Mikel: "Wir sind großer Favorit"
© Getty Images

John Obi Mikel, eine der festen Größen im Mittelfeld des FC Chelsea, will dem nigerianischen Trainer Stephen Keshi helfen, 2013 erneut den Afrikanischen Nationen-Pokal zu gewinnen, nachdem ihm das 1994 bereits als Spieler gelungen war. Mikel bekräftigt, dass mit einer guten Vorbereitung und dem nötigen Willen die Super Eagles in Südafrika durchaus zum dritten Mal Afrikameister werden können. Dennoch weiß er nur zu genau, dass auf dem Weg dorthin einige harte Brocken warten und geht davon aus, dass Titelverteidiger Sambia und der westafrikanische Inselstaat Kap Verde, der sich gegen den viermaligen Afrikameister Kamerun durchgesetzt hat, beim Turnier für Aufsehen sorgen werden.

John, Sie waren bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ wegen einer Knieverletzung zum Zuschauen verurteilt. Würde der Gewinn der Afrikameisterschaft, die im kommenden Jahr ebenfalls in Südafrika ausgetragen wird, für die damalige Enttäuschung entschädigen?
Eigentlich nicht, da wir hier über zwei unterschiedliche Turniere sprechen und die WM das mit Abstand größte Ereignis und der Traum eines jeden Fussballers ist. Natürlich war ich enttäuscht, dass ich die WM in Südafrika verpasst habe. Ich glaube aber, dass noch einige Weltmeisterschaften auf mich warten. Der Afrikanische Nationen-Pokal 2013 ist ein völlig anderes Turnier, und ich hoffe, mit Nigeria zum ersten Mal als Sieger hervorzugehen.

Was muss Nigeria tun, um den Afrikanischen Nationen-Pokal zum dritten Mal zu gewinnen?
Wir müssen uns gut vorbereiten, konzentriert bei der Sache sein und jeden Gegner sehr ernst nehmen. Darüber hinaus müssen wir uns auch als Mannschaft präsentieren. Individuelle Qualität haben wir genug. Hinzu kommt, dass Trainer Stephen Keshi das Turnier als Spieler bereits gewonnen hat. Ich bin davon überzeugt, dass er Geschichte schreiben und das Turnier auch als Coach gewinnen kann.

Könnte die Tatsache, dass Sie zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft fahren und die englische Premier League keine Pause einlegt nicht dazu führen, dass Sie zu Turnierbeginn etwas müde sind?
Keineswegs. Das wirkt sich nicht negativ aus, sondern trägt eher dazu bei, dass ich zu Beginn des Nationen-Pokals in Hochform bin.

Wie würden Sie Ihren ersten Afrikanischen Nationen-Pokal 2006 in Ägypten beschreiben?
Das war eine wunderbare Erfahrung. Es war ein schönes Gefühl, das Turnier mit einer Bronzemedaille abzuschließen. Schließlich war es meine erste Teilnahme an einem Nationen-Pokal, nachdem ich den Sprung von der U-20 in die A-Nationalmannschaft vollzogen hatte.

Was war das für ein Gefühl, zu den alles entscheidenden Qualifikationsspielen gegen Liberia im Oktober nach monatelanger Auszeit erneut zur Mannschaft zu stoßen?
Es war toll. Als ich nicht Teil der Mannschaft war, hielt ich mich trotzdem auf dem Laufenden. Ich habe folglich den Kontakt nie komplett verloren, da es für mich immer eine Ehre ist, mein Land zu repräsentieren.

Was sagen Sie zu Ihren Erstrundengegnern Sambia, Burkina Faso und Äthiopien?
Alleine die Tatsache, dass sie sich für den Nationen-Pokal qualifiziert haben, zeigt, dass das allesamt starke Mannschaften sind. Wir müssen folglich alle Gegner ernst nehmen. Ich würde allerdings Sambia stärker einschätzen als Burkina Faso und Äthiopien, da es nun einmal der Titelverteidiger ist.

Welcher nigerianische Spieler hat Sie dieses Jahr am meisten beeindruckt und warum?
Ich möchte keinen einzelnen Spieler hervorheben. Wir machen alle unsere Sache in den jeweiligen Vereinen gut, sodass ich keinen einzelnen Spieler benennen kann. Wir alle machen einen hervorragenden Job.

Wen sehen Sie als großen Favoriten auf den Gewinn des Nationen-Pokals?
Nigeria natürlich! Ghana und die Elenbeinküste werden auch ein Wörtchen mitreden. Von Mannschaften wie Kap Verde und Sambia könnte aber durchaus eine größere Gefahr ausgehen. Wenn sich Kap Verde gegen Kamerun durchgesetzt hat, muss es die entsprechende Qualität haben. Folglich muss man sie auch ernst nehmen.

Sie kennen die zwei ivorischen Stars Salomon Kalou und Didier Drogba ja sehr gut, da Sie jahrelang beim FC Chelsea an Ihrer Seite gespielt haben. Haben Sie mit Ihnen über den Nationen-Pokal gesprochen?
Wir haben noch nicht darüber geredet. Das machen wir vielleicht, wenn das Turnier näher rückt.

Eine letzte Frage: Mit welchen Erwartungen reisen Sie mit dem FC Chelsea zur FIFA Klub-Weltmeisterschaft nach Japan?
Ich bin froh und fühle mich geehrt, mit meinem Verein bei diesem herausragenden Turnier auf japanischem Boden antreten zu dürfen. Chelsea spielt dieses Turnier zum ersten Mal, und ich hoffe, es zu gewinnen und hier in Japan nach dem erstmaligen Gewinn der UEFA Champions League im Mai ein weiteres Stück Geschichte zu schreiben.