Moses: "Wie ein Traum"
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Zu Beginn der Saison war Victor Moses ein vielversprechendes Talent beim wenig glanzvollen Premier League-Klub Wigan Athletic. Nur wenige Monate später spielt der 22-jährige Nigerianer für einen der bekanntesten Klubs der Welt, darf sich Afrikameister nennen und sich auf die Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal im Sommer in Brasilien freuen. Nach einem eher verhaltenen Start seiner Karriere im Nationalteam gehörte der athletische Stürmer zu den wichtigsten Akteuren im Team Nigerias, das vor wenigen Tagen mit einem 1:0-Sieg im Finale gegen Burkina Faso den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 gewann.

"Wenn mir jemand vorhergesagt hätte, ich würde bald für Chelsea spielen und Anfang des Jahres den Afrikanischen Nationen-Pokal gewinnen, dann hätte ich nicht ein Wort davon geglaubt. Das alles ist wie ein Traum. Doch dafür war viel harte Arbeit erforderlich. Ich habe Woche für Woche hart trainiert. Nun hat sich das letztlich alles ausgezahlt und für mich positiv entwickelt", sagte Moses kürzlich gegenüber FIFA.com.

Victor Moses wurde in Nigeria geboren und aus dem Land geschmuggelt, nachdem seine als Missionare tätigen Eltern bei religiösen Unruhen getötet worden waren. Er wurde von Pflegeeltern im Süden Londons aufgezogen und begann, Fussball zu spielen. Nachdem er an seiner Schule von einem Talentspäher entdeckt worden war, wurde er in die Nachwuchsakademie von Crystal Palace aufgenommen. Als 16-Jähriger spielte Moses erstmals für Crystal Palace und schloss einen Vierjahresvertrag mit dem Klub ab. Doch nachdem er sich zum Stammspieler entwickelt hatte, wurde er im Januar-Transferfenster der Saison 2009/10 von Wigan Athletic unter Vertrag genommen. Durch beeindruckende Leistungen im Dress der Latics rückte er ins Blickfeld des FC Chelsea. Nachdem Wigan zunächst mehrere Angebote ablehnte, akzeptierte der Klub schließlich im August des vergangenen Jahres eine Offerte der Londoner, doch erst, nachdem er am ersten Spieltag noch im Trikot von Wigan Athletic gegen seinen neuen Klub gespielt hatte.

Moses wurde in die englischen Nachwuchs-Nationalmannschaften berufen und hat in allen Altersklassen gespielt. Bei der UEFA U-17-Europameisterschaft 2007 wurde er Torschützenkönig. Im gleichen Jahr nahm er auch an der FIFA U-17-Weltmeisterschaft teil. Nachdem es ihm indes nicht gelang, sich in der englischen U-21-Nationalmannschaft einen Stammplatz zu sichern, entschied er sich, künftig für sein Geburtsland Nigeria aufzulaufen. Diese Entscheidung bekräftigte er kurz darauf auch gegenüber Journalisten, denen er sagte: "Ich habe für die englische U-16, U-17, U-18, U-19, U-20 und U-21 gespielt und dann... dann habe ich mich entschlossen, künftig für Nigeria zu spielen."

Debüt mit Verzögerung
Sein Debüt in den Reihen der Super Eagles verzögerte sich allerdings, da das Spiel gegen Guatemala, für das er im Februar 2011 nominiert wurde, abgesagt wurde. Auch in den Partien gegen Kenia und Äthiopien einen Monat später konnte er nicht eingesetzt werden, da die Unterlagen über seinen Wechsel nicht rechtzeitig vorlagen. Er erhielt schließlich erst im November 2011 die Freigabe für Nigeria. Seitdem allerdings hat er sich zu einem wichtigen Spieler im Team von Trainer Stephen Keshi entwickelt und mit den Super Eagles alle Konkurrenten bei der Afrikameisterschaft hinter sich gelassen. Moses erzielte auf dem Weg zum Titelgewinn zwei Treffer und wurde in das Dream Team des Turniers gewählt.

Von Moses selbst stammt die Äußerung, er könne eines Tages sogar für den FC Barcelona spielen, wenn er weiterhin so hart arbeite. Doch für den Moment dürfte er als Afrikameister in Diensten des FC Chelsea recht zufrieden mit sich und seiner Situation sein. "Das ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Wir haben lange Zeit auf den Gewinn des Afrikanischen Nationen-Pokals warten müssen. Es ist insgesamt der dritte Titelgewinn für Nigeria. Wir sind sehr glücklich darüber."

Als Afrikameister werden die Super Eagles im Sommer den Kontinent beim FIFA Konföderationen-Pokal in Brasilien vertreten. Auf dieses Turnier freut sich Moses bereits sehr. "Das bedeutet mir sehr viel, und nicht nur mir, sondern dem ganzen Land. Wir alle freuen uns sehr darauf. Wir sind glücklich, dass wir dort dabei sein werden."

Die Super Eagles spielen bei dem prestigeträchtigen Turnier in Gruppe B und treffen dort auf Weltmeister Spanien sowie Uruguay und Tahiti. "Ich freue mich ganz besonders auf das Spiel gegen Spanien", sagte Moses. "Das wird für mich ebenso wie für die anderen Spieler eine wundervolle Erfahrung. Es ist fantastisch, dass wir die Gelegenheit bekommen, gegen einige der besten Spieler der Welt anzutreten. Wir sind sehr glücklich, doch das Wichtigste war der Gewinn des Nationen-Pokals. Nachdem wir das geschafft haben, freuen wir uns nun ganz einfach auf Brasilien."