Said: "Große Teams sind kein Problem für uns"
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Titelverteidiger Sambia und Nigeria sind die zwei topgesetzten Teams in Gruppe C beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013, doch in ihren Auftaktspielen am Mittwoch kamen beide nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus und mussten feststellen, dass wohl nicht alles nach Plan laufen wird. FIFA.com nimmt die Mannschaft von Äthiopien unter die Lupe, die gegen Titelverteidiger Sambia nur knapp eine Sensation verpasste.

Von allen Teilnehmern am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal ist Äthiopien auf Position 110 in der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste das am schwächsten platzierte Team. Das letzte Tor Äthiopiens bei der Afrikameisterschaft lag bereits 37 Jahre zurück. Und nachdem Stürmer Saladin Said schon früh eine gute Gelegenheit nicht nutzen konnte und kurz darauf auch noch mit einem Elfmeter an Sambias Torhüter Kennedy Mweene scheiterte, sah es so aus, als wäre das Glück auch dieses Mal nicht auf Seiten des Titelträgers von 1962. Dann wurde auch noch Äthiopiens Torhüter Jemal Tassew nach einem überharten Einsatz gegen Chisamba Lungu des Feldes verwiesen.

Unmittelbar vor der Pause nutzte Sambia seine zahlenmäßige Überlegenheit durch einen Treffer von Collins Mbesuma. Doch der Titelträger von 2012 ließ im zweiten Durchgang eine Reihe guter Chancen aus und musste später teuer dafür bezahlen, als der 24-jährige Said, einer von nur drei Spielern im Kader, die nicht in Äthiopien spielen, in der 66. Minute Adane Girma bediente, der den Ausgleich markierte. Der Stürmer vom ägyptischen Klub Wadi Degla, der zum besten Spieler der Partie gewählt wurde, meinte nach der Partie, es sei nicht leicht gewesen. "Erst habe ich einen Elfmeter verschossen, dann haben wir einen Mann durch die Rote Karte verloren. Aber unser Team hat heute gut gespielt und wir alle haben gezeigt, dass wir einen großen Kampf liefern können. Somit sind wir mit diesem einen Punkt sehr zufrieden."

Die letzte Teilnahme Äthiopiens am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal datiert von 1982. Damals traf man in der Gruppenphase ebenfalls auf Nigeria und Sambia. Nach zwei Niederlagen (0:3 gegen Nigeria und 0:1 gegen Sambia) holten die Äthiopier im letzten Gruppenspiel gegen Algerien zumindest einen Punkt (0:0). Nach dem guten Auftaktresultat wollen Said und seine Teamkameraden diesmal im Turnier weiter kommen. "Wir fürchten unsere nächsten Gegner Burkina Faso und Nigeria keineswegs. Große Teams sind kein Problem für uns. Wir gehen in jedes Spiel mit großem Siegeswillen. Wenn wir das nächste Spiel gewinnen, werden wir die nächste Runde erreichen."

Fehler ausmerzen
Sein Teamkamerad Fuad Ibrahim (21), der für den FC Minnesota Stars in den USA spielt, ist optimistisch und überzeugt, dass Äthiopien Fehler ausmerzen und sich im weiteren Verlauf des Turniers sogar noch steigern kann. "Für uns war das ein wirklich gutes Spiel. Alle im Team haben sich gegenseitig geholfen. Glücklicherweise ist uns auch das Ausgleichstor gelungen. Jetzt konzentrieren wir uns auf Burkina Faso und wenn wir unsere bisherigen Fehler vermeiden, können wir die Partie sicher gewinnen", so der ehemalige U.S.-Junioren-Nationalspieler, der bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2007 alle vier Partien für die USA bestritt.

Auch der äthiopische Nationaltrainer Sewnet Bishaw, unter dem das Team den großen Aufschwung schaffte und in der WM-Qualifikation für Brasilien 2014 auf dem ersten Platz der Gruppe liegt, war zufrieden mit der Leistung seines Teams und lobte den Kampfgeist der Spieler in Unterzahl. "Ich bin zufrieden, weil wir trotz des verschossenen Elfmeters am Ende noch ein Unentschieden geholt haben. Wir sind zum ersten Mal seit 31 Jahren wieder hier dabei und so gesehen war es eine fantastische Erfahrung. Die Spieler haben ihre Willensstärke demonstriert und der ganzen Welt gezeigt, dass sie Fussball spielen können."

Sambias französischer Trainer Herve Renard, der seine Mannschaft beim Turnier in Gabun und Äquatorial-Guinea im vergangenen Jahr zum sensationellen Titelgewinn geführt hatte und zehn Spieler aus diesem Team aufs Feld schickte, war angesichts der starken Leistung Äthiopiens nicht überrascht. "Ich habe vor diesem Spiel schon oft gesagt, dass wir auf der Hut sein müssen und ich möchte Äthiopien zu der sehr starken Leistung gratulieren."

Auch Nigerias Trainer Stephen Keshi lobte die Leistung der Äthiopier und meinte, alle vier Teams der Gruppe seien in der Lage, den Einzug ins Viertelfinale zu schaffen. "Es sind keine schwachen Teams in der Gruppe. Die Äthiopier haben gezeigt, dass sie die Teilnahme am Turnier verdient haben. Die Gruppe ist sehr stark."

Da auch Burkina Faso mit einem 1:1-Remis gegen den zweimaligen Afrikameister Nigeria überraschte, ist die Gruppe noch völlig offen. Alle vier Teams dürfen somit weiter davon träumen, sich als Gewinner des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals den letzten noch zu vergebenden Startplatz beim FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 zu sichern.