Die Spieler von Chelsea FC sind in Japan von zahlreichen einheimischen Fans begrüßt worden, die auf starke Leistungen bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2012 und eine Stärkung der Fangemeinde in Japan hoffen.

Die englische Premier League ist zwar in Japan ziemlich beliebt, doch die Medienberichte konzentrieren sich größtenteils auf Manchester United mit Neuzugang Shinji Kagawa und auf Southampton, wo der japanische Verteidiger Maya Yoshida spielt, der mit der Olympia-Auswahl Japans in London bis ins Halbfinale vorgestoßen war.

Der 24-jährige Teruhito Komatsu drückt ganz fest die Daumen, dass Chelsea durch sein Debüt bei diesem Turnier selbst mehr ins Rampenlicht der Medien rückt. Komatsu ist Mitglied des Chelsea-Fanklubs von Japan, seitdem seine Leidenschaft für den Fussball allgemein und für Chelsea im Besonderen durch den legendären Gianfranco Zola entfacht wurde. Zu Beginn der Saison 2002/03 interessierte sich Komatsu noch nicht einmal für Fussball. Doch das änderte sich, als er Zola im Fernsehen sah.

Der offensive Mittelfeldakteur aus Italien begeisterte Komatsu mit seiner unnachahmlichen Spielweise und weckte sein Interesse für Fussball. Nun beschäftigte sich Komatsu so intensiv mit dem schönsten aller Spiele, dass er in seiner Zeit als Student sogar ein Fernsehquiz über Fussball gewann. Sein Gewinn war eine Reise zum Finale der UEFA Champions League 2008 in Moskau, das der FC Chelsea gegen Manchester United verlor.

Traum von England
"Zola hat das alles ins Rollen gebracht", verrät Komatsu im Gespräch mit FIFA.com. Er gehört heute zu den Chelsea Pitch Owners - der Vereinigung von Kleinanlegern, in deren Besitz sich das Stadion an der Stamford Bridge befindet. Dieses Jahr war Komatsu in München (dieses Mal auf eigene Kosten) und wurde Zeuge des ersten Champions-League-Triumphs Chelseas im Elfmeterschießen gegen Bayern München.

Nach seinem Universitätsabschluss wurde Komatsu eine Stellung bei einem Medienkonzern im Bereich Fussball angeboten, doch er will lieber Geld sparen und später in England leben. "Ich will unbedingt dort Fussball sehen", sagte er.

Nun hat er die Gelegenheit, die Blues, die am Donnerstag in Yokohama gegen Monterrey aus Mexiko antreten, in Japan in Aktion zu sehen. Komatsu ist sich sicher, dass Chelsea in Japan erheblich an Bekanntheit gewinnen würde, sollte es dem Team gelingen, die Trophäe zu holen.

"Ich hoffe, dass Chelsea einen Titel für die Geschichtsbücher gewinnen kann", meint er. "Im Vergleich mit dem Manchester-United-Fanklub in Japan sind wir sehr deutlich in der Unterzahl. Als Luiz Felipe Scolari Trainer wurde, überschlugen sich die englischen Medien mit Berichten über 'Super Chelsea', während man den Klub in Japan nicht als etwas Besonderes wahrnahm. Dieses Turnier bietet Chelsea eine fantastische Gelegenheit, in dieser Hinsicht etwas Boden gutzumachen."

"Der stolzeste Moment meines Lebens"
Das denkt auch Ryota Matsumoto, ein 23-jähriger Einwohner von Tokio, der seit gut zehn Jahren Chelsea-Fan ist und im Fussballmedienbereich arbeitet. Er ist Mitglied im Chelsea-Fanklub Tokio, in dem sich gut 100 Gleichgesinnte zusammengeschlossen haben. Er organisiert unter anderem gemeinsame Fussballabende, an denen die Spiele gesehen werden, und Futsal-Spiele gegen andere Fanklubs in Japan.

"Einmal haben wir gemeinsam ein Spiel gesehen, als Chelsea TV einen Bericht über unseren Chelsea-Fanklub Tokio gebracht hat. Das war der stolzeste Moment meines Lebens. Sogar im offiziellen Klubmagazin wurde schon über uns berichtet. Ich werde mir das Spiel in Yokohama auf jeden Fall ansehen. Leider ist John Terry nicht dabei, das ist sehr schade", so Matsumoto über den Kapitän des Teams, der wegen einer Knieverletzung nicht am Turnier teilnehmen kann.

Matsumoto erzählt, dass sein erstes Chelsea-Fantrikot das des argentinischen Mittelfeldspielers Juan Sebastian Veron war. Er hofft, dass der Londoner Klub nicht zum letzten Mal zu Besuch in Japan ist.

"Chelsea gilt hier in Japan immer noch eher als kleiner Klub. In den Sportnachrichten geht es in Aufmachern immer um Barcelona oder um Manchester United, weil Kagawa dort spielt. Aber dank der FIFA Klub-Weltmeisterschaft rückt nun auch Chelsea in den Mittelpunkt", so Matsumoto. "Ich hoffe, dass noch viel mehr Japaner Chelsea-Anhänger werden. Chelsea hat in der Saisonvorbereitung schon in Südkorea und einigen anderen asiatischen Ländern gespielt, aber hier noch nie. Wenn wir Japaner jetzt dafür sorgen, dass sich das Team hier wirklich willkommen fühlt, dann wird es hoffentlich auch mal eine Vorbereitungsreise hierher geben."

Am Samstag werden zu einer Party in Tokio rund 200 Chelsea-Fans aus aller Welt erwartet. Es ist der Tag vor dem Endspiel und dem Spiel um Platz drei bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2012. Wie die anderen Chelsea-Fans werden sie alle hoffen, dass Fernando Torres, Frank Lampard, Peter Cech und ihre Teamkameraden eine starke Leistung abliefern und damit das japanische "Chelsea-Fieber" weiter anheizen.