Valcke: "Es ist gut, Spielstätten im Voraus zu testen"
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FIFA.com fasst die wichtigsten Punkte eines kürzlich mit FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke geführten Interviews zusammen, in dem er über den FIFA Konföderationen-Pokal, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ und die wichtige Beziehung zwischen den beiden Events sprach.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke
Über die Vorbereitungen Brasiliens für den FIFA Konföderationen-Pokal und die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft:
Die Vorbereitungen sind in vollem Gange, und wir haben nun mit den regelmäßigen, alle sechs Wochen stattfindenden Sitzungen der LOK-Führung eine gute Struktur geschaffen. Natürlich werden einige Stadien erst Mitte April fertig sein, was eine Herausforderung darstellt. Doch für den FIFA Konföderationen-Pokal werden wir es schaffen, da er nicht ganz die Größenordnung einer FIFA Fussball-Weltmeisterschaft besitzt.

Über die erwartete Besucherzahl beim FIFA Konföderationen-Pokal und bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft:
Für den FIFA Konföderationen-Pokal sind Vorhersagen sehr schlecht möglich, da wir traditionell mit mehr einheimischen Zuschauern rechnen. Doch es werden Fans aus Italien, Mexiko und Spanien mitreisen. Bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft erwarten wir etwa 500.000 Fans, die vornehmlich ihren jeweiligen Mannschaften folgen werden. Wir müssen sicherstellen, dass optimale Bedingungen herrschen, damit diese von Stadt zu Stadt reisen können, um die gewünschten Spiele zu besuchen. Deshalb arbeiten wir so hart daran, sicherzustellen, dass alles perfekt organisiert sein wird.

Erwartungen für den Konföderationen-Pokal:
Die Menschen denken oft, dass ein WM-Spiel wie jedes andere Ligaspiel ist, doch es sind viel höhere Anforderungen zu meistern, um dem riesigen Interesse gerecht werden zu können. Die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft ist wie ein Magnet, es zieht die Aufmerksamkeit und die Menschen an. Am Tag nach dem Finale des Konföderationen-Pokals werden wir Bilanz ziehen, was funktioniert hat und wo noch etwas zugelassen werden muss. Mithilfe des Konföderationen-Pokals können wir hoffentlich die Herausforderungen bei der Weltmeisterschaft auf ein Minimum reduzieren.

Sechs Spielstätten beim FIFA Konföderationen-Pokal:
Es ist das erste Mal seit 2002, dass es sechs Spielstätten geben wird. Es ist eine Chance, aber auch eine Herausforderung, da wir für den Konföderationen-Pokal mehr Infrastruktur und mehr Ressourcen benötigen. Doch es ist sehr gut, sechs WM-Spielstätten ein Jahr im Voraus zu testen, vor allem das Maracana-Stadion, den Schauplatz der zwei Endspiele.

Geschäftsmöglichkeiten:
Die Weltmeisterschaft 2014 ist verkauft, das Einzige, was noch gekauft werden kann, sind Tickets. Die Sponsoren-Packages für 2014 sind praktisch abgeschlossen, wir haben alle sechs FIFA-Partnerschaften bis 2014 verkauft, einige schon bis 2022 und eine bis 2030. Wir stehen kurz vor dem Abschluss der meisten Verträge für 2018 und 2022, und es ist tatsächlich erstaunlich, dass es in einer Welt, die harte Zeiten durchlebt, keine Wertabnahme gibt. Die einzige Schwierigkeit ist der TV-Markt in Europa, insbesondere Spanien, da wir die Rechte am Konföderationen-Pokal und an der Weltmeisterschaft noch nicht verkauft haben. Der FIFA geht es gut, und wir geben all das Geld dem Fussball zurück.

Nachhaltigkeit:
Eine Weltmeisterschaft kann nicht organisiert werden, ohne über Nachhaltigkeit nachzudenken. Der Fussball ist der kleinere Teil. Der Löwenanteil der Investitionen in einem Ausrichterland fließt in die allgemeine Infrastruktur des Landes, wie Telekommunikation, Flughäfen oder Straßen. Und ein weiterer Aspekt ist unsere Verantwortung dafür, die Auswirkungen auf die Umwelt auf ein Minimum zu reduzieren. Wir investieren, um unseren CO2-Fußabdruck zu neutralisieren und um die Menschen zu erziehen. Die FIFA gibt zusätzlich zu den 800 Millionen, die wir in die Entwicklung des Fussballs investieren, weitere 50 Millionen über vier Jahre für die Bereiche Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung aus.

Entwicklung:
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Fussball-Infrastruktur, die zerstört wurde, wieder aufzubauen. Wir werden auch das Stadion in Gaza, das zerstört wurde, wieder aufbauen. Der Fussball bringt Menschen zusammen, und wir werden jeden erforderlichen Neuaufbau unterstützen, wenn Fussball-Infrastruktur durch Katastrophen zerstört wurde.

Technologie:
Das IFAB hat grünes Licht für die Benutzung von Technologie gegeben - beschränkt auf die Einführung der Torlinientechnologie. Es stehen zwei Systeme zur Auswahl, die in Japan bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft getestet werden. Vorbehaltlich der Installationstests wird das magnetfeldbasierte GoalRef-System in Yokohama verwendet, während Hawk-Eye in Toyota seine kamerabasierte Technologie installieren wird. Nach den Rückschlüssen infolge dieses Turniers wird die FIFA im Januar die Resultate analysieren und dann zusehen, dass im Frühjahr 2013 eine Entscheidung darüber gefällt wird, welches System beim Konföderationen-Pokal verwendet wird.