Ubuntu ist eine afrikanische Lebensphilosophie, der die Idee der "Humanness", der Menschlichkeit, zugrunde liegt. Das Wort ist Teil des Zulu-Ausdrucks " umuntu ngumuntu ngabantu", der in etwa bedeutet: "Ein Mensch wird zum Menschen durch andere Menschen". Diese Sichtweise unterscheidet sich deutlich vom individualistischen Denkansatz. Verglichen mit Descartes Grundprinzip "Ich denke, also bin ich", müsste das Ubuntu-Grundprinzip lauten "Ich gehöre dazu, also bin ich" - womit das Individuum sofort in einen gemeinschaftlichen Kontext gestellt wird.

Ubuntu hat eine sehr breit gefasste Bedeutung und wird im Allgemeinen in Beziehung zur bürgerlichen Gesellschaft gesetzt. Es handelt sich um eine Lebensphilosophie, die die Gruppensolidarität unterstützt und die dadurch beim Aufbau der südafrikanischen Nation besondere Bedeutung erlangt hat. Ubuntu ist einer der Schlüssel für das, was das demokratische Südafrika zu werden anstrebt - ein sozial vollständig integriertes Land.

Außerdem dient Ubuntu als Bindeglied für die unterschiedlichen Kulturen Südafrikas. Die Verfassung des Landes respektiert alle Kulturen, und diese Einstellung wird in allen Bereichen der südafrikanischen Gesellschaft gepflegt. Die Kultur und Geschichte dieses Landes sind äußerst verschiedenartig, doch auf der Basis der Grundgedanken von Ubuntu können die Südafrikaner sich zusammentun und gemeinsam der Vision eines vereinigten Landes nachstreben.

Außerdem würde es dem Geist von Ubuntu entsprechen, wenn alle Südafrikaner trotz einer gewalttätigen Vergangenheit den Mut und die Kraft finden, einander zu umarmen. Die erfolgreiche Tätigkeit der Wahrheits- und Versöhnungskommission TRC war ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Es gibt auch eine Version des Computer-Betriebssystems Linux namens Ubuntu.