
Zahlreiche afrikanische Schwergewichte haben sich für die Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals 2013 qualifiziert. Die letzte Runde der Qualifikationsspiele endete am zurückliegenden Sonntag, wobei der viermalige Titelgewinner Kamerun gegen Kap Verde den Kürzeren zog, das sich erstmals für die Kontinental-Meisterschaft qualifizieren konnte.
Das Topspiel
Kamerun - Kap Verde 2:1
Stade Ahmadou Ahidjo, Yaoundé
Trotz der Rückkehr von Stürmerstar Samuel Eto'o gelang es den Unzähmbaren Löwen nicht, den Zweitore-Rückstand aus dem Hinspiel noch aufzuholen, nachdem sie bereits in der Anfangsphase der Partie durch einen Treffer des in Portugal spielenden Stürmers Heldon Ramos erneut in Rückstand geraten waren. Achille Emana gelang zwar noch vor der Pause der Ausgleich, doch im zweiten Durchgang musste das Publikum mit ansehen, wie die Kameruner Chance um Chance vergaben. Eto'o traf nur das Gebälk, und der späte Siegtreffer durch den eingewechselten 16-jährigen Fabrice Olinga konnte die Kameruner nicht trösten, die erstmals seit 1980 zwei kontinentale Endrunden in Folge verpasst haben.
Die anderen Partien
Marokko erging es deutlich besser. Das Team konnte einen 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel drehen und Mosambik vor eigenem Publikum klar und deutlich mit 4:0 besiegen. Abdelaziz Barrada brachte die Gastgeber in Marrakesch in Führung. Houssine Kharja erhöhte per Foulelfmeter auf 2:0. In Unterzahl wehrte sich Mosambik nach Kräften, doch Youssef El Arabi und Nordin Amrabat sorgten mit ihren Toren in der Schlussphase für einen gelungenen Einstand des neuen Nationaltrainers Rachid Taoussi.
Auch Nigeria feierte einen klaren Sieg. Nach dem 6:1-Schützenfest im Rückspiel steht ein Gesamtergebnis von 8:3 zu Buche. Victor Moses vom FC Chelsea trug zwei Treffer bei und sein Teamkamerad John Obi Mikel verwandelte einen Elfmeter. Titelverteidiger Sambia schrammte nur knapp am Ausscheiden vorbei. Gegen Uganda gelang der Sieg erst nach einem zermürbenden Elfmeterschießen. Nach dem 1:0-Hinspielsieg verlor Sambia das Rückspiel in Kampala nach Verlängerung mit 0:1, so dass die Partie ins Elfmeterschießen ging. Hierbei hatte der Titelverteidiger schließlich mit 9:8 das bessere Ende für sich. Ghana setzte sich nach einem 2:0-Heimsieg im Hinspiel auch im Rückspiel knapp mit 1:0 gegen Malawi durch. Den Treffer erzielte Afriyie Acquah bereits in der Anfangsphase der Partie.
Auch Äthiopien gelang es, einen Rückstand aus dem Hinspiel zu drehen. Nach der 3:5-Niederlage im Hinspiel schlug das Team nun im heimischen Addis Abeba die Gäste aus Sudan mit 2:0. Dank der Treffer von Adane Girma und Saladin Said in der zweiten Halbzeit setzen sich die Äthiopier aufgrund der Auswärtstorregel durch. Auch Angola profitierte von der Auswärtstorregel. Nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel in Simbabwe reichte dem Team nun ein 2:0-Sieg im Rückspiel zum Weiterkommen. Beide Treffer erzielte Manucho. Senegal musste seine Hoffnungen begraben, die 2:4-Hinspielniederlage noch zu drehen, nachdem Didier Drogba zwei Treffer für die Elfenbeinküste erzielt hatte. Die Partie wurde danach wegen Zuschauerausschreitungen abgebrochen. Die Elfenbeinküste steht nun vor der fünften Teilnahme in Folge an der Endrunde der Kontinentalmeisterschaft. Den Titel verpassten die Elefanten 2006 und 2012 jeweils nur knapp durch Finalniederlagen gegen Ägypten beziehungsweise Sambia.
Tunesien gelang zwar im Heimspiel gegen Sierra Leone kein Treffer, doch die Nordafrikaner sind dank des 2:2-Unentschiedens im Hinspiel dennoch qualifiziert. In der Partie zwischen Togo und Gabun erzielte Emmanuel Adebayor den entscheidenden Treffer zum 2:1-Sieg nach dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel. Mali, das bei der Turnierauflage im Februar den dritten Platz belegt hatte, setzte sich mit einem ungefährdeten 4:1-Sieg gegen Botsuana durch (Gesamtergebnis 7:1). Niger gelang erst in der Schlussphase des Rückspiels gegen Guinea der erlösende Treffer zum 2:0-Sieg durch Issoufou Boubacar Garba. Dank des 2:1-Erfolgs im Gesamtergebnis kann sich das Team nun über die zweite Endrundenteilnahme in Folge freuen. Algerien hatte vor heimischem Publikum keine Mühe gegen Libyen. Schon in den ersten sieben Minuten gelangen Hilal Soudani und Islam Slimani die Treffer zum 2:0-Sieg für die Platzherren (3:0 im Gesamtergebnis).
Der Spieler des Tages
Didier Drogba, der Europa im Sommer den Rücken gekehrt und sich dem chinesischen Klub Shanghai Shenhua angeschlossen hat, zeigte eine gewohnt solide Leistung und verwandelte einen Freistoß und einen Elfmeter. Damit bescherte er der Elfenbeinküste in einem zerfahrenen Spiel gegen Senegal einen 2:0-Auswärtssieg. In der Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals in Südafrika wird der Torjäger sicher alles daran setzen, den verschossenen Elfmeter im Finale 2012 gegen Sambia vergessen zu machen. Die Elfenbeinküste will endlich wieder den kontinentalen Titel holen, den das Team 1992 zum letzten Mal gewann.
Die Statistik
30 - Äthiopien hat sich erstmals seit 1982 wieder für die Endrunde des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals qualifiziert.
Das Zitat
"Wir sind Druck gewöhnt. Das wird jetzt schon mein dritter Afrikanischer Nationen-Pokal mit Sambia und ich bin sicher, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Spielern noch mehr erreichen können."
Herve Renard (Trainer, Sambia), nach dem dramatischen Sieg seines Teams im Elfmeterschießen.
So geht es weiter
Am 24. Oktober findet im südafrikanischen Durban die Gruppenauslosung für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal statt.











