gegen Dschibuti auch noch auf den zweiten Platz vorschieben könnte. Das Team hätte in diesem Fall elf Punkte, Tunesien und Liberia können derzeit zehn Zähler verbuchen.

In Gruppe B genießt die DR Kongo in der letzten Partie gegen die Zentralafrikanische Republik Heimvorteil und führt die Tabelle mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Gegner an. Für Mali sieht es in Gruppe C sogar noch besser aus. Selbst im Falle einer Niederlage gegen Benin am Wochenende wäre das Team als einer der besten Zweitplatzierten qualifiziert.

Die einzige andere Gruppe, in der noch zwei Teams die Chance auf den ersten Platz haben, ist Gruppe D. Hier liegen Uganda und Burkina Faso punktgleich an der Spitze. Beide Mannschaften treten vor heimischem Publikum an. Burkina Faso hat leicht die Nase vorn und muss sich lediglich zu Hause gegen Botswana durchsetzen, Uganda trifft auf die Komoren. Uganda ist dafür bekannt, gern einmal knapp an der Qualifikation vorbei zu schrammen, doch Stürmer Geoffrey Massa ist optimistisch, dass man Burkina Faso noch hinter sich lassen kann. "Wir haben aus früheren Wettbewerben viel gelernt und werden alles geben."

Platz zwei im Visier
In vier weiteren Gruppen versuchen die zweitplatzierten Teams noch Punkte zu sammeln, um am Ende unter den beiden besten Zweiten zu sein. Kap Verde, das bei den letzten beiden Endrunden des Wettbewerbs vertreten war, tritt in Gruppe F zu Hause gegen Libyen an. Im Falle eines Sieges hätten die Tubarões Azuis zwölf Punkte auf dem Konto und damit gute Chancen, sich als einer der besten Zweitplatzierten zu qualifizieren.

Swasiland und Mauretanien, die beiden Zweiten der Gruppen L und M, bräuchten schon ein kapitales Fussballwunder, um sich noch zu qualifizieren. Die Swasi, die keine Chance mehr haben, Simbabwe an der Tabellenspitze noch einzuholen, treten auswärts gegen Malawi an. Mauretanien bekommt es mit Südafrika zu tun. In Gruppe J steht Äthiopien vor einer ähnlich großen Herausforderung. Ein Sieg gegen die Seychellen in Awasa scheint zwar durchaus wahrscheinlich, doch selbst in diesem Fall hätte das Team nur elf Punkte auf dem Konto, was vermutlich nicht reichen wird.

In den restlichen vier Gruppen ist die Entscheidung bereits gefallen. Obwohl Nigeria bereits ausgeschieden ist, hat der neue Trainer Gernot Rohr für das Heimspiel gegen Tansania eine erfahrene Auswahl nominiert.

Die größte Überraschung der Qualifikation gab es in Gruppe E, wo Guinea-Bissau die Favoriten Kongo und Sambia hinter sich gelassen und sich zum ersten Mal für die Endrunde des Nationen-Pokals qualifiziert hat – und das einen Spieltag vor Schluss. Zum Abschluss tritt das Team auswärts gegen Kongo an.