Blatter: "Konföderationen-Pokal ist ein hochklassiger Wettbewerb"
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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter wird am Samstag, 1. Dezember, an der Auslosung des FIFA Konföderationen-Pokals in São Paulo teilnehmen. Im Vorfeld der Veranstaltung nahm er sich gemeinsam mit FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke Zeit für eine Diskussion mit Journalisten, bei der es um Fussballthemen ging. FIFA.com fasst einige der behandelten Themen für Sie zusammen.

Über die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™
Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ist mehr als nur eine Sportveranstaltung, es ist alle vier Jahre DIE Sportveranstaltung. Keine andere Sportveranstaltung ist im Hinblick auf das internationale Publikum mit der Weltmeisterschaft vergleichbar. Dieses Ereignis hat eine Geschichte, in der Brasilien eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Brasilianer haben die WM fünf Mal gewonnen, und jetzt treten sie als Gastgeber auf. Ich persönlich glaube, dass es eine großartige Weltmeisterschaft werden wird.

Über die Teilnehmer am FIFA Konföderationen-Pokal
Es ist wie ein Geschenk, dass bei diesem Wettbewerb eine solche Auswahl großer Namen antreten wird. Es werden vier Weltmeister dabei sein, zwei aus Südamerika, nämlich Brasilien und Uruguay, und zwei aus Europa, nämlich Italien und Spanien. Der Konföderationen-Pokal ist nicht nur die Generalprobe für die Weltmeisterschaft, das ist ein hochklassiger Wettbewerb.

Über die Infrastruktur
Ich bin sicher, dass alles rechtzeitig fertig werden wird. Schließlich bin ich nicht zum ersten Mal an der Organisation einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ beteiligt. Es hat immer hier und da Probleme gegeben, aber am Ende stand auch immer eine gelungene Veranstaltung.

Über Ronaldos Rolle im LOK und seine mögliche Kandidatur für das Präsidentenamt des brasilianischen Fussballverbands CBF
Ich freue mich immer, wenn ehemalige Fussballer Zeit und Energie aufwenden, um für den Fussball zu arbeiten. Das ist gut für ihn, denn es ist ein Mehrwert für sein Leben, an der Organisation beteiligt zu sein. Es würde einen guten Eindruck machen, wenn ehemalige Fussballer bei den großen Organisationen eine Führungsrolle übernehmen würden, vorausgesetzt, sie bringen die nötige Erfahrung mit. Durch die Erfahrung, die er bei dieser Weltmeisterschaft sammelt, ist er auf einem guten Weg.

Über das Image der FIFA und die herbeigeführten Änderungen nach dem Kongress 2011
Wir befinden uns mitten in einem Reformprozess, den wir 2011 gestartet haben. Wir werden für mehr Transparenz sorgen und haben mit der Umsetzung der getroffenen Entscheidungen begonnen. Die einzige, die es noch umzusetzen gilt, ist die Änderung der Statuten. Die ganze Fussballfamilie unterstützt den Prozess, und wir befinden uns auf einem guten Weg. Die Ethikkommission sollte auf allen Ebenen aktiv sein, sie muss bis zu allen 209 Nationalverbänden herunterreichen. Dann kann der Fussball auch Dinge abseits des Spielfelds in Angriff nehmen. Disziplin, Respekt und Fairplay müssen nicht nur auf dem Spielfeld beheimatet sein, sondern auch abseits davon.

Über Neymars Chancen, bei der Vergabe des FIFA Ballon d'Or unter den Top 3 zu landen
Derzeit liegt der Brennpunkt des Fussballs auf den großen europäischen Ligen, wo wir eine große Ansammlung von Stars vorfinden. Wenn man sich die Nominierten anschaut, wird diese Tatsache untermauert. Das ist natürlich für einen Spieler wie Neymar ein eher unglücklicher Umstand. Trainer, Mannschaftskapitäne und die Medien entscheiden über die engere Auswahl, es ist nicht einfach.

Über den Einsatz von Technologie
Uns stehen zwei präzise Systeme zur Verfügung, die wir bei der diesjährigen FIFA Klub-Weltmeisterschaft einsetzen werden. Wenn es keine Fehlfunktionen gibt, planen wir, eines der beiden Systeme nächstes Jahr beim Konföderationen-Pokal einzusetzen. Wir werden nur Torliniensysteme verwenden, denn wir möchten keine weiteren technischen Gerätschaften auf dem Spielfeld haben. Das würde dem Fussball seine Faszination nehmen.

Über die Einführung einer "Mundialito" (Mini-WM) – einem Turnier der ehemaligen Weltmeister
Es stimmt schon, dass die FIFA 1981 eine 'Mundialito' mit sechs Teams organisiert hat. Aber der internationale Spielekalender ist bereits übervoll. Die Spieler bestreiten bis zu 80 Partien pro Jahr. Wann haben sie da noch Zeit sich zu erholen oder Urlaub zu machen? Wir müssen realistisch sein und dürfen keine weiteren Spiele oder Turniere hinzufügen.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke über die Fortschritte der Stadien
Wir haben ein Stadion, bei dem noch einen Gang zugelegt werden muss, und das ist Manaus. Das Übergabedatum für die Weltmeisterschaft ist Dezember 2013. Bei den anderen Stadien sind wir auf einem guten Weg. Aber ich würde sagen, dass wir die Weltmeisterschaft mit 99-, wenn nicht gar 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit wie geplant in den zwölf Stadien austragen werden.