Neue Stars am afrikanischen Himmel
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Auch wenn bei der 29. Auflage des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals vor allem Stars wie Didier Drogba, Emmanuel Adebayor oder John Obi Mikel im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses standen, gelang es so manchen zuvor unbekannten Spielern, ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit auf sich ziehen. FIFA.com wirft einen Blick auf diese Newcomer, die das Turnier dazu nutzten, ihr Talent zur Schau zu stellen.

Djene Dakonam (Togo)
Die Mannschaft aus Togo gehörte zu den großen Überraschungen des Turniers. Die Sparrow Hawks bestehen überwiegend aus im Ausland tätigen Profis, und der 21-jährige Dakonam gehört zu den wenigen im Kader, die ihrem Beruf in Afrika nachgehen. Der Verteidiger von Coton Sport Garoua spielt bei seinem Klub in Kamerun für gewöhnlich auf der rechten Seite, wurde von Togos Nationalcoach Didier Six jedoch auf dem anderen Flügel eingesetzt. Dort konnte der schnelle und technisch versierte Dakonam auf ganzer Linie überzeugen, obwohl seine Nationalmannschaftskarriere erst spät im letzten Jahr begann.

Fatawu Dauda (Ghana)
Der 27 Jahre Torhüter ist einer von nur vier in Ghana spielenden Akteuren im Kader der Black Stars in Südafrika. Der Schlussmann von Ashanti Gold galt zwar hinter Adam Larsen Kwarasey und Daniel Adjei als dritte Wahl, stieg aber auf dem Weg Ghanas ins Halbfinale des Turniers in der Rangfolge ganz nach oben auf. Beim Viertelfinalerfolg seines Teams gegen Kap Verde wurde Dauda als "Man of the Match" ausgezeichnet und bemerkte gegenüber Journalisten, dass er nun darauf hoffe, das Trikot mit der Nummer eins behalten zu können. "Ich sage nicht, dass ich besser als die anderen Torhüter bin. Doch im Fussball geht es darum, wer ausgewählt wird, und ich möchte das Vertrauen des Trainers behalten", sagte er.

Dean Furman (Südafrika)
Nachdem Furman in der Auftaktpartie der Bafana Bafana gegen Kap Verde nicht berücksichtigt wurde, stellte Trainer Gordon Igesund den 24-Jährigen für das entscheidende zweite Duell gegen Angola auf. Der Mittelfeldspieler dankte es ihm mit einer herausragenden Leistung, übernahm Verantwortung und zog das Spiel an sich. Drei Tage später leistete Furman einen wesentlichen Beitrag dazu, dass sich die Gastgeber durch ein 2:2 gegen Marokko für das Viertelfinale qualifizierten. Es war ein exzellenter Tag für den Spieler des englischen Drittligisten Oldham Athletic, denn gleichzeitig feierte sein Klub im FA Cup gegen den Premier League-Vertreter FC Liverpool einen Sieg. Auch ein vergebener Versuch im Elfmeterschießen gegen Mali konnte die starke Leistung Furmans beim Afrika-Cup nicht trüben.

Sunday Mba (Nigeria)
Auch wenn der Mittelfeldspieler von Trainer Stephen Keshi bisher nur als Ergänzungsspieler eingesetzt wurde, gelangen Mba bei jedem seiner Einsätze wirkungsvolle Auftritte. Der Spieler von den Enugu Rangers in der ersten nigerianischen Liga wurde nur in zwei Partien aufs Feld geschickt, erzielte aber eines der wichtigsten Tore des Turniers: Bei seinem entscheidenden Siegtreffer gegen den haushohen Favoriten Elfenbeinküste zeigte er gegen die erfahrene ivorische Hintermannschaft Selbstbewusstsein und Können. Auch wenn sein Schuss glücklich abgefälscht wurde, gehört der 24-Jährige zu den vielversprechendsten Talenten in Südafrika und bewies damit, dass Keshis Wahl, auf mehrere einheimische Spieler zu setzen, eine richtige Entscheidung war.

Ryan Mendes (Kap Verde)
Mendes war zu Beginn des Turniers zwar kein gänzlich unbekanntes Gesicht mehr, denn er hatte bei OSC Lille bereits erste Erfahrungen in der UEFA Champions League sammeln können. Doch der 23-Jährige konnte seinen Status als aufstrebender Star auch in Südafrika bestätigen und erwies sich als Schlüsselspieler in der Offensive der Insulaner. Er überzeugte durch konstante Leistungen und seine Schnelligkeit und war wesentlich am überraschenden Viertelfinaleinzug der Blue Sharks beteiligt.

Godfrey Oboabona & Kenneth Omeruo (Nigeria)
Als Keshi die zwei unerfahrenen und jungen Verteidiger in den Kader für die Endrunde nominierte, sorgte auch diese Wahl für verblüffte Gesichter unter einigen Beobachtern. Doch der 22-jährige Oboabona, der in der nigerianischen Liga für die Sunshine Stars spielt, und der 19-jährige Omeruo, der beim Premier League-Giganten FC Chelsea unter Vertrag steht und auf Leihbasis für den niederländischen Klub ADO Den Haag aktiv ist, verdienten sich viel Einsatzzeit. Kapitän Joseph Yobo musste währenddessen zumeist von der Bank aus zusehen. Keshi sagte, die Verteidiger hätten ihre Sache gut gemacht. "Es gehört zu meinem Job, Entscheidungen zu treffen. Ich entschied mich für diese jungen Spieler, weil ich dachte, dass sie in der Lage sein würden, auf dem Platz gute Leistungen zu zeigen. Wir haben genug andere erfahrene Spieler, die mit Rat zur Seite stehen."

Thuso Phala (Südafrika)
Der rechte Flügelspieler schaffte unter Igesund den Sprung in die Nationalmannschaft und wurde dabei einigen erfahreneren Spielern vorgezogen. Er rechtfertigte diese Wahl, indem er einen wesentlichen Beitrag zum erstmaligen Viertelfinaleinzug der Bafana Bafana bei einer kontinentalen Endrunde seit 2002 leistete. Der 26-Jährige ist zurzeit bei den Platinum Stars aktiv und stand zuvor bei den südafrikanischen Glamour-Klubs Kaizer Chiefs und Mamelodi Sundowns unter Vertrag.

Molla Wague (Mali)
Die Nominierung des 21-Jährigen, der in Frankreich geboren wurde und französischer Jugendnationalspieler war, in den Kader von Patrice Carteron für die Endrunde des Afrika-Cups war eine große Überraschung. Doch der Verteidiger von SM Caen zeigte in der Abwehr herausragende Leistungen und bildete mit seinem Teamkameraden Adama Coulibaly ein exzellentes Duo. Die Eagles haben auf dem Weg ins Halbfinale lediglich drei Gegentreffer kassiert.

Mubarak Wakaso (Ghana)
Nachdem Ghanas Black Stars mit überzeugenden Leistungen die Gruppenphase überstanden hatten, bekamen sie es im Viertelfinale mit dem Turnierneuling Kap Verde zu tun. Und überraschenderweise hatte in der Anfangsphase der Partie vor allem der Debütant mehr vom Spiel. Dann brachte Trainer Kwesi Appiah den 22-jährigen Wakaso ins Spiel, und der linke Mittelfeldspieler von Espanyol Barcelona bedankte sich mit zwei Toren für das Vertrauen seines Coaches. Mit seinen drei Treffern in drei Einsätzen – zwei vom Elfmeterpunkt – ist er wohl der effektivste Spieler des Turniers.