Über 60.000 Menschen werden am Sonntagabend ins Ellis Park Stadium strömen. Einige werden die USA unterstützen, andere wiederum Brasilien. Doch es werden auch viele neutrale Fussball-Fans dort sein, um einfach diese wunderbare und ansteckende Atmosphäre aufzusaugen, um ihre Vuvuzelas zu blasen und um ein Endspiel zu genießen, welches der krönende Abschluss eines denkwürdigen FIFA Konföderationen-Pokals zu werden verspricht.

Nach 90 Minuten - oder nach Verlängerung oder Elfmeterschießen - wird entweder ein neuer Name in den Pokal eingeprägt werden, oder Brasilien wird Frankreich hinter sich lassen und damit alleiniger Rekordsieger dieses Wettbewerbs sein.

Das Spiel
USA - Brasilien, Johannesburg, 28. Juni 2009, 20:30 Uhr (Ortszeit)

Die USA und Brasilien mögen beide in Amerika liegen, doch zwischen ihren Traditionen und Erfolgen im Fussball liegen Welten. Der Futebol ist tief im Leben und der Kultur der Südamerikaner verwurzelt und die Seleção ist mit fünf Titeln bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ alleiniger Rekordhalter. In den USA hingegen gehört Soccer noch zu den aufstrebenden Sportarten, und die Nationalmannschaft konnte bisher noch keinen internationalen Pokal erobern.

Angesichts solch glanzvoller Namen wie Maicon, Kaká, Robinho oder Luis Fabiano war es keine große Überraschung, dass Brasilien die USA, deren bekanntester Spieler Landon Donovan in der heimischen MLS spielt, in der Gruppenphase deutlich mit 3:0 besiegte. Doch seitdem hat sich in recht kurzer Zeit einiges verändert.

Den USA gelang mit einem überraschenden Sieg gegen die formstarken Ägypter eine nicht mehr für möglich geglaubte Qualifikation für das Halbfinale, in dem sie anschließend dem Turnierfavoriten Spanien die erste Niederlage nach 35 ungeschlagenen Spielen zufügten. Währenddessen quälte sich Brasilien, nach zuvor spektakulären und gnadenlos effektiven Auftritten in der Gruppenphase, zu einem mühsamen Halbfinalerfolg gegen den Gastgeber Südafrika, der erst durch einen Freistoß von Dani Alves in der Schlussphase der Partie niedergerungen werden konnte. Folglich steht dieses Endspiel für die Trainer Dunga beziehungsweise Bob Bradley unter völlig unterschiedlichen Vorzeichen, und der neutrale Beobachter freut sich auf einen spannenden Schlussakt für ein wunderbares Turnier.

Das Duell
Landon Donovan gegen Kaká

Die zwei Akteure, die in ihrer Nationalmannschaft jeweils der bekannteste Star sind, haben in Südafrika bisher zwar brilliert, ohne indes ihre absolute Topform zu zeigen. Beide zeichnen sich durch ihre Schnelligkeit und Dribbelstärke aus, verfügen über einen starken Drang zum Tor und sind in der Lage, ein Spiel mit einem einzigen Geniestreich zu entscheiden.

Der direkte Vergleich
USA - Brasilien 1:2 n.V.
23. Juli 2003
Halbfinale des CONCACAF Gold Cup, Miami

Die U.S.-amerikanischen Fans zählten bereits die letzten Sekunden herunter. Durch das bis dahin einzige Tor der Partie durch Carlos Bocanegra, den aktuellen Kapitän der Mannschaft, standen die USA unmittelbar vor dem Einzug ins Finale. Doch Kaká rettete sein Team mit seinem Ausgleichstreffer in der 89. Minute in die Verlängerung - es war der erste Gegentreffer der USA seit 600 Minuten, seit Adrianos Tor beim 1:0-Erfolg Brasiliens im FIFA Konföderationen-Pokal einen Monat zuvor. In dieser Verlängerung besiegelte schließlich ein Strafstoß durch Diego die schmerzhafte Niederlage der Nordamerikaner.

Der Fakt
200 - So viele Siege hat Brasilien durch den letzten Erfolg gegen Südafrika bisher bei FIFA-Wettbewerben der Männer gesammelt. Insgesamt weist Brasilien eine Siegquote von über 65 Prozent in 61 Turnieren und knapp über 300 Spielen auf.

Wussten Sie schon?
Cobi Jones, Rekordnationalspieler der USA, absolvierte 1996 ein kurzes Gastspiel beim brasilianischen Klub Vasco da Gama. Und der Rekordtorschütze Brasiliens, Pelé, war drei Spielzeiten lang bei New York Cosmos unter Vertrag und führte den Klub 1977 zum Gewinn der North American Soccer League, eines Vorläufers der heutigen Profiliga.

Das Zitat
"Wir haben in der Vergangenheit großartige Ergebnisse erzielt, aber noch nie ein Turnier dieser Größenordnung gewonnen. Ein Turnier zu gewinnen, an dem Brasilien, Spanien, Italien und Ägypten teilgenommen haben, wäre unglaublich für uns und würde uns im Hinblick auf unsere Rückkehr nach Südafrika zur Weltmeisterschaft enormes Selbstvertrauen geben."
Bob Bradley (Trainer, USA)

"Die USA sind eine großartige Mannschaft. Nur weil wir in diesem Turnier bereits gegen sie gewonnen haben, heißt das noch lange nicht, dass uns dies erneut gelingt. Sie haben gegen Spanien sehr gut gespielt. Es wird eine ganz andere Partie werden, und wir wissen, dass ein hartes Stück Arbeit auf uns zukommt."
Robinho (Stürmer, Brasilien)

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