Ambrose: "Mein bisher allergrößter Erfolg"
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Am Sonntag feierte Nigeria seinen dritten Titelgewinn beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal. Den Treffer zum 1:0-Sieg gegen Burkina Faso erzielte Sunday Mba fünf Minuten vor der Pause. Verteidiger Efe Ambrose von Celtic Glasgow, der in das Dream Team des Turniers gewählt wurde, sprach in einem Exklusivinterview mit FIFA.com über den Status Nigerias als Außenseiter, der zum Überraschungsteam wurde.

FIFA.com: Im Vorfeld des Turniers sprach alles von der Elfenbeinküste. Hat das dazu beigetragen, Druck von Ihrem Team fernzuhalten?
Efe Ambrose: Ja, auf jeden Fall. Wir kamen als Außenseiter hierher. Niemand gab uns eine ernsthafte Chance, wegen der Spieler in unserem Kader. Es wurde gesagt, wir hätten zu unerfahrene Spieler. Aber wer so etwas sagt, hat keine Ahnung vom Fussball. Beim Fussball geht es heute nicht um Erfahrung, sondern um Entschlossenheit, harte Arbeit und gute Vorbereitung. Wir haben die Zweifler widerlegt, das ist das Wichtigste.

Wie wichtig war Ihr Trainer Stephen Keshi in Bezug auf diesen Erfolg?
Der Trainer hat Vertrauen in die Spieler gesetzt. Das ist das Wichtigste, denn ohne dieses Vertrauen kann man keinen Erfolg haben. Doch er hat an uns geglaubt und daran, dass wir es schaffen können. Von Beginn an hat er uns immer wieder gesagt, dass es nichts gibt, das uns vom Titelgewinn abhalten kann. Er sagte schon bevor wir hierher kamen, sein Ziel sei nicht nur der Gewinn des Afrikanischen Nationen-Pokals, sondern auch die Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal. Der Konföderationen-Pokal ist noch eine Nummer größer als das Turnier hier in Südafrika. Sein Traum hat uns sehr geholfen denn wir wussten, dass wir noch etwas Größeres vor uns hatten. Niemand gab Nigeria eine Chance, denn im vergangenen Jahr hatten wir uns nicht einmal für die Endrunde qualifiziert. Also haben uns alle abgeschrieben. Aber das hat nur unsere Entschlossenheit gesteigert, hart zu arbeiten, noch mehr zu trainieren und die Leute zu widerlegen. Wir wollten dafür sorgen, dass wir wieder eine Großmacht im afrikanischen Fussball sind und wir wollten den Ruhm der Vergangenheit in die Gegenwart übertragen.

Was bedeutet die Teilnahme am Konföderationen-Pokal für die Super Eagles?
Das ist eine ganz große Sache. Wir alle freuen uns sehr auf Brasilien. Dort werden wir nicht nur für Nigeria spielen, sondern versuchen, ganz Afrika stolz zu machen.

Was bedeutet der Titelgewinn Ihnen persönlich?
Das ist mein bisher allergrößter Erfolg. Zuvor war es die Olympische Silbermedaille aus Peking. Aber das ist jetzt der größte Erfolg und damit einer der schönsten Momente meines Lebens. Es war immer schon mein Traum, beim Afrikanischen Nationen-Pokal zu spielen aber ich hätte nie davon geträumt, ihn sogar zu gewinnen. Jetzt danke ich Gott und allen Nigerianern, vom Präsidenten bis hin zum letzten Menschen in Nigeria, für ihren Glauben. Es geht nicht mehr um uns auf dem Rasen. Es geht um das ganze Team und darum, dass wir geeint sind, denn Fussball eint uns. Ich weiß, dass die Leute bei Celtic und zu Hause in Nigeria uns feiern und es kaum erwarten können, dass der Pokal in Nigeria durch die Straßen gefahren wird.

Welche Pläne haben Sie für die nächsten Tage?
Das kann ich erst entscheiden, wenn ich mit meinem Trainer bei Celtic gesprochen habe, denn wir haben in wenigen Tagen das Champions-League-Spiel gegen Juventus Turin vor uns. Ich muss also zunächst mit meinem Trainer sprechen um zu erfahren, ob er mir erlaubt, nach Nigeria zu fahren. Und wenn er nicht zustimmt, werde ich es akzeptieren, denn Celtic ist mein Klub und kommt zuerst. Wenn mein Klub mich braucht, dann muss ich dorthin und helfen und dann werden wir sehen, was wir in der Champions League erreichen können.

Was war der Schlüssel für Nigerias Erfolg?
Wir haben sehr hart gearbeitet und hart trainiert. Es ist nicht leicht, so einen Erfolg zu erreichen. Er ist der harten Arbeit und der Entschlossenheit zu verdanken, die wir Tag für Tag investiert haben. Wir haben viel dafür geopfert, um hinzukommen, wo wir jetzt sind. Gewinnen ist eben immer mit vielen Opfern verbunden.

1996 war Nigeria in Südafrika nicht zur Titelverteidigung angetreten. War das jetzt so eine Art verspätete Rehabilitierung?
Ja, es war so, als kämen wir erst jetzt, um unseren Pokal zu verteidigen, was wir damals wegen der Politik und aus anderen Gründen nicht konnten. Es ist ein schöner Gesichtspunkt, dass der Fussball uns und Südafrika wieder zusammengeführt hat. Man hat gesehen, dass uns die Fans hier vor Ort angefeuert haben. Nach dem Ausscheiden Südafrikas waren die Menschen natürlich nicht glücklich, aber wir haben ihnen mit dem Gewinn des Pokals wieder etwas Freude gemacht.