Traore will mit Mali für Furore sorgen
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In Afrika rangiert Mali im Vorfeld des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2013 auf dem dritten Platz. Trotzdem haben die Adler angekündigt, dass sie beim kontinentalen Kräftemessen keinen Gegner auf die leichte Schuler nehmen werden.

Mittelfeldspieler Mahamane Traore von OGC Nizza sagte FIFA.com, sein Team werde Ghana, Niger und die DR Kongo, die Gegner in der Gruppe B, auf keinen Fall unterschätzen.

"Wir wissen alle, dass Ghana eine sehr starke Mannschaft hat. [Beim CAF Afrikanischen Nationen-Pokal] im vergangenen Jahr haben wir in der Gruppenphase gegen Ghana verloren, uns dann aber im Spiel um Platz drei durchgesetzt. Beide Mannschaften kennen sich also sehr gut. Wir müssen versuchen, sie in der Gruppenphase zu schlagen, so dass wir die Gruppe auf Rang eins beenden können.

Was Niger und die DR Kongo angeht, sagen einige Leute, dass diese Spiele für uns leicht würden. Doch es wäre ein Fehler, so zu denken. Man sollte zu großes Selbstbewusstsein stets vermeiden. Diese Mannschaften haben sich qualifiziert, weil sie gut sind!"

Der 24-Jährige, der seine Karriere einst bei Cercle Olympique Bamako in der Hauptstadt Malis begann und 2005 als 17-Jähriger zu OGC Nizza kam, musste seine Teilnahme am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal in Gabun und Äquatorial-Guinea wegen einer Verletzung absagen. Als Zuschauer erlebte er mit, wie sein Team auf dem dritten Platz landete.

"Das war für mich natürlich Pech, aber die Mannschaft hat sich trotzdem sehr gut geschlagen. Der dritte Platz ist ein tolles Resultat. Und wir hätten sogar noch besser abschneiden können. Das Halbfinale gegen die Elfenbeinküste haben wir durch ein völlig vermeidbares Tor verloren."

Für Mali war es unter Trainer Alain Giresse das beste Abschneiden seit vier Jahrzehnten. Allerdings ist der ehemalige französische Nationalspieler inzwischen an der Seitenlinie durch seinen Landsmann Patrice Carteron abgelöst worden, der zuvor Trainer beim FC Dijon war. Traore ist zuversichtlich, dass sich dieser Personalwechsel nicht negativ auf das Team auswirken wird.

"Es gab nur einige wenige Veränderungen. Das AFC-Turnier ist gerade erst zehn Monate her und es sind noch größtenteils die gleichen Spieler im Team. Die Trainer sind allerdings recht unterschiedliche Persönlichkeiten. Beide haben ihre ganz eigenen Methoden. Die Spieler müssen sich nun erst einmal daran gewöhnen. Die Trainer verfolgen verschiedene Spielsysteme. Unter Patrice Carteron haben wir unser letztes Spiel mit einer 4-4-2-Formation bestritten. Alain Giresse hingegen bevorzugte ein 4-2-3-1 mit Seydou Keita als Spielmacher."

Traore ist überzeugt, dass Mittelfeldspieler Keita, der seit seinem Wechsel von Barcelona nach China einen Großteil der Saison wegen Verletzungen verpasst hat, in der Nationalmannschaft Malis auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen wird. "Ich mache mir keine großen Sorgen in Bezug auf Seydou Keita. Er hat im vergangenen Jahr beim FC Barcelona nicht viel gespielt. Trotzdem hat er sich sehr gut vorbereitet und ein sehr starkes Turnier gespielt. Das kann er auch dieses Mal schaffen."

Seit der Amtsübernahme von Trainer Claude Puel bei OGC Nizza ist Traore zum defensiven Mittelfeldspieler umfunktioniert worden. "Seit meiner Rückkehr von der Ausleihe nach Metz setzt mich der neue Trainer Claude Puel vornehmlich im defensiven Mittelfeld ein. Zuerst dachte ich, dass er mich dort nur vorübergehend brauchte. Aber mittlerweile ist mir klar geworden, dass er mich dauerhaft auf dieser Position einsetzen will. Er hat mir erklärt, dass er mich auf dieser wichtigen Position mitten im Spiel sehen will, damit ich meine Spielübersicht optimal entfalten kann. Ich habe das nicht in Frage gestellt, sondern mir gedacht, 'Warum nicht, Claude Puel muss intensiv darüber nachgedacht haben.' "

Seitdem fühlt sich Traore auf seiner neuen Position wohl wie ein Fisch im Wasser - und schießt trotzdem Tore. Im September gelang ihm der späte Ausgleichstreffer gegen Bordeaux und Anfang November das erste Tor beim 2:1-Sieg gegen Nancy. "Dass ich Tore schieße beweist ja, dass mir die neue Position viel Spaß macht. Mir gefällt es, dass ich jetzt sehr viel am Ball bin. Das hält mich aber nicht vom Angreifen und Toreschießen ab."

Dank dieser Anpassungsfähigkeit hat Traore auch in der Nationalmannschaft Malis schon auf verschiedenen Positionen gespielt. "In der Nationalmannschaft spiele ich gewöhnlich auf dem linken Flügel. Aber ich kann auch auf dem rechten Flügel spielen, oder auch als zweiter Stürmer kurz hinter Cheick Diabate, so wie kürzlich [im Qualifikationsspiel] gegen Botsuana. Jetzt habe ich zudem bewiesen, dass ich auch als defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt werden kann. Natürlich ist das ein Vorteil für mich."

Troare hofft, dass die Nationalmannschaft mit ihrer Teilnahme in Südafrika etwas Freude in das zerrissene Land bringen kann, wo bei Unruhen in diesem Jahr zahlreiche Menschen ums Leben kamen. "Ich verbringe viel Zeit im Internet und habe dabei stets ein Auge auf Websites aus Mali. Natürlich mache ich mir große Sorgen um mein Land und frage mich, wann diese Unruhen endlich aufhören. Mali war ein ruhiges, friedliches Land. Wir alle hoffen, dass wir das frühere Mali bald wieder haben, denn wir sind alle Malier. Während des Afrikanischen Nationen-Pokals werden wir unser Bestes geben, um unserem Land Frieden und Einheit zu bringen. Wir alle beten, dass die angespannte, besorgniserregende Lage bald überwunden werden kann."