Ganz allmählich erholt Spanien sich von dem Schock. Die Wut und die Enttäuschung nach der Halbfinalniederlage gegen die USA klingen allmählich ab, und die Spieler der Furia Roja sind bereit, um sich mit dem bestmöglichen Ergebnis vom FIFA Konföderationen-Pokal Südafrika 2009 zu verabschieden. Mit einem Sieg gegen die Gastgeber wollen sie sich zumindest den dritten Platz beim "Festival der Champions" sichern.

Das Spiel um Platz drei ist eine Neuauflage des Vorrundenduells in der Gruppe A, in dem sich Spanien durch Tore von David Villa (er traf Sekunden, nachdem er einen Strafstoß verschossen hatte) und Fernando Llorente mit 2:0 gegen die Bafana Bafana durchgesetzt hatte. Der Stürmer von Athletic Bilbao könnte wieder zum Einsatz kommen, wenngleich auch Villa und Fernando Torres ihren Coach Vicente del Bosque drängen, sie einzusetzen, da sie noch eine Chance auf den Gewinn des Goldenen Schuhs von adidas haben. Diese Wertung führen sie gemeinsam mit dem Brasilianer Luis Fabiano mit jeweils drei Toren an.

"Ich habe schon ein paar Minuten spielen dürfen und auch ein Tor erzielt. Für mich ist es sehr wichtig, hier dabei zu sein und alle Möglichkeiten zu nutzen, die mir der Mister bietet. Ich bin sehr glücklich über diese Erfahrung und das Vertrauen des Trainers", erklärt Llorente gegenüber FIFA.com.

Trotz der Zufriedenheit über seine eigene Leistung und der ersten Teilnahme an einem großen Turnier mit der spanischen Auswahl teilt der junge Spieler, einer der Neulinge im Team von Del Bosque, das allgemeine Gefühl der Enttäuschung über das Verpassen des Traumfinales. "Wir sind schon ein wenig traurig, denn wir wollten unbedingt ins Endspiel kommen. Es wäre schön gewesen, gegen Brasilien zu spielen. Es hat aber nicht sein sollen, und so müssen wir uns jetzt auf die letzte Partie konzentrieren, um nicht mit einem schalen Nachgeschmack die Heimreise antreten zu müssen", merkt er an.

Der spanische Goalgetter weiß, dass sein Team die Partie gegen Südafrika nicht auf die leichte Schulter nehmen darf. Die Spieler von Joel Santana strotzen vor Selbstbewusstsein, nachdem sie der Seleçao im Halbfinale 88 Minuten lang Paroli geboten hatten, und sie werden auf dem Platz alles geben, um sich mit einer weiteren großartigen Leistung von ihren Fans zu verabschieden. "Gegen Brasilien haben sie eine gute Partie geboten und es nur versäumt, eine ihrer vielen Chancen zu verwerten", analysiert Llorente. "Südafrika hat sich von Spiel zu Spiel gesteigert, es dürfte also wesentlich schwerer als beim letzten Mal werden. Sie werden aus der Gruppenpartie ihre Lektion gelernt haben und noch stärker sein."

"Sie haben im Mittelfeld und vorne im Angriff sehr schnelle und ballgewandte Spieler. Sie sind gefährlich, daher dürfen wir ihnen keinen Freiraum geben. Wir kennen sie mittlerweile ganz gut", fügt er hinzu.

Lektionen
Ohne Übermut werden die Europameister in das letzte Spiel des Turniers gehen. Wenn Llorente und Co. eines im laufenden Turnier gelernt haben, dann ist es, "dass jede Mannschaft gefährlich ist und jede Partie sehr schwierig werden kann".

Die Spanier wollen nichts von neuer Bescheidenheit oder Erleichterung wissen, nachdem ihre Serie von 35 Spielen ohne Niederlage und 15 Siegen in Folge ein Ende gefunden hat. "Beides trifft nicht zu. Wir haben sehr guten Fussball gespielt und tolle Ergebnisse erzielt. Dennoch hat es uns nie an Bescheidenheit gefehlt", betont Llorente.

"Das ist eine tolle Truppe, und trotz der Niederlage bin ich überzeugt, dass wir gegenwärtig die beste Nationalmannschaft sind. Es ist eine Ehre und auch ein Stolz, dabei sein zu dürfen", erklärt der Stürmer, der es in vier Spielen im Nationaldress bereits auf zwei Tore gebracht hat, voller Leidenschaft.

"Die Niederlage war sicherlich eine wertvolle Erfahrung vor der Weltmeisterschaft. Gegen die USA haben wir eine gute Partie geboten und viele Torchancen herausgespielt. Sie haben hinten einfach Glück gehabt, und wir hatten im Angriff Pech", folgert er. "Es gibt eben Spiele wie diese, deren Ausgang man einfach nicht in der Hand hat."

Und seine Prognose für das Finale? "Ich glaube, dass Brasilien gewinnen wird, aber man kann ja nie wissen. Sie müssen auf jeden Fall auf der Hut sein!"