Badu: "Ich möchte helfen, den Fluch zu beenden"
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Emmanuel Agyemang-Badu ist zwar erst 22 Jahre alt, aber trotzdem schon ein erfahrener Akteur beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013. Der Mittelfeldspieler vom italienischen Erstligisten Udinese Calcio ist schon zum dritten Mal bei der Endrunde der Afrikameisterschaft dabei und hofft darauf, Ghana zum ersten Titelgewinn seit über drei Jahrzehnten verhelfen zu können. Agyemang-Badu, der im Finale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft den entscheidenden Elfmeter für Ghana verwandelte, hat großen Anteil an den bisherigen Erfolgen seines Teams in Südafrika, wo die Black Stars gute Chancen haben, die K.o.-Runden zu erreichen. Beim 2:2-Unentschieden gegen die DR Kongo wurde er zum besten Spieler der Partie gewählt, nachdem er eines der beiden Tore zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung Ghanas erzielt hatte.

Im nächsten Spiel wurde Agyemang-Badu im Strafraum von einem Verteidiger Malis gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Mubarak Wakaso zum einzigen Tor des Spiels. Erneut wurde der 22-Jährige als bester Spieler der Partie ausgezeichnet. Agyemang-Badu hat sich nach seinem Wechsel 2010 im Team des italienischen Serie A-Klubs Udinese Calcio fest etabliert. Gegenüber FIFA.com unterstrich er den festen Willen des ghanaischen Teams, die lange Wartezeit der Fans auf den kontinentalen Titel endlich zu beenden.

Welchen Eindruck haben Sie von der Anfangsphase des Turniers?
Das Turnier hat sehr gut begonnen. Ich genieße jeden Moment. Wir haben bisher zwei Spiele absolviert und ein Unentschieden und einen Sieg auf dem Konto. Gegen die DR Kongo haben wir einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielt und mussten uns mit einem Unentschieden begnügen. Das war enttäuschend. Aber im nächsten Spiel gegen Mali haben wir uns eindrucksvoll zurück gemeldet.

Sind Sie angesichts der Leistungen einiger Teams hier überrascht?
Ja. Äthiopien und Kap Verde beispielsweise haben mich sehr überrascht. Auch Niger. Ich wusste bisher so gut wie gar nichts über diese Mannschaften. Aber sie spielen einen starken, gut organisierten Fussball. Jedes Team beim Turnier hat seine Teilnahme verdient.

Sie haben den Platz im Viertelfinale noch nicht sicher. Am Montag geht es gegen Niger. Was wissen Sie über diese Mannschaft?
Ich habe das Spiel zwischen Niger und der DR Kongo gesehen, das torlos endete. Niger machte den Eindruck einer taktisch sehr disziplinierten Mannschaft. Es ist sehr schwer, deren Verteidigung zu durchbrechen. Das Team verfügt über einige hochklassige Spieler, die den gegnerischen Teams schlaflose Nächte bereiten können. Immer wieder lullen sie den Gegner durch ganz entspanntes Spiel ein und dann starten sie völlig überraschende Konter. Wir müssen also bei unseren Angriffen sehr vorsichtig sein und auch gut verteidigen. Wir respektieren jedes Team, aber wir fürchten keines.

Wird dieses Spiel Ihr bisher schwerstes bei diesem Turnier?
Ja, denn Niger ist ein sehr unangenehmer Gegner. Ihr Auftaktspiel haben sie mit viel Pech gegen Mali verloren. Wir alle haben gesehen, wie sie sich danach gegen die DR Kongo ein Unentschieden gesichert haben. Wir werden auf jeden Fall unser Bestes geben, um das Punktemaximum zu holen.

Sind Sie mit Ihren eigenen Leistungen in den zwei bisherigen Spielen zufrieden? Was hoffen Sie zu erreichen?
Ich denke, dass ich meinen Beitrag geleistet habe, aber es gibt noch Raum für Verbesserungen. Ich bin jetzt schon zum dritten Mal beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal dabei. Für einen jungen Spieler wie mich bedeutet das sehr viel. Ich kann nur auf weitere Auftritte auf dem höchsten Niveau im afrikanischen Fussball hoffen. Ich habe schon einiges an Erfahrung gesammelt und hoffe, von Verletzungen verschont zu bleiben. Im vergangenen Jahr gab es immer wieder Rückschläge für mich. Ich hatte mehrere Verletzungen, die meine Leistungen beeinträchtigt haben. Dadurch habe ich auch einige wichtige Spiele versäumt. Ich bete, dass 2013 für mich ein besseres Jahr wird. Ich liebe Herausforderungen. Diese Eigenschaft treibt mich immer wieder an.

Ghana hat das Turnier 1992 zum letzten Mal gewonnen. Seitdem gehörte das Team oft zu den Favoriten, doch es hat nie zu einer Wiederholung des Triumphs gereicht. Steht das Team unter besonderem Druck, es nun endlich zu schaffen?
Nein, auf uns lastet kein Druck von außen. Wir selbst wollen etwas erreichen, für uns selbst und für unser Land. Ich habe viel Vertrauen in diese Mannschaft. Jeder Spieler hat es verdient, zum Kader zu gehören. Natürlich gibt es noch einige weitere Teams im Wettbewerb, beispielsweise Titelverteidiger Sambia oder die Elfenbeinküste, das am besten platzierte Team im Turnier. Und dann sind da natürlich auch noch Südafrika als Gastgeber und Nigeria. Aber dieses Turnier steckt voller Überraschungen. Das macht es sehr schwer, den Ausgang eines Spieles vorherzusagen.

Was möchten Sie persönlich bei diesem Turnier erreichen?
Ich möchte dem Team helfen, den seit 31 Jahren bestehenden Fluch zu beenden und endlich wieder den Afrikanischen Nationen-Pokal zu gewinnen. Ich hoffe außerdem, meine persönliche Bestform zu finden und wegen meiner Leistungen anerkannt zu werden. Doch das wichtigste Ziel der Black Stars ist der Titelgewinn nach dieser langen Wartezeit.