Khumalo: "Müssen neue Erinnerungen schaffen"
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Sofern nichts Unvorhergesehenes geschieht, wird Bongani Khumalo am 19. Januar als dritter Spieler, der bei einem großen Turnier im eigenen Land die Kapitänsbinde trägt, in die südafrikanische Fussballgeschichte eingehen. Damit tritt er in die Fußstapfen von Neil Tovey (CAF Afrikanischer Nationen-Pokal 1996) und Aaron Mokoena (FIFA Konföderationen-Pokal 2009 und FIFA Fussball-WM 2010).

Der Verteidiger gehörte bereits beim FIFA Konföderationen-Pokal 2009 und bei der WM-Endrunde 2010 zum südafrikanischen Kader und verfügt daher über Erfahrung auf höchstem Niveau. Doch die Kapitänsbinde hat der 25-Jährige, der vom englischen Premier-League-Klub Tottenham Hotspur an den griechischen Verein PAOK Thessaloniki ausgeliehen ist, bislang noch nicht bei einer Endrunde getragen.

"Ein völlig unverhoffter Traum"
Da dem Gewinner des Turniers zusätzlich die Teilnahme am FIFA Konföderationen-Pokal Brasilien 2013 winkt, ist der Kapitän fest entschlossen, seine Leistung zu bringen, wie er gegenüber FIFA.com sagte: "Es fällt mir schwer, passende Worte zu finden um zu beschreiben, was für ein Gefühl es ist, bei der Endrunde Mannschaftskapitän zu sein. Es ist, als würde ein völlig unverhoffter Traum wahr. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so etwas geschieht. Ich bin sehr dankbar darüber und freue mich über das Vertrauen, das der Trainer und all die anderen in mich setzen. Ich fühle mich sehr geehrt und hoffe, dass ich meine Teamkameraden zum Erfolg führen kann."

Im Vorfeld des Eröffnungsspiels werden Khumalo und die anderen Spieler im Kader immer wieder auf das siegreiche Team von 1996 angesprochen. Das allerdings ärgert die heutigen Akteure. "Ich gehöre zu einer neuen Spielergeneration, wobei auch zahlreiche Spieler mit WM-Erfahrung dabei sind. 1996 hat die südafrikanische Mannschaft das Turnier gewonnen. Das war ein großartiger Moment für den südafrikanischen Fussball, an den immer wieder erinnert wird. Doch als Gastgeber 2013 müssen wir nun neue Erinnerungen schaffen. Das ist sehr wichtig. Der Erfolg ist ein großartiger Teil unserer Geschichte, doch nun müssen wir als Spieler selbst für denkwürdige Erinnerungen sorgen. Wir haben einen Kader, an den wir fest glauben", so Khumalo.

Den Erfolg im Visier
Gastgeber Südafrika spielt in der Gruppe A gegen Kap Verde, Angola und Marokko. Der Kapitän konzentriert sich derzeit - wie das ganze Land - voll und ganz auf das Eröffnungsspiel. "Es sind zwar mehrere sehr starke Mannschaften im Wettbewerb, doch für uns ist zunächst einmal nur die Konzentration auf das erste Spiel wichtig. Dann werden wir sehen, wie es weitergeht. Ein guter Turnierauftakt gegen Kap Verde ist sehr wichtig. Diese Partie könnte sich durchaus als unsere wichtigste herausstellen."

Khumalo begann seine Karriere als Spieler bei Arcadia Shepherds aus Pretoria, dem gleichen Klub, für den auch Mark Fish spielte, der 1996 mit Südafrika den Titel gewann. Für den aktuellen Kapitän steht fest, dass die Mannschaft viel Potenzial hat. "Wir haben eine starke Gruppe zusammen, wir wollen viel erreichen und dafür gute Leistungen bringen. Beim Fussball geht es um Erfolg. Wir spielen zu Hause, also müssen wir uns noch stärker anstrengen um noch mehr Erfolg zu haben."

"Jeder Einsatz ist eine Ehre"
Für Khumalo ist der Zusammenhalt zwischen den Spielern ein sehr wichtiger Faktor im aktuellen Team: "Wir haben einen großartigen Mannschaftsgeist im Team. Die Spieler zeigen große charakterliche Stärke. Wir haben einen enormen Siegeswillen, der hoffentlich beim Turnier zum Tragen kommt."

Khumalo übernahm die Kapitänsbinde von Steven Pienaar (FC Everton), der das Angebot ablehnte, bei der Endrunde zu spielen. Eine solche Entscheidung kann sich Khumalo allerdings bei sich selbst nicht vorstellen. "Ich möchte nichts über Spieler sagen, die nicht mehr für ihre Nationalmannschaft spielen möchten. Dies ist die Entscheidung eines jeden Einzelnen. Für mich ist es trotzdem eine Ehre. Schon als Kind habe ich die Spiele der Nationalmannschaft gesehen und seit ich selbst für das Team spiele, ist jeder einzelne Einsatz eine Ehre, egal, wie viele Spiele ich schon bestritten habe. All die vielen Zuschauer erwarten große Leistungen. Ich werde meinem Land immer zur Verfügung stehen."

Neuer Trainer, frischer Wind
Khumalo, der in Swasiland geboren wurde, wo seine Mutter damals studierte, ging von Arcadia zur Universität von Pretoria und wechselte dann zu SuperSport United. Nach der WM-Endrunde 2010 bekam er eine Einladung zu einem Probetraining bei Tottenham, wo er dann auch unter Vertrag genommen wurde. Nachdem er es allerdings in England nicht schaffte, sich durchzusetzen, wurde er nach Griechenland ausgeliehen und steht nun regelmäßig bei PAOK Thessaloniki in der Startaufstellung.

Er ist sicher, dass sich die Veränderungen unter dem neuen Bafana Bafana-Trainer Gordon Igesund positiv auf die Mannschaft auswirken. Wie seine Teamkameraden ist auch er von Igesunds Dynamik beeindruckt. "Der Trainer kam erst kurz vor einem großen Turnier und er bringt neue Ideen und eine neue Arbeitsweise ein. Er sorgt für frischen Wind und hat neue Spieler ins Team geholt und auch sonst für zahlreiche Veränderungen gesorgt. Ich bin zuversichtlich, dass seine Ideen funktionieren."