In den Straßen von Johannesburg herrschte am Donnerstagabend Trauer, Enttäuschung und Ungläubigkeit vor. Die Südafrikaner hatten das Halbfinale des FIFA Konföderationen-Pokals 2009 im eigenen Land gegen die Titelverteidiger aus Brasilien nach einer hart umkämpften Partie nur denkbar knapp verloren.
Der südafrikanische Torhüter Itumeleng Khune hatte sich in Hochform präsentiert, musste sich aber drei Minuten vor Schluss nach einem von Daniel Alves perfekt ausgeführten Freistoß doch noch geschlagen geben. Zu diesem Zeitpunkt waren alle schon von einer Verlängerung ausgegangen.
Das war niederschmetternd für die Südafrikaner, die sich während des gesamten Spielverlaufs bravourös gegen die Brasilianer geschlagen hatten. Die Niederlage war für Spieler und Fans gleichermaßen schwer wegzustecken. Trotz des enttäuschenden Spielausgangs lobten die Fans der Bafana Bafana den Kampfgeist und Einsatz ihres Teams in den höchsten Tönen.
Ein Hauch von Romantik
"Wir hätten dieses Spiel gewinnen können. Wir hätten nur ein Tor schießen müssen, und Brasilien hätte es nicht mehr geschafft. Es ist sehr enttäuschend, so zu verlieren, aber ich glaube, wir sind alle stolz auf die Jungs und auf den Einsatz, den sie in diesem Spiel gezeigt haben. "Das war wirklich eine heldenhafte Leistung für diese Mannschaft", sagt Tony Doysen.
Für viele südafrikanische Fans hat das Aufeinandertreffen mit Brasilien einen romantischen Anstrich. Schließlich ist es eine Begegnung mit der Mannschaft, die genau die Art von Fussball verkörpert, die die Südafrikaner auf internationaler Ebene gerne eines Tages spielen würden. Einige Romanzen enden jedoch bekanntlich mit einem gebrochenen Herzen.
Vor der Partie gegen Brasilien hatten viele Experten die Südafrikaner bereits abgeschrieben. Dann aber konnten sie verblüfft mit ansehen, wie die Bafana Bafana verbissen Widerstand leistete, eine gehörige Leistungssteigerung realisieren konnte und den berühmten Gegner oftmals in die Defensive drängte. Kgomotso Dube, ein weiterer Fan, überschüttete Mittelfeldmotor und Budweiser Man of the Match Steven Pienaar sowie Torwart Itumeleng Khune mit Lob.
Eine neue Ära eingeläutet?
"Zunächst einmal möchte ich sagen, dass es mein Herz gebrochen hat, so gegen Brasilien zu verlieren. Ich weiß, dass alle erwartet haben, dass wir verlieren. Aber wir haben sehr gut gespielt und hätten gewinnen können. Was die Spieler angeht, finde ich, dass Pienaar im Mittelfeld unglaublich gut war. Er hat gegen ein starkes brasilianisches Mittelfeld jeden Ball gewonnen. Ich finde, er harmoniert sehr gut mit Teko Modise und Siphiwe Tshabalala. Ein weiterer herausragender Spieler war Torhüter Khune", meint Dube.
In den Straßen Südafrikas redet man bereits davon, dass dieser Auftritt am Donnerstagabend die Wiedergeburt einer Mannschaft eingeleitet haben könnte, die in den letzten fünf Jahren ständig hinter ihrem Potenzial zurückgeblieben ist. "Ehrlich gesagt habe ich mir für Südafrika bei diesem Turnier nicht die geringsten Chancen ausgerechnet. Aber das Team hat mich überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Spieler wirklich so kämpfen würden, weil wir vor diesem Turnier kaum Spiele gewonnen haben. Die Leistung gegen Brasilien war herausragend", erklärt der Bafana Bafana-Fan Nkosinathi Nqolo.
Nachdem die Enttäuschung über die Niederlage gegen Brasilien nun langsam verarbeitet ist, werden die Fussballbegeisterten des Landes sicherlich auf eine neuerliche Überraschung im Spiel um Platz drei gegen Spanien hoffen - eine Neuauflage des Gruppenspiels.


