Im Anschluss an ein Meeting des Organisationskomitees der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012 fand im Ritz-Carlton in Tokio eine Pressekonferenz statt. FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke und der Präsident des japanischen Fussballverbandes (JFA), Kuniya Daini, gaben Auskunft über die Turniervorbereitungen, den Ticketverkauf und vor allem das Debüt der Torlinientechnologie im Fussball.

Jérôme Valcke, FIFA-Generalsekretär
Über die FIFA Klub-Weltmeisterschaft
Wir freuen uns, wieder hier in Tokio zu sein. Wir erwarten ein großartiges Turnier, bevor es in den nächsten zwei Jahren in Marokko stattfindet. Es ist immer eine Freude, hier in Japan zu sein.

Über Al Ahlys Trauerflor
Al Ahly wurde heute vom Organisationskomitee die Genehmigung erteilt, im Gedenken an die Fans, die bei der Tragödie in Port Said ums Leben gekommen sind, schwarze Armbänder zu tragen. Die Entscheidung wurde vom Komitee einstimmig getroffen.

Über das offizielle Debüt der Torlinientechnologie
Es ist ein großer Tag. Morgen wird zum ersten Mal die Torlinientechnologie in einem offiziellen Spiel eingesetzt. Die Tests sind abgeschlossen, und die Installationsprüfungen waren erfolgreich. Es ist auch für uns ein wichtiger Tag. Denn eines der beiden Systeme, die wir hier einsetzen, Hawk-Eye und GoalRef, wird auch beim FIFA Konföderationen-Pokal im kommenden Jahr zum Einsatz kommen.

Über den Ursprung der Torlinientechnologie
Wir alle haben das Spiel zwischen England und Deutschland bei der Weltmeisterschaft 2010 gesehen [Anm. d. Red.: Als ein Schuss deutlich die Torlinie überschritt, aber kein Tor gegeben wurde]. Nach dieser Erfahrung nahmen wir die Diskussion über ein System, das wir zur Unterstützung des Schiedsrichters einsetzen könnten, wieder auf. Das IFAB [Anm. d. Red.: International Football Association Board] traf zusammen, und neun Unternehmen bewarben sich. Zwei bestanden den ersten Teil des Tests und gestern auch erfolgreich die Abschlusstests.

Über die hohen Kosten der aktuellen Systeme
In Zukunft werden weitere Unternehmen auf den Markt kommen. Die Kosten werden sinken. Momentan ist es teuer, doch das wird nicht ewig so sein. Denken Sie etwa an die Kosten für ein Plasma-Fernsehgerät vor einigen Jahren, und wie der Preis inzwischen gesunken ist.

Über die Genauigkeit des Systems
Es muss das genaueste System sein, das wir momentan bekommen können. Es darf dabei keine Fehler geben. Dies ist auch der Grund dafür, dass das IFAB zwei Jahre benötigt hat, um sicherzustellen, dass das System perfekt war.

Über die Notwendigkeit der Torlinientechnologie
Es ist eine Art Revolution. Es ist das erste Mal, dass diese Form der Technologie Einzug in den Fussball hält. Sie wird speziell auf die Torlinie beschränkt sein. Das IFAB ist dafür da, um die 17 Regeln des Spiels zu schützen. Es war ihre Entscheidung, und sie haben eindeutig betont, dass die Technologie auf die Torlinie beschränkt bleibt. Wenn ein Ball ins Tor geht, müssen wir sicherstellen, dass der Schiedsrichter die Information erhält, dass der Ball drin war. Die endgültige Entscheidung liegt dann beim Schiedsrichter. Die Technologie wird das Tempo, die Werte oder den Geist des Spiels nicht verändern. Es gibt keinen Grund, gegen diese Technologie zu sein.

Die Rolle des Schiedsrichters bei diesem Prozess
Die Schiedsrichter wurden gestern umfassend mit dem System geschult. Wir werden sicherstellen, dass sie wissen, wie sie die Technologie verwenden können. 90 Minuten vor jedem Spiel wird der Schiedsrichter das System testen. Auf Grundlage dieses Tests wird er entscheiden, ob es eingesetzt wird oder nicht. So wird es immer bleiben. Die letzte Entscheidung liegt beim Schiedsrichter. Wenn er aus irgendwelchen Gründen Zweifel hat, verfügt er über das Recht, es nicht zu nutzen. Der Schiedsrichter ist in diesem Prozess die wichtigste Person.

Roman Furrer von der EMPA (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt)
Über die Systeme Hawk-Eye und GoalRef
Beide Systeme haben den abschließenden Installationstest bestanden. Gemäß diesen Tests sind sie funktionstüchtig.

Kuniya Daini, Präsident des Lokalen Organisationskomitees und des japanischen Fussballverbandes (JFA)
Über die Vorbereitungen und den Ticketverkauf für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012
Wir freuen uns, in diesem Jahr erneut die FIFA Klub-Weltmeisterschaft auszutragen. Die Tickets für das Finale sind beinahe ausverkauft, doch für alle anderen Spiele sind noch Karten verfügbar.

Es ist ein Jahr vergangen, seit der Tsunami Teile unseres Landes zerstört hat. Dank der Hilfe der FIFA und der weltweiten Fussballfamilie war die JFA in der Lage, den betroffenen Gebieten Unterstützung zukommen zu lassen. Wir haben immer noch einen langen Weg vor uns, und die hart von der Katastrophe getroffenen Gebiete benötigen immer noch unsere Hilfe. Als Zeichen unserer Unterstützung werden wir bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft einen Slogan verwenden: "Unsere Herzen sind bei euch."