In den kommenden Monaten wird vermutlich viel darüber diskutiert werden, ob Jeffrey Ntukas Entscheidung, den Kampf um einen Stammplatz beim FC Chelsea aufzugeben und nach Südafrika zurückzukehren, die richtige war. Der 23-Jährige, der vom englischen Titelanwärter an den belgischen Klub Westerlo verliehen war, unterzeichnete bei den Kaizer Chiefs einen Vertrag über zweieinhalb Jahre.
Obwohl sein damaliger Wechsel zu den Glamour Boys mit großer Skepsis betrachtet wurde, betonte Ntuka, dass dieser auf sein Bestreben zurückzuführen war, seine Chancen auf eine Nominierung für die südafrikanische Nationalmannschaft zu erhöhen. "Ich möchte keine weiteren Details der Gründe für meine jetzige Rückkehr preisgeben, da die meisten Gründe sehr persönlich sind, aber ich denke, die richtige Entscheidung getroffen zu haben", sagte Ntuka im Gespräch mit FIFA.com.
"Natürlich sprechen die Menschen darüber. Sie haben eine Meinung und dafür habe ich auch Verständnis. Doch schlussendlich ist es jedem selbst überlassen, für sich eine Entscheidung zu treffen. Ein Mann muss in Ruhe darüber nachdenken, was er mit seinem Leben anfangen möchte, und dann seine Entscheidung treffen. Und ich habe mich eben entschieden, in meine Heimat zurückzukehren. Ich bin bei den Chiefs sehr glücklich."
Angesichts der Tatsache, dass die südafrikanische Abwehr nach wie vor eine Baustelle ist, scheinen Ntukas Chancen auf einen Platz in der Nationalmannschaft intakt zu sein. "Nun möchte ich mit guten Leistungen bei den Chiefs auf mich aufmerksam machen und wieder den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen. Ich spiele sehr gerne für mein Land. Ich weiß, dass es einige andere Spieler gibt, die ebenfalls gute Leistungen gezeigt haben, aber ich muss mich einfach nur auf mein Spiel konzentrieren", sagte Ntuka.
Nach fast zwölf Monaten verletzungsbedingter Pause ist sich Ntuka jedoch der Tatsache bewusst, dass er einiges nachzuholen hat, ehe er mit einem Anruf von Teamchef Joel Santana rechnen kann. Vor zwei Jahren hätte er niemals die Möglichkeit in Betracht gezogen, nach Südafrika zurückzukehren. Immerhin stand er zu dieser Zeit unter dem damaligen Trainer José Mourinho kurz vor dem Sprung in die erste Mannschaft des FC Chelsea.
"Ich mag Mourinho als Trainer, er ist einfach großartig. Ich denke, ich habe bei ihm einen guten Eindruck hinterlassen, denn er wollte mich unbedingt in der ersten Mannschaft haben. Doch damals erhielt ich keine Arbeitsgenehmigung, da ich keinen belgischen Pass hatte. Ich war ein Teil seiner Pläne, doch dann verließ er den Klub. Ich war gerade in Belgien, als ich hörte, dass er entlassen wurde ‒ das war sehr traurig, denn ich musste nur noch wenige Monate auf meinen Pass warten", sagte Ntuka.
Im September 2005 gab Ntuka unter dem damaligen Trainer Stuart Baxter im Spiel gegen Senegal in Port Elizabeth sein Debüt in der Nationalmannschaft. Doch dann wurde er völlig unerwartet nicht für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal 2006 in Ägypten nominiert.
Das war eine herbe Enttäuschung für den Youngster, der das Turnier als Karrieresprungbrett nutzen und den FC Chelsea davon überzeugen wollte, dass er bereit war, um einen Stammplatz zu kämpfen. "Das war ein Schock für mich. Mourinho hatte mir gesagt, dass er nach Ägypten kommen würde, um mich spielen zu sehen, doch plötzlich hörte ich, dass ich aus dem Kader geflogen war. Ich war am Boden zerstört, doch ich musste mich wieder aufraffen und weiterhin mein Bestes geben", sagte er.
Und genau das möchte er nun tun. Für einen Spieler, der der südafrikanischen Talentschmiede - Transnet School of Excellence - entstammt, aus der viele andere bekannte Spiele wie etwa Steven Pienaar hervorgegangen sind, ist Ntukas Talent unbestritten. Er begann seine Karriere bei der südafrikanischen Halbprofi-Mannschaft City Pillars, ehe er im Jahr 2001 in die School of Excellence ging. Schon kurz danach wurde er von Chelsea unter Vertrag genommen.
Ntuka, der aus Polokwane stammt, machte im Alter von 19 Jahren als kräftiger Abwehrspieler seine ersten Gehversuche in der höchsten Spielklasse, doch erst als er als Kapitän der U-23-Nationalmannschaft für Furore sorgte, blühte er so richtig auf und schaffte sogar den Sprung in die von Baxter trainierte A-Nationalmannschaft. Ntuka möchte nun genau jenes Potenzial ausschöpfen, dass Baxter damals in ihm erkannte.


