Neue Stars wollen beim Afrika-Cup glänzen
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Der CAF Afrikanische Nationen-Pokal 2013 findet nur ein Jahr nach dem letzten kontinentalen Endrundenturnier statt, da der Austragungsrhythmus für die zukünftigen Auflagen geändert wurde. Aus diesem Grund werden wohl viele bekannte Gesichter am Wettbewerb in Südafrika teilnehmen. Dennoch wird es, wie jedes Mal, neue aufgehende Sterne geben, nach denen es sich Ausschau zu halten lohnt. Und auch bei der diesjährigen Auflage könnten sich einige junge Spieler als potenzielle neue Helden für die fanatischen afrikanischen Fans entpuppen.

FIFA.com stellt einige neue Jungstars vor, auf die bei der Afrikameisterschaft zu achten sein wird.

Christian Atsu (Ghana)
Ghana hat in jüngster Zeit mehr als nur die übliche Quote an jugendlichen Zukunftshoffnungen hervorgebracht, und der 20-Jährige vom FC Porto ist das neueste Produkt der berühmten Nachwuchsschmiede des Landes. Der Flügelspieler sorgte in Portugal bereits für großes Aufsehen, sogar Vergleiche mit Lionel Messi wurden laut, was vielleicht etwas voreilig, aber dennoch nicht weniger schmeichelhaft ist. Sein Einsatzgebiet ist die linke Angriffsseite. Er könnte als Ergänzungsspieler für André Ayew auf sich aufmerksam machen und sich durchaus einen Platz in der Startformation der Black Stars erkämpfen. Atsu stammt ursprünglich aus Kasoa in Süd-Ghana und wurde schon früh vom FC Porto entdeckt. Der portugiesische Klub baute ihn in seinen Jugendmannschaften und durch ein Leihgeschäft mit Rio Ave in der letzten Saison auf.

Faouzi Ghoulam (Algerien)

Der 21-jährige Verteidiger spielte bei AS Saint-Etienne eine herausragende Saison und ist der jüngste in Frankreich geborene Spieler, der sich von der algerischen Nationalmannschaft locken ließ, nachdem er im Jugendbereich für die Bleus auflief. Er wurde in den algerischen Kader für das Turnier berufen, obwohl er noch kein Länderspiel bestritt. Ghoulam wird also einerseits mit wenig internationaler Erfahrung in das Turnier gehen, dafür hat er sich bereits gegen einige der besten Stürmer Frankreichs bewährt. Er wird mit Sicherheit die Blicke zahlreicher Beobachter auf sich ziehen, nachdem die Wechselgerüchte um den Linksverteidiger in letzter Zeit immer lauter wurden. Beide Eltern stammen aus Algerien, und das Sportler-Gen ist in der Familie stark ausgeprägt: Sein älterer Bruder Nabil startete für Frankreich bei der Crosslauf-Weltmeisterschaft.

Abdelhamid El Kaoutari (Marokko)
Es dürfte schwer werden für den 22-jährigen Verteidiger, in 2013 das erfolgreiche letzte Jahr noch zu toppen. Mit seinem Heimatklub Montpellier HSC gewann er die französische Meisterschaft und mit der U-23-Auswahl Marokkos nahm er an den Olympischen Spielen in London teil. El Kaoutari ist ein Eigengewächs des französischen Provinzklubs, der in der letzten Saison erstmalig den nationalen Titel in der Ligue 1 feierte. Er wurde in der viel gelobten Nachwuchsschmiede des Vereins ausgebildet und hatte sich bereits im Teenager-Alter einen Platz in der Stammformation erarbeitet. Bei der UEFA U-19-Europameisterschaft startete er noch für Frankreich, doch dann entschied er sich für das Geburtsland seiner Eltern und kam vor 18 Monaten zu seinem Länderspieldebüt.

Ryan Mendes (Kap Verde)
Nach mehreren Spielzeiten, in denen Mendes mit seiner Schnelligkeit und seinen Offensivqualitäten in der Ligue 2 beeindruckte, wechselte der Stürmer im Juli zu Lille OSC und erhielt die Chance, in der höchsten französischen Spielklasse zu brillieren. Es war eine aufregende Zeit für den Flügelspieler von der kleinen Insel Fogo, dessen Karriere im europäischen Klubfussball begann, nachdem er bei einem Jugendturnier entdeckt wurde. Er war gerade 18 Jahre alt, als er an diesem Wettbewerb in Le Havre teilnahm, und weckte auf Anhieb das Interesse zahlreicher Scouts und Spieleragenten. Er führte Gespräche mit einem Vertreter des portugiesischen Klubs Benfica, der in Kap Verde große Bekanntheit genießt, entschied sich aber letztlich für eine Unterschrift bei Le Havre AC. In drei Saisons in Le Havre erarbeitete er sich einen so guten Ruf, dass schließlich Rudi Garcia, der Trainer von OSC Lille, die Gelegenheit ergriff und ihn zu sich holte. In der Qualifikation für die Afrikameisterschaft war Mendes der erfolgreichste Torjäger der Blauen Haie.

Abdelkader Oueslati (Tunesien)
Der 21-jährige Flügelspieler feierte im entscheidenden Qualifikationsspiel für den Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 sein Länderspieldebüt und hinterließ einen so starken Eindruck, dass er in den Kader für das Turnier in Südafrika berufen wurde. Der in Frankreich geborene Oueslati spielte in der Nachwuchsabteilung von Atlético Madrid und anschließend im Reserve-Team des Klubs, bevor er in dieser Saison in die erste Mannschaft aufstieg und im August gegen UD Levante sein Liga-Debüt feierte. Leider setzte ihn im Anschluss eine Verletzung für zwei Monate außer Gefecht. In Spanien ist er einfach als 'Kader' bekannt und wird dort als große Zukunftshoffnung gehandelt.

Thulani Serero (Südafrika)
Der kleine 22-jährige Mittelfeldspieler kehrte erst kürzlich nach einer Leistenverletzung, die ihn in dieser Saison außer Gefecht setzte, aufs Feld zurück. Nachdem er zum besten Spieler der südafrikanischen Premier Soccer League gewählt wurde, wechselte er Mitte 2011 zu Ajax Amsterdam. In seiner ersten Spielzeit in der niederländischen Liga kämpfte er indes noch mit Anpassungs-, Form- und Verletzungsproblemen, so dass er auf wenig Spielzeit kam. In die neue Saison startete er mit brillanten Leistungen, bevor ihn erneut Verletzungen zurückwarfen. Trainer Gordon Igesund geht angesichts der Fitness Sereros ein gewisses Risiko ein, ist andererseits aber der Ansicht, dass der Spielmacher eine brauchbare und wertvolle Option ist, selbst wenn er nur "60 Prozent seines Potenzials" abrufen kann. Serero hat acht Länderspiele bestritten, jedoch nur eines in einem offiziellen Wettbewerb.