Als respektierter Routinier der sambischen "Familie" symbolisiert Joseph Musonda den Glauben und die Einstellung der Chipolopolo im Vorfeld des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2013. Der Titelverteidiger glaubt an sich, trotz einiger zuletzt schlechter Ergebnisse.

Auf der einen Seite gibt es den Druck als Titelverteidiger, auf der anderen den Vorteil der geographischen Nachbarschaft. Jacob Mulenga etwa räumte zwar ein, dass "die Scheinwerfer zwangsläufig auf den Titelverteidiger gerichtet sind", doch sein Mannschaftskamerad und Freund Musonda sieht dennoch einen Ausgleich.

"Diese Afrika-Meisterschaft in Südafrika zu bestreiten, ist wie zu Hause zu spielen. Wir kennen uns hier aus, und es werden zahlreiche Anhänger da sein", sagte der Innenverteidiger und 73-fache Nationalspieler.

Es ist also alles im Gleichgewicht, und dies gilt auch für die Mannschaft, die von Nationaltrainer Hervé Renard geleitet wird, ein Garant für Stabilität und Ernsthaftigkeit. "Wir leben ohne Stress, und unser Gemeinschaftssinn ist unsere Stärke. Wir sind geeint und jeder kämpft für den anderen, ohne sich überflüssigen Druck aufzuladen", erklärte Musonda.

Wenige Tage vor Beginn der angepeilten Titelverteidigung zeigt sich der Überraschungs-Afrikameister des letzten Jahres zuversichtlich und solidarisch. Mit dieser Einstellung verhinderten die Chipolopolo in der letzten Auflage den als sicher geltenden Titelgewinn der Elfenbeinküste. Sambia hat in den letzten vier Spielen einige Schwächen in der Offensive offenbart und nicht ein einziges Tor erzielt.

Dies beunruhigt das Land, in dem nach den jüngsten Enttäuschungen - auch wenn es Testspiele waren - mehr Skepsis als zuvor herrscht. "Die Mannschaft hat sich seit einem Jahr wenig verändert, aber wir begehen immer noch Fehler, so auch in den letzten Begegnungen", räumte Musonda ein, der auch 2012 mit von der Partie war. "Das müssen wir korrigieren, und dazu dient die Vorbereitung. Wir werden für das erste Spiel bereit sein, denn im Training unternehmen wir zusätzliche Anstrengungen."

"Wir arbeiten sogar noch härter als während der Vorbereitung auf die letzte Afrika-Meisterschaft", versicherte der Akteur von Lamontville Golden Arrows in Südafrika, und er erklärt auch, warum: "Alle werden uns schlagen wollen. Wir sind nicht mehr der Außenseiter, sondern das Team, das es zu schlagen gilt. Viele Mannschaften visieren den Titel an, weshalb jedes Spiel ein Kampf wird und wir voll da sein müssen. Wir sind alle bereit, in den Kampf zu ziehen, und der Trainerstab zieht uns zusätzlich nach oben. Das ist gut für uns."

Musonda, zweifacher sambischer Meister mit Nkana FC 1999 und 2001, spielt seit fünf Jahren für den Klub aus Durban und wird während des Afrika-Cups 2013 eine Art Heimspiel haben. Nach der Verletzung, die er sich im siegreichen Finale gegen die Elefanten in Libreville zugezogen hatte, kehrte er erst vor vier Monaten auf den Platz zurück: "Ich kann es kaum erwarten. Diese Afrika-Meisterschaft ist etwas Besonderes für mich", erklärte er und hofft darauf, den Erfolg von 2012 in Gabun und Äquatorial-Guinea wiederholen zu können. "Wir glauben an uns", kündigte er an.

Hervé Renard stärkt diesen Glauben in seiner Mannschaft zusätzlich. "Viele Experten glauben nicht, dass wir den Titel noch einmal holen können und riskieren keine Prognose", sagte der französische Trainer. "Es ist leichter, zu sagen, dass Sambia den Afrika-Cup nie wieder gewinnen wird." Renard ist der Ansicht, dass die erste Partie entscheidend sein wird: "Es ist wichtig, mit einem Sieg in das Turnier zu starten, so wie im letzten Jahr." Sein 35-jähriger Verteidiger teilt diese Einschätzung: "Wir müssen das Spiel gegen Äthiopien gewinnen, das ist sehr wichtig."

Um von Beginn an bereit zu sein, hat Musonda nichts dem Zufall überlassen und stieß bereits am 27. Dezember in der ersten Phase der Vorbereitung zur Nationalelf. Den letzten Härtetest auf dem Weg zum Turnier bildete eine Partie gegen Norwegen am 12. Januar, die mit einem torlosen Unentschieden endete.

Doch dies ist für den sambischen Routinier kein Grund zur Beunruhigung. Er kennt das Erfolgsrezept von 2012 und baut darauf, dass es auch 2013 funktioniert: "Diese Mannschaft ist eine Familie", versicherte er. Und sie weiß, dass sie sich in der Person Musondas auf ein Familienoberhaupt verlassen kann, das sie führen wird.