ZUSAMMENFASSUNG DES TAGES – Uruguay hat es erneut geschafft. 61 Jahre nach dem berühmten Maracanazo, bei dem die Uruguayer im Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ 1950 das bis auf den letzten Platz gefüllte Maracanã-Stadion mit einem Sieg gegen Argentinien zum Schweigen brachten, gelang der Celeste erneut der große Coup. Dieses Mal schlug die Auswahl Gastgeber Argentinien im Viertelfinale der Copa América in Santa Fé nach einer Partie, die an Spannung kaum zu überbieten war. Nach 120 hart umkämpften Spielminuten hatte es nämlich 1:1 gestanden, und die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen.

Die Uruguayer, die Argentinien bereits bei der letzten Auflage des Turniers im Nachbarland (1987 im Halbfinale) aus dem Rennen geworfen hatten, treffen nun in der nächsten Runde auf das Überraschungsteam aus Peru. Die Peruaner setzten sich nach Verlängerung gegen Kolumbien durch, in einer Partie, in der am Ende Details entscheidend sein sollten.

Ergebnisse
Viertelfinale
Kolumbien – Peru 0:0, 0:2 n. V.
Argentinien - Uruguay 1:1, 4:5 n. E.

Momente des Tages
Emotionen ohne Ende
Ein Klassiker zwischen Argentinien und Uruguay? Auf argentinischem Boden? Und dann noch in der K.o.-Runde der Copa América? Und die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen? Man kann sich kaum eine Szenerie vorstellen, die auf dem Spielfeld und abseits davon in den beiden Anrainerländern des Rio de la Plata größere Emotionen auslöst. Das war ein weiteres unvergessliches Spiel in einem Klassiker, der im Laufe der Zeit bereits eine Fülle historischer Augenblicke zu bieten hatte.

Der Kampfgeist der Uruguayer
Die Uruguayer hatten fast 50 Minuten lang einen Mann weniger auf dem Platz und zeigten einmal mehr ihren sprichwörtlichen Kampfgeist. Gegen eine talentierte argentinische Auswahl boten sie eine beeindruckende Defensivleistung und ließen nicht zu, dass sich die zahlenmäßige Überlegenheit des Gegners auch auf der Anzeigetafel niederschlug. Álvaro Pereira und Arévalo Ríos wurden in der 109. Minute mit Erschöpfungserscheinungen ausgewechselt. Diego Forlán und Luis Suárez liefen im Angriff ohne Ende und setzten die Argentinier unter Druck, obwohl sie von ihrer Hintermannschaft nicht viel Unterstützung bekamen. Die Celeste hat gekämpft bis zum Umfallen und sich am Ende erneut durchgesetzt.

Rodríguez und die Konkurrenz aus Kolumbien
Im Laufe der letzten Monate musste der peruanische Verteidiger Alberto Rodríguez in den Reihen des SC Braga ein ums andere Mal hinter Falcao Garcia und Fredy Guarín herrennen, die für den FC Porto spielten. Jetzt sah er sich erneut diesem Duo gegenüber, aber dieses Mal hatte er die Nase vorn. Das Problem war, dass der offensive Mittelfeldspieler Dayro Moreno auf der rechten Flanke ebenfalls eine große Gefahr ausstrahlte und ihn ordentlich auf Trab hielt. Rodríguez holte ihn in der zweiten Halbzeit im Strafraum von den Beinen und verursachte damit einen Elfmeter. Glücklicherweise verschoss sein alter Bekannter Falcao den Elfer. Das war ganz offensichtlich der Tag des Peruaners, der in der nächsten Saison für Sporting Lissabon auflaufen wird.

Gegentreffer nach 371 Minuten
Die kolumbianische Abwehr musste in der ersten Runde keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen und behielt auch in der regulären Spielzeit der Partie gegen Peru eine weiße Weste. Das erste Gegentor in diesem Wettbewerb kassierte das Team in der 12. Minute der ersten Halbzeit der Verlängerung. Torhüter Luis Martínez konnte den Ball bei einer Abwehraktion nicht festhalten, und dieser landete vor den Füßen von Carlos Lobatón, der zum 1:0 für Peru abstaubte. Dieser Gegentreffer brachte die Mannschaft aus dem Gleichgewicht und kam der auf Konter ausgerichteten Strategie des Gegners zugute.

Spieler des Tages
Fernando Muslera (Uruguay)
Da die gesamte uruguayische Hintermannschaft in dieser Partie unglaublichen Einsatz zeigte, fällt es schwer, einen Spieler besonders herauszustellen. Am Ende haben wir uns für den Torwart entschieden, der schon im normalen Spielverlauf eine grandiose Leistung gezeigt hatte und schließlich noch den Freistoß von Carlos Tevez abwehrte. In der letzten Minute der regulären Spielzeit vollbrachte der Schlussmann gleich zwei Glanztaten und sorgte dafür, dass die Partie in die Verlängerung ging. Tevez führte einen Freistoß aus großer Distanz aus, der Ball wurde von Álvaro Pereira in der Mauer abgefälscht, und Muslera wehrte gerade noch mit dem linken Fuß ab und verhinderte so das Tor. Anschließend setzte er zu einem akrobatischen Hechtsprung an und wehrte den Nachschuss von Gonzalo Higuaín mit der Brust ab.

Tor des Tages
Kolumbien – Peru, Juan Vargas (111.)
Nach einem Rückpass will Torhüter Martínez den Ball Camilo Zuñiga zuspielen, dies misslingt jedoch und Paolo Guerrero holt sich die Kugel. Er dringt in den Strafraum ein und legt mit einem mustergültigen Abspiel zurück auf Mannschaftskapitän Juan Vargas. Dieser zieht ab und sichert den Peruanern den Einzug in die nächste Runde.

Zahl des Tages
22 –
Ein weiterer Rekord in der beeindruckenden Karriere von Javier Zanetti, der bereits 22 Copa-América-Spiele für Argentinien bestritten hat, eins mehr als Oscar Ruggeri und José Salomón. Der Rekordnationalspieler der Albiceleste (140 Partien) wartet mit der A-Nationalmannschaft seines Landes noch immer auf den ersten großen Titelgewinn. Auf Vereinsebene mangelt es ihm mit Inter Mailand nicht an großen Erfolgen. In der letzten Saison absolvierte er im Trikot des italienischen Spitzenklubs sein 1000. Pflichtspiel als Profifussballer.

Zitat
"Ich hatte erwartet, dass sich der Klassiker genau umgekehrt entwickeln würde, da wir schließlich einen Spieler weniger auf dem Feld hatten. Am Ende haben wir mehr gekämpft als gespielt. Beide Mannschaften sind hier angetreten, um den Titel zu holen, aber trotzdem kann man das nicht als Finale bezeichnen. Das war eine Viertelfinalpartie, und wir wollen immer noch Meister werden." Diego Lugano (Mannschaftskapitän, Uruguay)

So geht es weiter
Am Sonntag werden die beiden verbleibenden Viertelfinalpartien ausgetragen. Brasilien tritt gegen Paraguay an, und Chile muss es mit Venezuela aufnehmen.