Stimmen der Trainer zur Gruppenauslosung
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Nach dem am Samstag in São Paulo mit der offiziellen Auslosung der Startschuss zum FIFA Konföderationen-Pokal gefallen ist, wurden die Trainer der sieben bereits qualifizierten Mannschaften von Vertretern der internationalen Presse zu den Gegnern befragt, mit denen sie es im Juni 2013 beim Festival der Meister aufnehmen müssen.

Die Trainer Brasiliens, Japans, Mexikos und Italiens, allesamt in die Gruppe A gelost, sowie die Coaches von Spanien, Uruguay und Tahiti, die gemeinsam mit dem Afrikameister die Gruppe B bilden, wagten eine Vorausschau auf das, was uns in weniger als 200 Tagen erwartet. Der Afrikameister wird im Übrigen erst im Februar 2013 ermittelt. Nachfolgend die Aussagen der Trainer.

Gruppe A

Luiz Felipe Scolari (Brasilien):
"Wir Brasilianer treten mir der Erwartung an, eine wettbewerbsfähige, hochklassige Mannschaft ins Rennen schicken zu können, damit das Turnier nicht nur ein Testlauf wird, sondern uns eine klare Vorstellung davon vermittelt, wen wir zur Weltmeisterschaft mitnehmen wollen. Es ist wichtig, dass wir mit Italien, Japan und Mexiko in einer Gruppe sind, denn diese Begegnungen bieten uns bessere Möglichkeiten, die Fortschritte zu beobachten, als wenn wir gegen weniger große Gegner antreten würden. Brasilianische Fussballer sind konzentrierter, wenn sie vor schwierigen Herausforderungen stehen. Das ist ein optimales Los. Wir haben eine sehr starke Gruppe erwischt, und genau das wollten wir auch."

"Meiner Meinung nach gibt es keinen Titelfavoriten – weder Brasilien, noch Spanien, noch eine andere Mannschaft. In unserer Gruppe sind die beiden Teams, die nach der ersten Runde ausscheiden werden, genauso hochklassig wie die, die weiterkommen werden. In Gruppe B sind mindestens zwei Teams gleichauf. Eine Niederlage im Konföderationen-Pokal wird nicht zur Folge haben, dass wir niedergeschlagen zur WM fahren, sofern wir unser Spiel durchbringen und Klasse zeigen. Auch wenn wir den Titel aus irgendeinem Grund nicht gewinnen sollten."

Alberto Zaccheroni (Japan):
"Ich werde zum ersten Mal gegen die italienische Auswahl antreten. Ich habe noch keine wirkliche Vorstellung davon, wie das sein wird, aber ich kann mir vorstellen, dass es keine Partie wie jede andere werden wird. Aber es wird vor allem darauf ankommen, dass wir auf Sieg spielen, denn das ist unser vorrangiges Ziel. Das sind drei Mannschaften, die in der Weltrangliste allesamt über uns stehen, aber unsere Mannschaft hat sich in letzter Zeit verbessert. Unsere Spieler konnten mehr Erfahrung im Ausland sammeln, und ich persönlich bin sehr neugierig darauf, wie wir aus dieser Gruppe hervorgehen werden."

José Manuel de la Torre (Mexiko):
"Es ist einfach toll, bei diesem Wettbewerb dabei zu sein. In unserer Gruppe sind neun Weltmeistertitel vertreten, was für uns eine große Chance bedeutet, uns weiterzuentwickeln. Dabei wollen wir nicht nur dabei sein, sondern die nächste Runde erreichen und um den Titel mitspielen, wie wir das bereits 1999 in Mexiko getan haben."

"Die letzte Begegnung mit Brasilien ist Geschichte. Das wir Erfolg hatten, ist darauf zurückzuführen, dass wir uns damals gut vorbereitet haben. Da es jetzt einen neuen Trainer gibt, werden wir unseren Gegner analysieren müssen, um einen Weg zu finden, Brasilien zu schlagen. Aber das wird im Juni passieren. So weit sind wir noch nicht. Wir wissen auf jeden Fall, dass wir in der Lage sind, jede Mannschaft an jedem Ort zu schlagen. Das müssen wir unseren Spielern bewusst machen."

Cesare Prandelli (Italien):
"Es ist schon sehr bewegend, dass ich im Duell gegen Japan nicht nur einem hochprofessionellen Kollegen, sondern auch einem Freund wie Alberto [Zaccheroni] gegenüberstehe. Die Reihenfolge der Spiele stellt für mich kein Problem dar. Uns kommt es darauf an, dass unsere Mannschaft konzentriert bei der Sache bleibt und die richtige Einstellung mitbringt, um gegen so viele starke Mannschaften anzutreten."


Gruppe B

Vicente del Bosque (Spanien)
"Es stimmt schon, dass aufgrund der Ergebnisse der letzten Jahre eine größere Verantwortung auf uns lastet, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass Uruguay in Südafrika auf dem vierten Platz gelandet ist und damit gar nicht weit von uns entfernt war. Außerdem sind die Begegnungen mit den Afrikameistern immer eine knifflige Angelegenheit."

"Alle sagen, dass die Brasilianer derzeit nicht so stark sind, aber wir dürfen nicht vergessen, dass sie amtierender Titelträger des Konföderationen-Pokals sind und sich vor weniger als vier Jahren die Trophäe geholt haben."

Eddy Etaeta (Tahiti):
"Für uns ist das einfach unglaublich: Ein kleines Land mit gerade einmal 250.000 Einwohnern tritt gegen die besten Mannschaften der Welt an. Wir werden gegen Uruguay und Spanien spielen, gegen Weltmeisterteams, und wir werden versuchen, der Sache gewachsen zu sein und unsere Region mit Klasse zu vertreten. Die Partie gegen Spanien im Maracanã ist ein besonderes Highlight: Für uns wäre es schon unglaublich, wenn es uns gelänge, ein Tor zu schießen. Wir müssen im Hinblick auf unsere Ziele realistisch bleiben."

Óscar Tabárez (Uruguay):
"Spanien ist für mich von allen Teilnehmern der schwierigste Gegner. Die Ergebnisse der letzten Jahre und die Art, wie das Team gespielt hat, sind ein Beleg dafür. Aber andererseits ist es auch eine Ehre und eine Zusatzmotivation, wenn man die Chance hat, diese Partie zu bestreiten. Das entscheidende Spiel dürfte hingegen das zweite sein, gegen die Afrikaner. Diese Partie dürfte viel über unsere Chancen auf einen Einzug in die nächste Runde aussagen. Danach geht es gegen Tahiti, die Mannschaft mit der geringsten Erfahrung, aber andererseits auch ein Gegner, den wir nicht kennen."