Drei Jahre sind im Fussball eine lange Zeit. Im Juli 2006 übernahmen Carlos Dunga und Bob Bradley von ihren jeweiligen Vorgängern Carlos Alberto Parreira und Bruce Arena die Nationalteams von Brasilien bzw. den USA. Für frischen Wind sollten sie sorgen, nachdem die beiden Länder bei der FIFA WM 2006 in Deutschland jeweils den Erwartungen nicht gerecht wurden. Knapp 36 Monate später werden sich die Coaches an diesem Sonntagabend im Finale des FIFA Konföderationen-Pokals 2009 gegenüberstehen.
Das Aufeinandertreffen von Dunga und Bradley im Ellis Park Stadium von Johannesburg ist der Beweis: Sowohl der 45-jährige Ex-Weltklassespieler und Weltmeister von 1994 als auch sein sechs Jahre älterer Gegenüber haben ihre Mannschaften weiterentwickelt, seitdem sie erstmals auf der Trainerbank der Auswahl ihres Heimatlandes Platz nahmen. Unter Dunga gelang der Seleçao die Metamorphose von einem vordergründig schön und spektakulär darbietenden Ensemble zu einem physisch starken und effizient spielenden Siegerteam, während Bradley die U.S.-Boys im taktischen Bereich auf das nächste Level führte.
Zwei Siegertypen - ein Ziel
Interessanterweise verkörpern beide Persönlichkeit exakt jene Attribute, welche sie ihren Mannschaften einzuimpfen pflegen. Dunga war als Spieler selbst weit entfernt von Zauberfussball Marke Zuckerhut, seine unvergessenen Qualitäten lagen in der Zweikampfstärke und im gradlinigen Führen des Kollektivs auf dem Platz. Bradley, der schon in einem Alter nordamerikanische College-Teams auf nationalem Topniveau trainierte, in dem andere dem Höhepunkt ihrer Spielerkarriere entgegenblicken, überlässt das Blitzlichtgewichter anderen und lebt das Ideal eines Mannes vor, der stets als Teil des Ganzen betrachtet werden möchte. Dem stets zielstrebig und selten emotional wirkenden Coach aus New Jersey sieht man auf den ersten Blick das pure Bestreben an, einen "Underdog" zur Anerkennung zu führen.
Zwei Kontrahenten, die voller Ehrgeiz stecken. Zwei Siegertypen, die nicht immer den populären Weg gehen. Und zwei Hungrige, die als Trainer in wenigen Stunden nach ihrer ersten Trophäe auf der Weltbühne greifen wollen. Carlos Dunga und Bob Bradley peilen mit ihren Teams den Triumph beim "Festival der Champions" an. FIFA.com sprach mit beiden jeweils im Exklusiv-Interview.
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