Marokko brannte am Montag beim Afrikanischen Nationen-Pokal in Ghana ein wahres Torfeuerwerk ab und fegte Namibia mit 5:1 vom Feld. Damit haben die Marokkaner ihre Ambitionen und ihr Potenzial mehr als deutlich unterstrichen.

Zwar war der Gegner im Spiel der Gruppe A in Accra Namibia, das sicher nicht zu den Turnierfavoriten zählt, doch die überzeugende Spielweise der Marokkaner, das flüssige Passspiel und ihre Torgefährlichkeit werden auch bei den Titelaspiranten Eindruck gemacht haben.

Für die Mannschaft war es jedenfalls ein äußerst zufrieden stellender Auftakt. Kapitän Youssef Safri wurde für seine Leistung als Man of the Match ausgezeichnet. Safri, der kurz vor Beginn des Turniers 31 Jahre alt wurde, verfügt bereits über viel Erfahrung beim Afrikanischen Nationen-Pokal. Bei der Auflage von 2004 erreichte er mit seiner Mannschaft sogar das Finale.

Nach dem Spiel sprach er exklusiv mit FIFA.com und teilte uns seine Gedanken über das Ergebnis mit, das ihm und seinen Mannschaftskameraden für den sicherlich schweren Rest des Turniers so viel Selbstvertrauen gibt.

"Das ist genau das Resultat, von dem wir geträumt haben", freute er sich. "Es ist überaus wichtig, mit einem Sieg in ein Turnier zu starten. Ebenso wichtig ist es, von Anfang an mit den Bedingungen zurecht zu kommen. Der Zustand des Platzes war sicher nicht optimal, doch wir haben uns sehr angestrengt und sind damit fertig geworden. Wir haben viel für den Sieg getan und wir haben ihn auch verdient."

In der Tat zeigten die Marokkaner auf dem nicht gerade perfekten Spielfeld einen sehr beeindruckenden Fussball, und auch wenn es von einigen Seiten Kritik an der schwachen Defensivleistung der Namibier gab, steht für Safri fest, dass die vielen Tore eher der starken Leistung seiner Teamkameraden zuzuschreiben sind. "Ich finde nicht, dass sie es uns sehr leicht gemacht haben", so Safri. "Es war vielmehr die Klasse unserer Mannschaft, die es uns leicht gemacht hat. Das ist viel wichtiger. In diesem ersten Spiel wurde die Stärke unserer Mannschaft sichtbar. Letztlich zählt jedoch allein, dass wir jetzt die drei Punkte auf dem Konto haben."

Safri war auch mit seiner persönlichen Leistung zufrieden und zeigte sich erfreut über die Auszeichnung als bester Spieler der Partie. Dennoch hofft er, dass er sich noch steigern kann und seine besten Spiele in Ghana erst noch vor ihm liegen. Er meinte über seine Auszeichnung: "Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das ist eine Motivation, mich beim nächsten Spiel genau so einzubringen. Ich hoffe, dass ich im Laufe des Turniers noch weitere gute Leistungen zeigen kann."

Die Frage ist nun, wie weit Marokko bei dieser 26. Auflage des Afrikanischen Nationen-Pokals kommen wird. Im Vorfeld des Turniers wurden die Marokkaner nicht zum engeren Favoritenkreis gezählt, doch der Kapitän ist überzeugt, dass sich sein Team in Ghana vor keinem Gegner fürchten muss.

Er meinte: "Wir haben gute Spieler in allen Mannschaftsteilen, in der Abwehr ebenso wie im Mittelfeld und im Angriff. Ich kann mit voller Überzeugung sagen, dass alle 23 Spieler in der Mannschaft sehr stark sind, und dass bei uns ein sehr guter Mannschaftsgeist herrscht. Unsere Vorbereitung ist ebenfalls sehr gut verlaufen und wir haben keinerlei Grund, uns über die Einrichtungen hier vor Ort zu beschweren. Also haben wir durchaus das Potenzial, hier in Ghana viel zu erreichen."