In der Delegation von Pachuca in den Fluren des Zayed Sports City Stadiums von Abu Dhabi herrschte vor allem Erleichterung.

Obwohl das mexikanische Team genügend Chancen gehabt hatte, um das Debüt bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gegen Wydad Casablanca in der regulären Spielzeit zu gewinnen, mangelte es an Präzision und Effizienz. So musste es sich erst durch die Verlängerung quälen.

Und die Schatten der Vergangenheit kamen immer näher: Bei den letzten drei Teilnahmen der Tuzos bei diesem Turnier waren sie nur ein Mal über die zweite Runde hinausgekommen. Doch dann war Víctor Guzmán zur Stelle.

"Es war mir vergönnt, aber wir wissen, dass der Sieg das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit ist", spielt er im Gespräch mit FIFA.com seine Rolle herunter.

Aber wenn es jemanden gab, der schon vor seinem entscheidenden Treffer ständig den Weg zum Tor suchte, dann war er es. Der Mittelfeldspieler war fast an allen Aktionen beteiligt. Per Volley, per Kopf - aber der Ball wollte nicht reingehen.

"Das ist vor allem eine mentale Sache. Wenn man merkt, dass es nicht läuft, muss man es immer wieder versuchen, bis es funktioniert." Und er verrät sein Geheimrezept, wenn es mal nicht so gut läuft: "Der wichtigste Spielzug ist immer der nächste, denn die anderen sind schon Vergangenheit."

Steckbrief Víctor Guzmán

  • Geboren in Tonalá, Jalisco, vor 22 Jahren.
  • Ausgebildet bei Atlas, doch er wurde wegen seiner geringen Körpergröße abgelehnt. Damals wollte er mit dem Fussball aufhören.
  • Nachdem er bei Chivas Guadalajara kaum Spielzeit erhalten hatte, kam nach seinem Wechsel zu Pachuca 2015 die Wende.
  • Der kreative Spielmacher war in der regulären Saison der Liga MX mit acht Toren der erfolgreichste mexikanische Torjäger, obwohl er kein Stürmer ist.
Es ist nicht das erste Mal, dass Guzmán in die Rolle des Helden schlüpft. Im vergangenen Jahr bescherte er Pachuca im Finale der Liga MX ebenfalls mit einem Kopfballtreffer den Titel. Emmanuel García hatte damals die Vorlage gegeben. Dieses Mal fiel das Tor nach Vorarbeit von Jonathan Urretaviscaya.  

"Die Flanken sind seine größte Stärke. Er serviert sie dir direkt auf den Kopf", sagt er lächelnd. "Die meisten Tore, die ich in der Meisterschaft erzielt habe, hat er mir aufgelegt. Wo er hinschießt, da muss man hin."

Nun, da die Angst vertrieben ist, erneut um den fünften Platz spielen zu müssen, hofft Guzmán, dass sich das Team im Halbfinale treffsicherer zeigt. In der Runde der letzten Vier wartet der Südamerikameister Grêmio. "Wir müssen von der ersten Minute an konzentriert sein und dürfen keine Gegentore kassieren, denn wir werden sicher viele Torchancen haben und können sie nutzen. Heute haben wir sie leider nicht genutzt, aber in den nächsten Spielen werden sie reingehen."

("Víctor ist ein großartiger Spieler, der sehr gereift ist, und ich kann ihn gar nicht genug loben." — Diego Alonso)