In der südafrikanischen Nationalmannschaft ist Teko Modise schon der neue Star. Die Statistik weist ihn als den besten Akteur der letzten acht Spiele der Südafrikaner aus. Und auch sonst spricht einiges dafür, dass er das Zeug zum Weltstar hat.
In Pitso Mosimane, dem Assistenten von Nationaltrainer Joel Santana hat Modise einen starken Fürsprecher. Mosimane nämlich ist überzeugt, dass Modise "nur" noch den Durchbruch in Europa schaffen muss, damit sein Talent besser bemerkt wird.
"Er ist ein Genie und dabei total bodenständig", beschreibt Mosimane seinen Schützling. "Er hat sich den ganzen Ruhm nicht zu Kopf steigen lassen. Er ist Fussballer durch und durch, er liebt den Sport, und mit ein bisschen Zeit und der richtigen Führung wird er einer der größten Stars, die vom afrikanischen Kontinent kommen."
So weit also Mosimane. In der Tat hat der talentierte Mittelfeldspieler beim historischen Sieg gegen Kamerun - immerhin das bestplatzierte afrikanische Team - schon sehr gekonnt die Fäden gezogen.
Aber auch wenn dieser Erfolg symbolisch für eine neue Ära der Hoffnung im südafrikanischen Fussball steht, macht eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer. Um sich eine objektive Meinung über Modise bilden zu können, muss man sich also seinen Werdegang ansehen.
Früh entdeckt
Mosimane schwärmt wohl auch deshalb so von Modise, weil er ihn bereits als ganz jungen Halbprofi entdeckt hat. Mosimane war damals noch Vereinstrainer des südafrikanischen Meisters SuperSport United. Zeitgleich mit dem Wechsel des Trainers wechselte seinerzeit auch der Spieler und schloss sich den Orlando Pirates an, einem der erfolgreichsten Klubs des Landes. Modises Ziel: Er wollte das eigene Spiel verbessern und sich im südafrikanischen Fussball etablieren. Die Rechnung sollte aufgehen.
"Ich habe gern bei SuperSport gespielt, aber als die Pirates an mich herangetreten sind, konnte ich nicht 'Nein' sagen", erinnert sich Modise im Gespräch mit FIFA.com. "Die Pirates sind eines der größten und meistrespektierten Teams hier. Außerdem dachte ich, dass sich mit einem Wechsel zu den Pirates auch meine Chancen in der Nationalmannschaft erhöhen würden. Wer in Johannesburg spielt, fällt eher auf."
In einem Land, in dem Sport vor allem für junge Leute aus ärmeren Gegenden eine Aufstiegschance bedeutet, war es auch für Modise der Hunger, der ihn in den dicht besiedelten Townships von Johannesburg zu einem Spitzenfussballer machte.
"Ich hatte keine leichte Kindheit", erzählt er. "Wir haben auf der Straße Fussball gespielt und sind samstags oder sonntags dann ins Stadion gegangen, um unseren Lokalmatadoren zuzujubeln. Dort, wo ich aufgewachsen bin, ist Fussball sehr beliebt. Die Leute wollen die Spiele einfach nur genießen. Dadurch kann man die Sorgen des Alltags mal eine Weile vergessen. Und für die meisten von uns ist es ein echtes Ziel."
Optimismus vor Konföderationen-Pokal
Der Mittelfeldregisseur ist zuversichtlich, dass die südafrikanische Nationalmannschaft das Land beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009 würdig vertreten wird.
"Wir alle freuen uns auf den Konföderationen-Pokal", so Modise. "Wir wissen, was er den Menschen hier bedeutet, und es ist uns wichtig, uns hier gut zu verkaufen. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg, und Trainer Santana hat beim Neuaufbau der Mannschaft gute Arbeit geleistet.
Die Leute werden Südafrika lieben, weil es ein großartiges Land ist. Wir werden allen Besuchern gute Gastgeber sein."
Modises großer Antrieb ist es, in einer der europäischen Top-Ligen zu spielen. Allerdings ist er "schon" 26 und weiß selbst, dass die Zeit dafür langsam knapp wird.
"Ich glaube, dass ich sofort in Europa spielen könnte", ist Modise überzeugt. Ein paar Angebote hatte ich in der Vergangenheit schon, aber ich habe mich entschieden, in Südafrika zu bleiben und mir erst hier einen Namen zu machen. Mein Traum war es, für die Nationalmannschaft zu spielen, und auch den habe ich mir erfüllt. Jetzt ist es Zeit für den nächsten Schritt."

