Traoré wünscht sich mehr Stabilität
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Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel in der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal gegen die Zentralafrikanische Republik stand Burkina Faso ganz dicht vor dem Aus. In der fünften Minute der Nachspielzeit des Rückspiels lag das Team nur mit 2:1 in Führung - ein Ergebnis, das den Gästen aufgrund der Auswärtstorregel gereicht hätte. Doch als das Ausscheiden bereits besiegelt schien, sorgte der junge Stürmer Alain Traoré, der in der 18. Spielminute bereits den Ausgleichstreffer erzielt hatte, mit seinem zweiten Treffer in letzter Sekunde noch für den 3:1-Sieg der Gastgeber, die sich so mit einem Gesamtergebnis von 3:2 durchsetzten.

Der 23-Jährige, der in Frankreich für den FC Lorient auf Torejagd geht, sprach mit FIFA.com über diesen Moment. "Das war ein unglaubliches Glücksgefühl", sagte er. "Dieser Treffer war für mich und die Mannschaft sehr wichtig. Nach dem Nationen-Pokal 2012 waren wir heftiger Kritik ausgesetzt. Unser langjähriger Trainer Paulo Duarte wurde abgelöst, und alles ging drunter und drüber. Die erneute Qualifikation für den Nationen-Pokal ist für mich und die Mannschaft daher eine große Erleichterung. Das bringt jetzt hoffentlich wieder Ruhe und Stabilität in unseren Fussball."

Obwohl die Mannschaft in den Jahren 2010 und 2012 nicht über die Gruppenphase hinausgekommen war und dabei nur ein Unentschieden und vier Niederlagen erreichte, ist Traoré zuversichtlich, dass bei der bevorstehenden Endrunde in Südafrika eine Trendwende möglich ist. Für ihn gibt es große Unterschiede zwischen der damaligen und der heutigen Mannschaft. "2010 hatten wir zahlreiche junge Spieler in unseren Reihen. Es mangelte uns allen an Erfahrung. Doch im Laufe der letzten zwei Jahre wurden wir reifer und selbstbewusster. Die meisten von uns spielen heute bei guten Klubs in starken Ligen, und viele davon sind auch Stammspieler. Diese Situation ist für unser Team etwas Neues", sagte er.

Der Stürmer, dessen jüngerer Bruder Bertrand ebenfalls das Trikot der Nationalmannschaft trägt, ist zuversichtlich, dass die Mannschaft beim Turnier vom 19. Januar bis 10. Februar konkurrenzfähig sein wird. "Unser Teamgeist ist hervorragend. Wir geben niemals auf und haben einige sehr talentierte Spieler in unseren Reihen." Für Traoré gibt es jedoch auch die eine oder andere Hürde, die seine Mannschaft überwinden muss. "Wir müssen einen Monat lang miteinander auskommen. Das wird nicht einfach sein."

Obwohl Traoré von einer guten Leistung der Mannschaft überzeugt ist, weiß er auch, dass es für Burkina Faso angesichts der schwierigen Gruppe C mit Nigeria, Äthiopien und Titelverteidiger Sambia alles als leicht werden wird. "Nigeria ist eine Großmacht des afrikanischen Fussballs. Größere Erfolge liegen zwar schon länger zurück, doch gerade deshalb sind sie sehr gefährlich. Ich bin davon überzeugt, dass sie auf Wiedergutmachung aus sein werden. Sambia ist Titelverteidiger. Das war eine große Überraschung und das Team ist ziemlich unberechenbar. Äthiopien ist für uns ein relativ unbeschriebenes Blatt, doch wir wissen, dass ihre erfolgreiche Qualifikation kein Zufallsprodukt war."

Für Traoré verlief der Trainerwechsel von Duarte, der nach dem enttäuschenden Afrikanischen Nationen-Pokal in Gabun und Äquatorial-Guinea zu Beginn dieses Jahres entlassen worden war, zum Belgier Paul Put reibungslos. "Als Paul Put zum neuen Trainer der Nationalmannschaft ernannt wurde, setzte er den von Paulo Duarte eingeschlagenen Weg fort. Er nahm keine großen Änderungen in der Mannschaft vor. Die Mannschaft blieb dieselbe, ebenso die Taktik. Wir spielen weiterhin mit einer 4-2-3-1-Formation mit einer Solospitze. Duarte und Put sind jedoch ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Paulo Duarte hat während eines Spiels sehr viel mit uns gesprochen, während Paul Put ruhiger ist und es vorzieht, mit den Spielern während der Halbzeitpause in der Umkleidekabine zu sprechen."

Der Stürmer, der aus der Fussballakademie Planete Champion hervorgegangen war, wechselte zum französischen Klub AJ Auxerre, wo er sieben Spielzeiten absolvierte, ehe er nach dem Abstieg von Auxerre zu Ligakonkurrent Lorient wechselte. Manchmal wird ihm ein gewisses Maß an Unbeständigkeit nachgesagt, da er stets zwischen Top-Leistungen und unauffälligen Darbietungen schwankt. Diese Kritik lässt er jedoch nicht gelten.

"Das geht mir auf die Nerven. Es ist so, als ob es jedes Mal meine Schuld wäre, wenn Lorient nicht als Sieger vom Platz geht. Nur zwei Spieler können eine Partie im Alleingang entscheiden: Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. In den ersten Saisonspielen war die Stimmung sehr gut, denn jeder Spieler kämpfte um einen Stammplatz. Danach ist ein Teil dieser Begeisterung verloren gegangen. Das Positive ist jedoch, dass wir in jedem Spiel für gewöhnlich mindestens ein Tor erzielen. Diese Mannschaft hat Qualität, man muss uns nur Zeit geben."