Feghouli zeigt sich voller Zuversicht
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Sofiane Feghouli spielte bereits als 17-Jähriger in der französischen Ligue 2, wo er bei Grenoble Foot 38 seine Profikarriere begann. In seiner zweiten Saison gelang Feghouli mit dem Team der Aufstieg und er konnte sich einen Stammplatz erobern. Sein weiteres Fortkommen wurde durch zwei ernste Verletzungen zunächst gehemmt, doch trotzdem zeigte er so ansprechende Leistungen, dass sich der spanische Topklub FC Valencia entschloss, ihn unter Vertrag zu nehmen. Nach seinem Wechsel im Jahr 2010 benötigte er etwas Zeit, doch es dauerte nicht mehr lange, bis er auch dort zum Stammspieler wurde.

In den vergangenen zwei Spielzeiten hat der mittlerweile 22-Jährige zahlreiche Talentspäher aus ganz Europa auf sich aufmerksam gemacht. Insbesondere in der aktuellen UEFA Champions League konnte er überzeugen. Er kam in allen sechs Gruppenspielen seines Klubs zum Einsatz und erzielte drei Tore. Dank seiner starken Leistungen auf der spanischen und der europäischen Bühne kursieren mittlerweile zahlreiche Transfergerüchte, in denen er mit europäischen Topklubs in Verbindung gebracht wird.

Und auch der algerische Verband trat an ihn heran, um ihn zu überzeugen, für die Nationalmannschaft des Landes zu spielen. Zwar hatte Feghouli auf Junioren-Ebene bereits für Frankreich gespielt, doch er entschloss sich, dem Ruf des Landes seiner Vorfahren zu folgen, und bestritt im Februar 2012 sein erstes Spiel für Algerien - ein 2:1-Sieg gegen Gambia.

"Vor meinem Debüt in der Nationalmannschaft herrschte eine ziemlich große Anspannung. Trainer Vahid Halilhodzic hatte mich mit seiner Ansprache ziemlich unter Druck gesetzt. Ich wusste, dass ich auf keinen Fall enttäuschen durfte. Im Moment läuft alles rund. Ich habe in meinem ersten Länderspiel sogar ein Tor erzielt. Mehr kann man wohl nicht verlangen", erzählte er kürzlich.

Feghouli zeigt sich besonders beeindruckt von der enormen Unterstützung durch die Fans, die die algerische Nationalmannschaft bei ihren Spielen genießt. "Die Atmosphäre in Algerien ist einfach unglaublich. Wenn die Ergebnisse stimmen, könnte man fast meinen, man wäre bei einem WM-Endspiel. Die Fans stärken dem Team immer den Rücken. Es ist einfach fantastisch. Schon mittags, viele Stunden vor dem Anstoß, ist das Stadion voll. Vor so vielen Zuschauern zu spielen ist großartig, ganz besonders für einen jungen Spieler wie mich, der gerade erst seine ersten Schritte in der Nationalmannschaft macht. Es herrscht eine elektrisierende Stimmung. Wenn der Schiedsrichter dann die Partie anpfeift, fühlt man sich vom Publikum regelrecht nach vorn gepeitscht. Das gibt unglaublich viel Kraft", so Feghouli.

Unglaublich viel Kraft werden Feghouli und seine Teamkameraden wohl auch benötigen, um im Januar beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2013 in Südafrika die Gruppenphase zu überstehen. Denn in der Gruppe D müssen die Wüstenfüchse gegen Titelfavorit Elfenbeinküste, Togo und den nordafrikanischen Erzrivalen Tunesien antreten. Auch der junge Flügelspieler weiß, dass sich Algerien mächtig strecken muss, um das Viertelfinale zu erreichen.

"Das ist eine schwere Gruppe mit sehr erfahrenen Teams. Wir kennen die Mannschaft der Elfenbeinküste sehr gut und müssen uns darüber nicht mehr viel erzählen lassen. Aber vor ein paar Jahren [beim Afrikanischen Nationen-Pokal 2010] haben wir sie besiegt. Es wird schwer, doch wir werden unserer Spielweise treu bleiben. Tunesien gehört zu den Spitzenteams des afrikanischen Kontinents und hat zahlreiche im eigenen Land aktive Spieler im Team, insbesondere von Esperance Tunis. Wie bei allen nordafrikanischen Nachbarschaftsduellen gelten auch für dieses Derby eigene Gesetze. Und Togo will sich nach der Tragödie von Cabinda wieder zurück melden."

Doch trotz der starken Konkurrenz ist Feghouli optimistisch und hofft auf die Stärke der Jugend. "Wir haben eine junge Mannschaft. Für mich ist es die erste Afrikameisterschaft und ich bin fest entschlossen, so weit wie möglich zu kommen. Mit dem Teamgeist, den wir während der Qualifikation gezeigt haben, können wir viel erreichen. Wir haben in letzter Zeit konstante Leistungen gezeigt. Mit der entsprechenden Einstellung können wir Berge versetzen, aber wir müssen die Aufgaben Schritt für Schritt angehen. Für viele unserer Spieler ist es das erste internationale Turnier, bei dem sie für ihr Land antreten. Jedes Spiel wird uns also neue Erfahrungen bringen. Wir wollen, dass unser Nationaltrikot beim bevorstehenden Turnier erstrahlt. Wir wollen unsere Chance bei diesem großen Turnier keinesfalls vergeben. Also müssen wir ambitioniert und vor allem gut vorbereitet sein. Das Ziel heißt, es bis unter die letzten Acht zu schaffen."

Seine Motivation bezieht Feghouli nach seinen eigenen Worten in erster Linie aus sich selbst. "Ich setze mir stets sehr hohe Ziele. Ich bin sehr ambitioniert und will den Erfolg. Dafür investiere ich sehr viel. Im Moment bin ich mit meinen Leistungen zufrieden, doch ich kann noch mehr leisten." Um sich weiter zu steigern hat Feghouli sein Spiel weiter auf die Außenbahn verlagert. "Zu Beginn meiner Karriere spielte ich meist als hängende Spitze und habe versucht, Torvorlagen zu geben. Der Wechsel auf die Außenposition hat dazu beigetragen, dass ich mich physisch sehr verbessert habe. Ich bin schneller und kraftvoller geworden. Das ist für den weiteren Verlauf meiner Karriere ein sehr positiver Faktor."