FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Marcelo: "Ich blicke nicht zurück, auch nicht zur Motivation"

(FIFA.com)
Marcelo of Real Madrid CF reacts
© Getty Images
  • Marcelo und Real Madrid wollen dritten WM-Titel holen
  • Der Brasilianer träumt von einem möglichen Finale gegen seine Landsleute von Grêmio
  • Die Madrilenen starten am 13. Dezember gegen Al Jazira ins Turnier

"Anfangs fand ich es nicht leicht, aber jetzt kommt ohne Druck keine Spannung auf." Marcelo lacht verschmitzt. Er weiß genau, wovon er spricht. Schließlich bestreitet er bereits seine elfte Saison bei Real Madrid. Nur der erste Teamkapitän Sergio Ramos (der Brasilianer ist der zweite) ist noch länger bei den Königlichen als er.

In all diesen Jahren – seit er mit 18 Jahren seinen ersten Vertrag in Madrid unterschrieb – hat er vieles erlebt. Unter anderem hat er mit dem Klub 17 Titel gewonnen, davon drei in der UEFA Champions League und zwei bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Doch der linke Außenbahnspieler der Madrilenen gehört nicht zu denen, die auf ihre Erfolgsgeschichte zurückblicken. "Nein", bestätigt er im Exklusivinterview mit FIFA.com. "Ich blicke nicht zurück, auch nicht zur Motivation", meint er lachend.

"Der Fussball hat ein kurzes Gedächtnis, und für mich ist der wichtigste Titel immer derjenige, um den ich gerade spiele." In diesem Fall ist das die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2017, bei der Real Madrid am 13. Dezember zum Auftakt auf Al Jazira, den Vertreter des Austragungslandes, trifft.

Sollte der Klub gewinnen, dann wäre es der fünfte Titel in insgesamt sechs Wettbewerben, die Real 2017 bestritten hat. Die Königlichen haben dieses Jahr bereits die spanische Meisterschaft, die UEFA Champions League sowie den spanischen und den europäischen Superpokal gewonnen.

Marcelo im Kurzprofil

  • Ein orangefarbener Käfer: Unter Marcelos zahlreichen Tätowierungen sticht ein VW Käfer auf dem rechten Arm heraus. Den Käfer hat er sich zu Ehren seines Großvaters tätowieren lassen, der nach einem kleinen Lotteriegewinn einen alten Gebrauchtwagen kaufte, um seinen Enkel zum Training fahren zu können.

  • Rückkehr zum Futsal: Wie viele andere brasilianische Spieler spielte Marcelo zunächst Futsal, bevor er mit 15 Jahren in die Nachwuchsabteilung von Fluminense Rio de Janeiro aufgenommen wurde, dem einzigen Klub, für den er außer Madrid gespielt hat. Bevor er die Fussballschuhe endgültig an den Nagel hängt, würde er nach eigenen Angaben gern noch einmal aufs Parkett zurückkehren.

  • Charakterstärke: Am Ende seiner ersten Saison bei Real, in der er kaum zum Einsatz gekommen war, wollte man ihn an ein anderes Team ausleihen, doch Marcelo weigerte sich. Kurz darauf verließ Roberto Carlos den Klub, und er eroberte die linke Flanke im Sturm.

  • Angriffsgen: "Ich bin Verteidiger, aber ich schalte mich gern in den Angriff ein", erklärt er. Vielleicht ist aus seinem ältesten Sohn Enzo deshalb ein Stürmer geworden. Der Achtjährige spielt bereits in der Nachwuchsabteilung von Real. "Wenn ich nach Hause komme, bin ich kaputt, daher kann ich nicht den ganzen Tag mit ihm spielen. Ich stelle mich ins Tor und fertig!", meint er lachend.

  • *Vorzeigekapitän: *Roberto Carlos hat mir in meiner Anfangszeit bei Madrid viel geholfen, und ich habe versucht, dies bei den jungen Spielern ebenfalls zu tun, denn es ist sehr schwer, mit 19 oder 20 Jahren zu Real zu kommen. Ich habe das selbst erlebt und konnte auf die Unterstützung von Roberto, Sergio (Ramos), (Fabio) Cannavaro, Iker (Casillas), (Míchel) Salgado, (Ruud) Van Nistelrooy und anderen zählen. Jetzt versuche ich, dasselbe zu tun."

*Die dritte Klub-WM *"Das ist eine Herausforderung", erklärt er. Dennoch stellt die Möglichkeit, das Turnier zu gewinnen und mit dem derzeitigen Rekordhalter FC Barcelona (drei Titelgewinne) gleichzuziehen, für ihn keine Zusatzmotivation dar. "Wir beschäftigen uns nicht mit anderen Teams. Wir machen unser eigenes Ding."

*Schritt für Schritt *"Zunächst einmal steht das Halbfinale an, und wir müssen es gewinnen, bevor wir über das Finale nachdenken können. Unser Ziel ist der Gewinn der Klub-Weltmeisterschaft, die ein sehr wichtiges Turnier ist, aber wir müssen Schritt für Schritt vorgehen. Wir dürfen nicht mit der Einstellung hierher kommen, dass wir mit dem Sieg in der Tasche nach Hause zurückkehren werden. Wir müssen vor allen Mannschaften ebenso viel Respekt haben wie sie vor uns. Und wir müssen alles geben, um diesen Titel zu gewinnen."

*Selbstläufer? *"Nichts ist einfach, und im Fussball schon gar nicht. Ich habe zwei Klub-Weltmeisterschaften bestritten und beide gewonnen, aber es war sehr schwer. Es gibt keinerlei Vorteile für Madrid. Ich spiele schon viele Jahre für den Klub, und es war immer alles sehr schwer. Wir haben schon viele Titel gewonnen, aber wir mussten viele Opfer dafür bringen."

*Der Traumgegner *"Ich bin schon stolz darauf, dass eine brasilianische Mannschaft den Sprung ins Finale der Copa Libertadores geschafft hat, denn das ist ein sehr schwieriges Turnier. Jetzt tritt dieses brasilianische Team bei der Klub-WM an. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns im Finale mit Grêmio messen könnten. Das wäre unglaublich."

Empfohlene Artikel

FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Navas: "Am Ende kämpfen wir immer um die Titel"

06 Dez 2017

FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Romarinho – vom Reservisten zum Star

09 Dez 2017

FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Klub-WM 2016: Real Madrid - Kashima Antlers (4:2 n...

18 Dez 2016

FIFA Klub-Weltmeisterschaft

Real Madrid - San Lorenzo (FIFA Klub-WM 2014)

10 Dez 2015