Etaeta: "Für uns ist es ganz unglaublich"
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Es gibt ein Datum, das in die tahitianische Sportgeschichte eingegangen ist und das Eddy Etaeta, dem Nationaltrainer des Landes, nicht mehr aus dem Kopf geht. So dauert es auch im Gespräch mit FIFA.com nicht lange, bis er auf den 10. Juni 2012 zu sprechen kommt, den Tag, an dem sein Team Neukaledonien im Finale des ozeanischen Nationen-Pokals mit 1:0 besiegte und sich damit die Qualifikation für den FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 sicherte.

Etaeta berichtet, seine Spieler hätten bekannte brasilianische Volkslieder gesungen, um den Startplatz bei diesem prestigeträchtigen Turnier zu feiern. Wenige Monate vor Turnierstart wächst die Vorfreude bei denjenigen, die die Atmosphäre des Fussballlandes hautnah miterleben und vor allem einen so hochklassigen Wettbewerb bestreiten und für ihre Entwicklung profitieren werden.

Lesen Sie im nachfolgenden Interview, welche Pläne der Trainer für die tahitianische Auswahl hat – in einem Jahr, das unvergesslich werden dürfte und in dem sein Team gegen die Spitzenmannschaften aus Spanien und Uruguay antreten wird.

Können Sie uns sagen, was Ihnen als erstes in den Sinn kam, nachdem Sie den ozeanischen Nationen-Pokal gewonnen hatten?
Tatsache ist, dass sich am 10. Juni 2012, an dem das Finale des ozeanischen Nationen-Pokals stattfand, unser größter Traum erfüllt hat: beim nächsten Konföderationen-Pokal in Brasilien dabei zu sein. Als wir den Schlusspfiff hörten und tatsächlich gewonnen hatten, war das wie ein Traum. Wir stimmten einige bekannte brasilianische Lieder an und sind vor Freude in die Luft gegangen. Es war einfach toll, sich für den Konföderationen-Pokal zu qualifizieren, ein historisches Ereignis.

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie die Atmosphäre beim Konföderationen-Pokal in Brasilien sein wird? Wie es sein wird, an diesem Wettbewerb teilzunehmen?
Für uns ist es ganz unglaublich, dass wir hier dabei sein und die Atmosphäre rund um den Fussball und die Spiele miterleben werden. Die Stimmung in den Stadien und rundherum wird für uns und die Spieler Tahitis, für die ein solches Szenario normalerweise in weiter Ferne liegt, etwas ganz Besonderes und ein denkwürdiges Ereignis sein. Glauben Sie mir: In Brasilien dabei zu sein, ist für unsere Spieler ein absoluter Traum. Wir sind uns bewusst, dass da etwas ganz Tolles auf uns zukommt.

Welchen Unterschied kann es für die Zukunft des tahitianischen Fussballs machen, einen FIFA Konföderationen-Pokal zu bestreiten?
Einen ziemlich großen. Wir haben bereits in unserem Verband über das Thema gesprochen: Nach dem Konföderationen-Pokal wird die Sache interessant werden. Dadurch können wir uns ein Bild davon machen, wo unsere Spieler stehen und wie man am besten spielt. Derzeit sind wir Amateure. Wir haben nur einen einzigen Profi im Kader, der in Griechenland unter Vertrag steht. Ich hoffe, dass in Zukunft weitere Spieler Profis werden können. Ich denke, das ist obligatorisch, wenn wir hochklassige Wettbewerbe bestreiten, uns für die Weltmeisterschaft qualifizieren und beim Konföderationen-Pokal mithalten wollen. Schauen Sie sich an, wie es bei den Neuseeländern in der Vergangenheit abgelaufen ist. Nachdem sie bei diesen Turnieren dabei gewesen waren, hatten sie plötzlich Spieler im Ausland. Das ist die Perspektive, die wir auch für uns nach dem Konföderationen-Pokal sehen.

Gibt es einen psychologischen Aspekt, an dem Sie mit Ihren Spielern arbeiten müssen, damit sie ganz normal auftreten, wenn sie mit so berühmten Spielern wie Andrés Iniesta und Luis Suarez auf dem Platz stehen?
Also, dass wir nach unserem Sieg beim Nationen-Pokal nun beim Konföderationen-Pokal spielen können, ist einfach unfassbar. Aber ob sie gehemmt reagieren, wenn sie vor 80.000 Zuschauern spielen, viel Medienrummel um sich herum haben und gegen Leute wie Xavi, Iniesta oder Neymar antreten sollen? Ich hoffe, dass meine Spieler nicht allzu angespannt sein werden. Meine Mitarbeiter werden mir helfen, sie auf diese Situation vorzubereiten, damit wir von der Atmosphäre bei den Spielen des nächsten Konföderationen-Pokals nicht vollkommen erdrückt werden.

Haben Sie sich schon ein Spielkonzept gegen Mannschaften wie Spanien oder Uruguay überlegt?
Wenn es an der Zeit ist, gegen diese hervorragenden Nationalmannschaften anzutreten – und das gehört zu den besten Momenten – werden wir uns fragen, ob wir nun angreifen oder uns die ganze Zeit aufs Verteidigen verlegen sollten. Um ehrlich zu sein, bin ich etwas unsicher, wie ich diese Partien taktisch angehen soll. Aber wir verteidigen gut, das steht fest. Ich habe meinen Spielern gesagt, wenn wir es es schaffen, eine gewisse Zeit kein Gegentor zu kassieren, dann wäre das optimal. Aber wenn es uns gelänge, ein Tor zu schießen, wäre das natürlich auch hervorragend. Wir müssen realistisch bleiben, denn dort werden wir auf große Mannschaften treffen. Wir müssen in den nächsten sechs Monaten in taktischer Hinsicht hart arbeiten, um uns darauf vorzubereiten.

Auf jeden Fall verspricht 2013 für Tahiti ein historisches Jahr zu werden, nicht wahr?
Ja, 2013 wird für ein kleines, 250.000 Einwohner zählendes Land wie unseres optimal werden. Wir werden im Juni beim Konföderationen-Pokal antreten und im September die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft ausrichten. Das sind zwei große Turniere, bei denen wir meiner Meinung nach zeigen können, dass wir in der Lage sind, Veranstaltungen dieser Größenordnung auszurichten. Das ist sowohl mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung als auch in sozialer Hinsicht und für den Tourismus wichtig. Auf diese Weise können die Menschen auf der ganzen Welt unser Land besser kennenlernen.