Der talentierte südafrikanische Torhüter Itumeleng Khune will mit der Bafana Bafana nach den letzten Enttäuschungen wieder in die Erfolgsspur zurück. Kein leichtes Unterfangen, denn im Spiel um Platz drei im Royal Bafokeng Stadium in Rustenburg geht es am Sonntagnachmittag erneut gegen Spanien.
Während sie im Mittelfeld recht kreativ agierten, ließen die Südafrikaner vor dem gegnerischen Tor die nötige Gefährlichkeit vermissen. Doch der Torhüter der Kaizer Chiefs kündigte an, dass die Südafrikaner in der Partie, in der sie ihre erste Medaille bei einem FIFA-Turnier gewinnen könnten, die Pechsträhne beenden wollen.
Khune hat das Spiel der Spanier genau analysiert. "Wir haben in unserer Partie gegen Spanien ja gesehen, wie sie agieren", sagte er gegenüber FIFA.com. "Wir haben sie analysiert und kennen ihre Schwächen. Wir wissen, wo sie uns angreifen werden und auch, wie wir dagegenhalten können. Ich denke, dass die Leute erkannt haben, dass sich unsere Mannschaft verbessert. Niemand sollte uns unterschätzen oder auf die leichte Schulter nehmen. Aber wir müssen unbedingt unsere Chancen nutzen und Tore schießen. Manchmal spielen wir sehr gut, doch das Problem ist, dass wir unsere Gegner nicht zur Kasse bitten. Ich denke, dass wir auch ein wenig Pech hatten. Wenn wir etwas mehr Glück gehabt hätten, dann wäre es sicher für uns noch viel besser gelaufen."
Natürlich stellt die spanische Mannschaft für die ambitionierten Südafrikaner einen fast übermächtigen Gegner dar, doch die Gastgeber sind überzeugt, mit etwas mehr Durchschlagskraft im Angriff doch einen Sieg erringen zu können. In den letzten Spielen hat es die Mannschaft von Joel Santana jedenfalls versäumt, das gefällige Spiel mit stark vorgetragenen Angriffen in Zählbares umzumünzen: in drei ihrer vier bisherigen Spiele im Turnier erzielten die Südafrikaner kein Tor.
Für den aus Brasilien stammenden Trainer war das Turnier bislang ein Wechselbad der Gefühle. Er ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft ihren Vorteil daraus ziehen kann, dass das Selbstvertrauen des Europameisters durch die überraschende Niederlage gegen die USA angeschlagen ist. "Wir verbessern uns mannschaftlich", erklärte Santana. "Mit jedem Spiel, das wir bestreiten, wird die Mannschaft stärker. Das ist sehr gut, denn unser wichtigstes Ziel ist es ja, uns auf die WM vorzubereiten. Für uns sind alle Spiele schwer. Wir empfinden Respekt vor dem Gegner, aber wir müssen uns einzig auf unser Spiel und unsere Taktik konzentrieren.
Steven Pienaar gehörte am Donnerstagabend zu den Spielern, denen die Enttäuschung am deutlichsten ins Gesicht geschrieben war. Er selbst war aufgrund seiner sehr starken persönlichen Leistung zum Budweiser Man of the Match gewählt worden. Der Mittelfeldspieler vom FC Everton empfindet die knappe Niederlage gegen Brasilien immer noch als große Enttäuschung, hat aber seine Teamkameraden aufgefordert, auf den bitteren Geschmack der Last-Minute-Pleite mit noch größerer Entschlossenheit zu reagieren. "Auf diese Weise gegen Brasilien zu verlieren, war sehr bitter. Aber so ist das im Fussball, solche Dinge passieren. Jetzt müssen wir nach vorn blicken und uns auf das nächste Spiel gegen Spanien konzentrieren. Wir müssen uns überlegen, wie wir ihnen entgegen treten."
Einer der bravourösen Akteure im Spiel gegen Brasilien war Stürmer Siphiwe Tshabalala, der gegen die Seleção erstmals beim Turnier in der Startaufstellung stand. Im Rückblick auf die Partie meinte Tshabalala, die Niederlage sei zwar schwer zu verdauen, doch er sei dennoch stolz auf die mutige Leistung der Mannschaft. "Natürlich war es für uns sehr schwer, diese Niederlage nach einem so harten Kampf zu akzeptieren. Doch das ist Fussball", meinte er. "Wir haben gut gespielt und mit Anstand verloren, denn wir haben unser Bestes gegeben. Es war einfach nicht unser Tag."

