Ein wahrer Kampf der Titanen steht im Achtelfinale der UEFA Champions League auf dem Programm. In zwei Partien pro Abend treffen vom 12.-20. Februar in den Hinspielen und vom 5.-13. März in den Rückspielen die Großmächte des europäischen Klubfussballs aufeinander.

Neun Nationen sind noch im Wettbewerb vertreten. Spanien stellt mit vier Mannschaften das größte Kontingent, gefolgt von Deutschland mit drei Teilnehmern. England und Italien hingegen sind nur noch mit zwei Teams dabei.

In drei Partien kommt es zu einem Aufeinandertreffen ehemaliger Champions des Wettbewerbs: Celtic Glasgow gegen Juventus Turin, Real Madrid gegen Manchester United und AC Mailand gegen den FC Barcelona. Der FC Málaga wiederum ist seit Lokomotive Moskau in der Saison 2003/2004 der einzige Klub, der es von der Qualifikation bis ins Achtelfinale geschafft hat.

Schließlich wird zum 23. Mal in Folge ein neuer europäischer Klubmeister gekrönt, da Titelverteidiger FC Chelsea bereits in der Gruppenphase ausschied.

Die Spiele im Überblick

Dienstag, 12. Februar
Celtic Glasgow - Juventus Turin
FC Valencia - Paris Saint-Germain 

Mittwoch, 13. Februar
Shakhtar Donetsk - Borussia Dortmund
Real Madrid - Manchester United

Das Topspiel
Real Madrid - Manchester United, Santiago-Bernabeu-Stadion, Madrid, 20:45 Uhr
Im Duell zweier traditioneller Großmächte wird die geballte Erfahrung von zwölf kontinentalen Titeln auf dem Platz stehen. Real Madrid, das in der heimischen Liga mit 16 Punkten Rückstand auf Barça auf Rang drei liegt, setzt nun alles daran, zum zehnten Mal die begehrte europäische Trophäe zu gewinnen, um seine Saison zu retten. Manchester United wiederum rangiert mit zwölf Zählern Vorsprung unangefochten an der Spitze der Premier League und will in der UEFA Champions League seine Erfolgsserie von drei Finalteilnahmen in fünf Spielzeiten (Titelgewinn 2008) fortsetzen. Die zwei Teams sind sich im Rahmen dieses Wettbewerbs acht Mal begegnet: drei Mal ging Real Madrid als Sieger vom Platz, zwei Mal Manchester United, drei Mal gab es ein Unentschieden.

Nach zuletzt überraschend schwachen Leistungen testete der ansonsten vorsichtige José Mourinho am Samstag gegen den FC Sevilla eine äußerst offensive Formation mit Luka Modrić, Kaka, Gonzalo Higuain, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo. Das Ergebnis fiel mit 4:1 – Cristiano Ronaldo erzielte dabei drei Treffer – recht ermutigend für die Königlichen aus. Dennoch ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass die seit dem Halbfinale von 2011 gegen den FC Barcelona (0:2) zu Hause ungeschlagenen Madrilenen beim Gastspiel der Engländer genau so offensiv auftreten. United zeigte sich zuletzt solider denn je und extrem gefährlich bei Gegenstößen.

Die anderen Partien 
Celtic Glasgow - Juventus Turin
Trainer Neil Lennon weiß, wie er seine Männer motivieren kann. Beim historischen Sieg Celtics gegen Juventus am 31. Oktober 2001 (4:3) stand er schließlich höchstselbst auf dem Platz. Das schottische Team, das in der heimischen Meisterschaft mit 18 Punkten Vorsprung auf den ersten Verfolger einsam seine Kreise zieht, blieb in den letzten acht Duellen gegen italienische Teams vor eigenem Publikum ungeschlagen – seit dem 12. März 1969. Celtic sicherte sich in Gruppe G unter anderem mit einem Sieg gegen Barça den zweiten Platz vor Benfica Lissabon und Spartak Moskau. Aber auch bei Juventus ist die Erinnerung an jene Partie von 2001 noch wach: Der zuletzt formstarke Gianluigi Buffon war damals ebenfalls anwesend, wenn auch nur als Ersatztorhüter. Juve liegt seit Saisonbeginn an der Spitze der Serie A und ist in europäischen Wettbewerben seit 16 Spielen ungeschlagen.

FC Valencia - Paris Saint-Germain
Nach einem schwierigem Saisonstart hat der FC Valencia unter Ernesto Valverde wieder zu alter Stärke gefunden und ist mit einem auf den spanischen Nationalstürmer Roberto Soldado zugeschnittenen 4-2-3-1-System erfolgreich. Im heimischen Mestalla-Stadion ist das Team schwer zu bezwingen und blieb die letzten neun Champions-League-Partien ungeschlagen. Französische Mannschaften scheinen Valencia zudem besonders gut zu liegen (acht Heimsiege in acht Partien). Für Paris Saint-Germain, das zuletzt die alleinige Führung in der Ligue 1 eroberte, ist diese Partie eine weitere Bewährungsprobe gegen einen Großen Europas. In der Gruppenphase verloren die Franzosen nur ein Spiel gegen den FC Porto (0:1). PSG wird bei dieser kniffligen Auswärtsaufgabe auf drei seiner Stars verzichten müssen: Thiago Motta und Thiago Silva fallen verletzt aus, während David Beckham noch nicht bereit ist.

Shakhtar Donetsk - Borussia Dortmund
Shakhtar Donetsk, unangefochtener Spitzenreiter in der heimischen Meisterschaft, gelang auf Kosten des FC Chelsea der Einzug ins Achtelfinale und strebt zum zweiten Mal in seiner Geschichte die Qualifikation für das Viertelfinale an. Hierfür wird der gerissene Trainer Mircea Lucescu einmal mehr auf seine starke brasilianische Kolonie (acht Spieler) bauen, aber auch auf den armenischen offensiven Mittelfeldspieler Henrikh Mkhitaryan, der mit 18 Treffern die Torschützenliste der heimischen Liga anführt. Dortmund wiederum feierte mit dem Gruppensieg vor Real Madrid, Ajax Amsterdam und Manchester City bereits einen großen Erfolg und hat in sechs Duellen gegen ukrainische Klubs noch nie verloren. Allerdings kassierten die Männer von Jürgen Klopp in der Bundesliga zuletzt eine schwere Heimschlappe gegen den Hamburger SV (1:4) – möglicherweise waren sie in Gedanken bereits bei der Partie in der Ukraine.
 
Spieler im Fokus
Mit seinen 33 Jahren steht Andrea Pirlo, der in der kommenden Saison sein 20. Jubiläum als Profi feiern wird, nach wie vor auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Am Samstag lieferte er gegen den AC Florenz (2:0) erneut eine Demonstration seiner Klasse: Mit 118 Ballkontakten war er Dreh- und Angelpunkt in der Zentrale von Juventus, und von den 75 Anspielversuchen auf seine Stürmer kamen 74 Pässe erfolgreich an. Seit seiner Ankunft in Turin am 25. Mai 2011 ist er der unverzichtbare Taktgeber im Mittelfeld und lässt die Alte Dame von einem neuen europäischen Triumph träumen.

Statistik 
15 – Die letzte Viertelstunde der zweiten Halbzeit war in der diesjährigen Auflage der UEFA Champions League mit 50 Treffern die torreichste Phase des bisherigen Wettbewerbs. In den jeweils letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit fielen 48 Treffer. Zurückhaltend zeigten sich die Teams dagegen in der ersten Viertelstunde der jeweiligen Spiele (31 Tore).
 
Zitat
"Nach der Partie gegen Granada (0:1-Niederlage Reals nach einem Eigentor von Cristiano Ronaldo) und dem Bild, das wir dabei abgegeben haben, war es wichtig, auch den letzten Zweifel zu zerstreuen. Und eine bessere Antwort als die von Ronaldo konnte man nicht geben." - Aitor Karanka, Trainerassistent von Real Madrid, nach dem deutlichen Sieg gegen den FC Sevilla (4:1) mit einem Dreierpack von Cristiano Ronaldo

Ihre Meinung zählt!
Wer entscheidet das Torjägerduell zwischen Cristiano Ronaldo, Gonzalo Higuain und Karim Benzema einerseits und zwischen Wayne Rooney und Robin van Persie andererseits für sich?