Kethevoama: "Sind auf dem richtigen Weg"
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Die Überraschung, die Afrika Anfang dieses Monats erfasste, war gewaltig: Sensationell warf das Team der Zentralafrikanischen Republik den Favoriten Ägypten in der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal aus dem Wettbewerb. Dabei sind die Fauves de Bas-Oubangui (Raubtiere des niederen Oubangi) bisher nicht einmal in die Nähe einer kontinentalen Endrunde gekommen, während die Pharaonen das afrikanische Kräftemessen nicht weniger als sieben Mal gewonnen haben. Noch vor zwei Jahren rangierte das Land, das fünf Millionen Einwohner zählt, noch auf Platz 202 der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste.

Bereits im Hinspiel in Alexandria erkämpfte sich die Zentralafrikanische Republik zur allgemeinen Überraschung nach zweimaligem Rückstand einen erstaunlichen 3:2-Erfolg. Die haushoch favorisierten Ägypter waren dennoch zuversichtlich, den Rückstand in Bangui wieder aufholen zu können, doch Foxi Kethevoama riss die Gäste mit seinem Treffer in der ersten Halbzeit aus allen Träumen. Durch das Unentschieden im bis zum Bersten gefüllten Barthelemy-Boganda-Stadion zogen die Raubtiere in die dritte Qualifikationsrunde ein, in der sie gegen Burkina Faso erneut der Außenseiter sein werden.

Der Torschütze und Held des Abends Kethevoama erzielte bereits in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ im Juni gegen Botswana einen Doppelpack und trug wesentlich zum ersten Sieg seines Landes in der WM-Qualifikation bei. Der Stürmer steht beim ungarischen Klub Kecskemeti TE unter Vertrag und ist auf Leihbasis für den FC Astana in Kasachstan aktiv. Der 26-Jährige wechselte 2006 nach Ungarn, nachdem er beim FC 105 Libreville in Gabun von einem Verantwortlichen von Diosgyori VTK entdeckt wurde. Später wechselte er zu Ujpest Budapest, und anschließend zu Kecskemeti, für die er im Finale des ungarischen Pokals 2011 drei Tore erzielte und zum erstmaligen Pokalsieg seines Teams beitrug. Kethevoama sprach exklusiv mit FIFA.com über den historischen Sieg seines Landes und die nähere Zukunft.

Was gab Ihrer Meinung nach den Ausschlag beim Sieg gegen Ägypten?
Unsere größte Stärke ist unser Zusammenhalt. In dieser Mannschaft kämpft jeder für jeden. Wir wollten gegen Ägypten etwas Großes erreichen. Wir waren enttäuscht, dass wir beim letzten Wettbewerb so früh ausschieden, also waren wir entschlossen, für 2013 unser Bestes zu geben. Wir sind auf dem richtigen Weg.

Ägypten musste sein Heimspiel in einem leeren Stadion bestreiten. War es dadurch einfacher für Ihr Team?
Es war ein Vorteil für uns. Die Zuschauer wären natürlich gegen uns gewesen. Es gab also keinen negativen Druck für uns, und die Ägypter hatten keinen positiven Druck.

Sie bereiteten beim 3:2-Erfolg in Ägypten alle drei Tore vor und erzielten eines im Rückspiel zuhause. Wie war das bei diesem Treffer?
Ich sah, dass Romaric Lignanzi eine Flanke spielen würde, ohne den Ball anzunehmen. Das antizipierte ich, und aus diesem Grund war ich vor dem Verteidiger am Ball.

Wie wichtig war die Unterstützung der heimischen Fans in Bangui?
Es hilft uns enorm, die Liebe der Menschen und ihre Unterstützung für die Nationalmannschaft zu spüren. Sie gaben uns im Training unter der Woche und in den Spielen zusätzlichen Schwung. Man kann nur dann sein Bestes geben und sich abrackern, wenn man eine solche Unterstützung spürt.

Nun treffen Sie im Kampf um einen Platz bei der Endrunde in Südafrika auf Burkina Faso. Wie stehen Ihre Chancen?
Burkina Faso ist immer noch der Favorit. Es wird sehr schwer. Wir müssen uns von nun an auf diese zwei Spiele konzentrieren. Wenn wir nicht mit höchster Konzentration zu Werke gehen, werden wir es sehr schwer haben. Dass wir Ägypten ausschalten konnten, sollte uns nicht euphorisch oder zu überschwänglich machen. Wir müssen demütig bleiben. Es gehört zu unseren Regeln, niemals einen Gegner zu unterschätzen.

Hat der Wechsel des Trainers von Jules Accorsi zu Herve Loungoundji einen Unterschied ausgemacht?
Das hat uns nicht beeinträchtigt. Wir wissen, dass Herr Accorsi mit den Verantwortlichen momentan keine Einigung erzielen konnte, doch er hat immer noch ein Auge auf die Mannschaft. Er mag uns und ruft häufig an. Er steht mit Loungoundji, der sein Assistent war, in ständigem Kontakt. Es hat sich also wenig geändert.

Immer mehr Nationalspieler sind in Europa aktiv. Haben Sie untereinander häufigen Kontakt?
Wir sind sehr eng miteinander verbunden. Wir telefonieren häufig miteinander oder sprechen über Skype. Wir sind ständig in Kontakt.

Sie standen kurz vor einem Wechsel zum FC Metz, bevor Sie bei Astana unterschrieben.
Ja, ich würde gerne eines Tages in Frankreich spielen. Meine Frau und mein Kind leben in Frankreich. Für mein Familienleben wäre es also viel besser, dort einen Klub zu finden.

Wie ist es, in Kasachstan zu spielen?
Ich spiele seit Februar in Astana. Wir spielen um den nationalen Titel mit, das ist für mich etwas Neues. Es ist eine erstaunliche Stadt mit vielen großen neuen Gebäuden. Ganz anders als in Afrika. Wenn die Saison [im November] vorüber ist, werde ich über meine Zukunft nachdenken. Sie möchten mich fest unter Vertrag nehmen, doch ich habe sie um Bedenkzeit gebeten.

Von einigen Fans wurden Sie mit Zinedine Zidane verglichen.
Natürlich fühle ich mich durch solche Komplimente geschmeichelt, und sie machen mich stolz. Ich war früher mehr Vorbereiter als Torschütze, doch das ändert sich gerade. Je mehr ich für meine Mannschaft tun kann, desto glücklicher bin ich.