Tsuneyasu Miyamoto ist wohl einer der bekanntesten Namen im japanischen Fussball. 2002 und 2006 nahm der Abwehrspieler als Kapitän der Blue Samurai an der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ teil, gewann mit dem Team den AFC Asien-Pokal 2004, spielte beim FIFA Konföderationen-Pokal 2003 und 2005 sowie beim Olympischen Fussballturnier 2000 und konnte überdies 2005 mit Gamba Osaka die japanische Meisterschaft gewinnen.

2011 beendete der 71-malige Nationalspieler seine erfolgreiche Karriere. Der mittlerweile 35-jährige hat seitdem ein FIFA Master-Aufbaustudium in Angriff genommen und ist als Botschafter für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012 tätig. Nach der offiziellen Auslosung des Turniers, bei der er als Assistent fungierte, nahm sich Tsune Zeit für ein Interview mit FIFA.com.

Tsuyenasu, was bedeutet Ihnen die Rolle als Botschafter der Klub-WM 2012?
Das ist eine große Ehre, zumal das Turnier in meiner Heimat Japan stattfindet – zehn Jahre nach meiner ersten FIFA Fussball-Weltmeisterschaft. Es ist also eine Art Jubiläum für mich, nachdem ich unlängst meine 'zweite Karriere' begonnen habe.

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Turnier?
Riesig, denn einige der weltbesten Teams, darunter Chelsea und Corinthians, werden in Japan antreten. Die japanischen Fans freuen sich bereits auf unterhaltsame und spannende Spiele.

Wer ist Ihr Favorit auf den Titelgewinn?
Chelsea. Die UEFA Champions League ist meiner Meinung nach der am besten besetzte und am härtesten umkämpfte Kontinentalwettbewerb. Daher ist Chelsea als Sieger dieses Wettbewerbs auch ein heißer Anwärter auf den Gewinn der Klub-WM.

Sie haben Ihre Karriere letztes Jahr beendet. Wie sehr vermissen Sie den Fussball?
Schon ein wenig, aber von Zeit zu Zeit habe ich noch die Gelegenheit, mit Freunden zu spielen. Nach 17 Jahren im Profifussball habe ich die Entscheidung getroffen, meine Karriere zu beenden. Damit kann ich gut leben.

Die japanische Nationalmannschaft konnte die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 gewinnen, die Männer triumphierten beim AFC Asien-Pokal. Auch beim Olympischen Fussballturnier London 2012 waren beide japanische Mannschaften sehr erfolgreich. Ist Japan derzeit die Nummer 1 im asiatischen Fussball?
In Sachen Technik, Disziplin und Organisation ist Japan wohl derzeit führend. Aber es gibt noch weitere Spitzenmannschaften in Asien. Wir müssen uns daher kontinuierlich verbessern, sind aber definitiv auf einem guten Weg. 

Immer mehr Spieler aus Japan zieht es in Ausland, vor allem nach Europa. Wie bewerten Sie dies?
Mittlerweile stehen viele japanische Spieler bei europäischen Topklubs unter Vertrag. Das ist das Ziel vieler Talente in Japan und gut für die zukünftige Entwicklung des japanischen Fussballs.