Jomaa: "Den Weg bis zum Ende gehen"
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Für den Tunesier Issam Jomaa beginnt am Samstag bereits die fünfte Teilnahme am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal. Der 28-jährige Stürmer ist fest entschlossen, alles zu geben – schließlich geht es nicht nur um die kontinentale Meisterschaft, sondern auch um die Qualifikation für den FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013.

Der in Gabes geborene Spieler hat in seiner Karriere schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Er begann seine Karriere beim tunesischen Spitzenklub Esperance. Von hier aus wechselte er nach Frankreich, wo er in sieben Jahren für vier verschiedene Klubs spielte. Dann ging er an den Persischen Golf und schloss sich dem SC Al Kuwait an, mit dem er im vergangenen Jahr beim AFC Cup den Titel holte. Nach diesem Erfolg hofft der kampferprobte Angreifer nun, seine Nationalmannschaft im Kampf um die kontinentale Krone als Kapitän zu führen.

Starker Karrierebeginn
Nach nur zwei Jahren bei Esperance holte der damalige tunesische Nationaltrainer Roger Lemerre den jungen Issam Jomaa in den Kader für den FIFA Konföderationen-Pokal 2005. Im dritten und letzten Spiel der Tunesier gegen Australien wurde Jomaa eingewechselt und kam so zu seinem ersten internationalen Einsatz.

Gegenüber FIFA.com erinnert er sich an diesen Tag: "Ich war kurz nach Tunesiens erstmaligem Gewinn des Afrikanischen Nationen-Pokals zur Nationalmannschaft gestoßen. Trainer Lemerre hatte großes Vertrauen in mich und so bekam ich schon kurz nach meinem Wechsel zu Lens die Chance auf einen Einsatz. Ich habe von diesem FIFA Konföderationen-Pokal sehr profitiert."

Dann erzählt er von seiner Zeit bei den französischen Klubs RC Lens, SM Caen, AJ Auxerre und Stade Brest. Auch dabei ist dem 1,85 Meter großen Stürmer die Begeisterung anzumerken: "Ich habe sehr schöne Erinnerungen an meine Zeit in Frankreich, insbesondere in Lens, wo ich bei einem großen Klub eine großartige Zeit verbrachte."

"Dieser Klub hat mir enorm viel gegeben und ich habe dort viel gelernt", so der Mittelstürmer weiter. Ich habe viele Leute getroffen, die mir sehr geholfen haben, allen voran Klubpräsident Gervais Martel. Aus meiner Zeit bei Lens stammen die schönsten Erinnerungen an Frankreich."

Kein Weg ohne Enttäuschungen
Doch in Frankreich erlebte Jomaa auch eine der größten Enttäuschungen seiner Karriere. Er verletzte sich in einem Spiel für seinen Verein und konnte daher nicht an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Deutschland 2006™ teilnehmen. Und auch 2010 in Südafrika ging der Traum von einer WM-Teilnahme nicht in Erfüllung, da Tunesien das letzte Spiel der Qualifikation durch ein Gegentor des Mosambikaners Dario Monteiro verlor und scheiterte.

"2006 habe ich mich nur eine Woche vor dem ersten Spiel der WM verletzt", erzählt Jomaa. "Das hat mich damals schwer getroffen. Später habe ich dann so hart wie möglich gearbeitet, um mir eine zweite Chance zu verdienen."

Doch durch die Niederlage gegen Mosambik war Jomaa auch 2010 zum Zuschauen verurteilt. "Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll", so Jomaa. "Bis zu diesem Tag hatten wir in der letzten Runde noch kein Spiel verloren und bis zur 83. Minute lagen wir auf Kurs. Doch wir haben uns zu weit zurückgezogen und uns damit selbst unter Druck gesetzt... und dann haben wir das Tor kassiert, das uns aus dem Rennen warf!"

Doch statt sich an diese Rückschläge zu erinnern, blickt Jomaa lieber optimistisch in die Zukunft. Tunesien hat in der Qualifikation für Brasilien 2014 einen starken Start hingelegt und die ersten zwei Spiele in Gruppe B gewonnen. Jomaa trug in beiden Partien einen Treffer zum Erfolg bei. Der Stürmer, der auch in den Qualifikationsturnieren für Deutschland 2006 und Südafrika 2010 getroffen hatte, ist zuversichtlich, aber auch vorsichtig.

"Das ist keine leichte Gruppe", so seine Einschätzung. "Bisher haben wir erst zwei Spiele absolviert und stehen ganz oben. Nun müssen wir weiter auf diesem Niveau spielen und uns für die letzte Runde qualifizieren."

Der Traum vom kontinentalen Titel
Tunesiens jetziger Nationaltrainer Sami Trabelsi hat für die Jagd auf den kontinentalen Meistertitel eine sehr erfahrene Mannschaft zusammengestellt. Jomaa selbst hat bereits an den vier vorangegangenen Turnierauflagen teilgenommen und hofft, dass er in diesem Jahr erstmals den Titelgewinn bejubeln kann. Für Tunesien wäre es die zweite Afrikameisterschaft.

"Ich habe erstmals 2006 am Afrikanischen Nationen-Pokal teilgenommen", erinnert er sich, "und ich habe einige unvergessliche Erinnerungen an dieses Turnier, obgleich ich damals nur zu den Reservespielern gehörte. Dieser Wettbewerb hat eine ganz eigene Atmosphäre. Ich hoffe, dass ich in Südafrika gute Leistungen zeigen kann."

Doch leicht wird es für die Nordafrikaner ganz sicher nicht. In Gruppe D sehen sie sich starker Konkurrenz in Gestalt der Elfenbeinküste und Togos gegenüber. Und gleich im ersten Spiel am Dienstag treffen sie auf den Nachbarn und Rivalen Algerien. Für Jomaa und seine Teamkameraden steht fest, dass sie dieses nordafrikanische Derby gewinnen müssen: "Wenn wir einen guten Start erwischen wollen, müssen wir das erste Spiel gewinnen."

"Ein Sieg gegen Algerien würde uns viel Selbstvertrauen schenken", meint er weiter. "Alle Spiele in dieser Gruppe werden ähnlich schwer. Die Erfolgsaussichten sind für alle Mannschaften ziemlich gleich. Ich hoffe, dass wir mental und physisch optimal vorbereitet sind und unseren Weg bis zum Ende gehen können."

Die mentale und die körperliche Vorbereitung sind enorm wichtig, doch Issam Jomaa hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel, nämlich seine wertvolle Erfahrung aus vier Turnierteilnahmen. Und wenn er in der kommenden Woche auf den Platz tritt, will er alles geben, um am 10. Februar seinen ersten kontinentalen Titelgewinn feiern zu können.