Am letzten Spieltag der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal im kommenden Jahr in Gabun fielen die letzten dramatischen Entscheidungen. Liberia und Kap Verde scheiterten an der letzten Hürde, während sich Togo im letzten Moment noch ein Ticket für Gabun sichern konnte. Der Gewinner des Turniers, das am 14. Januar 2017 beginnt, qualifiziert sich als Afrikameister für den FIFA Konföderationen-Pokal Russland 2017.

Die Höhepunkte
Togo ist in Gabun dabei
Vor dem letzten Spiel lag Togo in Gruppe A mit acht Punkten nur auf dem dritten Platz, zwei Punkte hinter Liberia sowie Tunesien, dem Titelträger von 2004, die gegeneinander antraten. Selbst Togos Trainer Claude Le Roy, der schon mit acht Teams bei der Endrunde der Afrikameisterschaft am Start war, glaubte kaum noch an eine Chance für seine Schützlinge, für die ein Sieg gegen Dschibuti Pflicht war. "Ich sage nicht, dass man Gabun schon abschreiben sollte, aber es wird sehr schwierig. Wir können zwar noch von einem Fussballwunder träumen, aber durch solche Träume werden unsere Chancen nicht besser." Togo machte den Traum mit einem 5:0-Sieg gegen Dschibuti aber dennoch wahr. Da Liberia gleichzeitig mit 1:4 gegen Tunesien verlor, schob sich Togo noch auf Platz zwei vor und qualifizierte sich als einer der besten Gruppenzweiten.

Knappe Siege für die Spitzenreiter
Burkina Faso und Uganda gingen mit jeweils zehn Zählern auf dem Konto punktgleich in ihre Spiele. Beide Teams konnten sich am Ende mit 13 Punkten das Ticket nach Gabun sichern. Burkina Faso schaffte den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg gegen Botsuana mit neun Mann und erst in der neunten Minute der Nachspielzeit. Uganda setzte sich gegen die Komoren durch und qualifizierte sich als bester Gruppenzweiter.

DR Kongo mit viel Schwung weiter
In Gruppe B beendete die DR Kongo den Traum der Zentralafrikanischen Republik mit einem deutlichen 4:1-Sieg. Die Gäste hätten in Kinshasa einen Sieg holen müssen, um sich erstmals für eine kontinentale Endrunde zu qualifizieren. Doch Neeskens Kebano vom FC Fulham brachte die Gastgeber mit seinem Führungstreffer auf die Siegerstraße. Die DR Kongo gewann die Gruppe am Ende mit 15 Punkten.

Überflieger weiter erfolgreich
Mali schloss die Gruppe C mit einem klaren 5:2-Sieg gegen den Gruppenzweiten Benin mit 16 Punkten ab. Auch Marokko und Algerien, die beiden anderen Teams, die schon 13 Punkte auf dem Konto hatten, erhöhten ihren Punktestand mit Siegen gegen São Tomé und Príncipe beziehungsweise gegen Lesotho auf 16 Zähler. Senegal gewann als einziges Team alle sechs Partien in der Gruppenphase. Zum Abschluss feierten die Westafrikaner in Dakar einen Heimsieg gegen Namibia.

Die Überraschungen
Kap Verde nach Heimniederlage ausgeschieden
Dass es nicht mehr zum Gewinn der Gruppe F reichen könnte, war für Kap Verde schon vor dem letzten Spiel klar. Doch mit einem Sieg gegen Libyen hätte sich die Mannschaft mit höchster Wahrscheinlichkeit als einer der besten Gruppenzweiten für Gabun qualifiziert. Die Hausherren dominierten die Partie zwar und hatten zahlreiche Chancen, konnten diese jedoch nicht nutzen. In der Schlussphase gelang Fouad Triki Mohamed dann sogar noch der Siegtreffer für die Nordafrikaner.

Enttäuschende Punkteteilungen
Für Südafrika, den Titelgewinner von 1996, endete die Qualifikation in Gruppe M wie sie begonnen hatte, nämlich mit einer Enttäuschung. Die Bafana Bafana hatten ihr Auftaktspiel gegen Gambia verloren und verschossen am Wochenende einen Elfmeter im Heimspiel gegen Mauretanien, das mit einem 1:1-Remis endete. Damit hat das Team nur eines von sechs Spielen gewonnen. Von ihren drei Heimspielen konnten die Südafrikaner keines für sich entscheiden. Ghana kam ebenfalls nicht über ein 1:1-Heim-Unentschieden gegen Ruanda hinaus. Doch der Gesamtsieg des Teams in Gruppe H hatte schon vorher festgestanden.

Der Spieler des Wochenendes
Uganda hatte letztmals 1978 an der Afrikameisterschaft teilgenommen. Damals stieß das Team bis ins Finale vor, das gegen Ghana verloren ging. Seitdem kam Uganda der Qualifikation zwar einige Male nahe, scheiterte jedoch stets an der letzten Hürde. Doch nach 39 Jahren wird die Wartezeit dank des Treffers von Farouk Miya 2017 nun endlich zu Ende gehen. Der hoch talentierte 18-jährige Stürmer hat sich dem belgischen Verein Standard Lüttich angeschlossen.

Statistik
6 –
So viele ehemalige Afrikameister werden nach ihrem Scheitern in der Qualifikation im kommenden Jahr bei der Endrunde fehlen, nämlich Äthiopien, Kongo, Nigeria, Sambia, Sudan, und Südafrika.

Zitat
"Wir sind ein neues Team und lernen uns gerade erst kennen. Doch ich weiß, dass meine Spieler die Klasse haben, um guten Fussball zu spielen. Wir haben heute gegen eine tansanische Mannschaft gespielt, die stets viele Spieler hinter dem Ball hatte. Daher brauchten wir etwas Zeit, um sie zu knacken. Doch unsere Qualität steht nicht in Frage."
Gernot Rohr, der neue Nationaltrainer Nigerias, dessen Team sich mit 1:0 gegen Tansania durchsetzte, allerdings in Gruppe G gegen Ägypten schon ausgeschieden war. Rohr möchte die Aufmerksamkeit der enttäuschten Fans nun auf das im kommenden Monat anstehende Auftaktspiel Nigerias in der WM-Qualifikation gegen Sambia lenken.

Die folgenden Nationen sind für Gabun 2017 qualifiziert:
Ägypten, Algerien, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Guinea-Bissau, Kamerun, Kongo DR, Mali, Marokko, Senegal, Simbabwe, Togo, Tunesien, Uganda sowie Gastgeber Gabun.

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