2008 war man bei Corinthians auf einem absoluten Tiefpunkt der Vereinsgeschichte angekommen. Das Team war in die zweite brasilianische Liga abgestiegen. Vier Jahre später sieht die Lage ganz anders aus: Der Klub aus São Paulo ist der Gewinner der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2012.

Das Team hat in dieser kurzen Zeit mächtig Gas gegeben. Corinthians legte eine Kehrtwende hin, die in der Rückkehr des Weltmeister-Titels nach Brasilien und Südamerika gipfelte, nachdem er vorher fünf Jahre lang immer nach Europa gegangen war.

Die brasilianischen Mannschaften hatten bei den ersten drei Auflagen des Turniers triumphiert, wobei O Timão selbst die erste Auflage für sich entschieden hatte. Seit 2007 setzten sich dann die europäischen Spitzenklubs durch: der AC Mailand, Manchester United, Inter Mailand und zwei Mal der FC Barcelona. Jetzt hat Corinthians es den Katalanen gleichgetan und sich als zweites Team zum zweiten Mal den Weltmeister-Titel gesichert.

Mit einer taktisch hervorragend organisierten Mannschaft, routinierten, physisch starken und einsatzfreudigen Spielern brachte O Timão sein Projekt zu einem erfolgreichen Abschluss. Aber die vielen Trophäen dieser Generation wären ohne die herausragende Unterstützung der Fans sicherlich nicht denkbar gewesen. Auch in Japan waren wieder scharenweise treue Corinthians-Anhänger vertreten. Die Fans, die sich selbst als "Bando de Loucos" (Bande Verrückter) bezeichnen, sorgten in dem asiatischen Land für ausgelassene Stimmung.

"Wir können diesen Fans nur danken. Das war in Brasilien das ganze Jahr über so, in all unseren Spielen. Es ist einfach fantastisch. Sie sind immer da, und man hört nie Buhrufe, Kritik oder Ähnliches. Sie unterstützen die Mannschaft unablässig", erklärt Torhüter Cássio im Gespräch mit FIFA.com. Er wurde als bester Spieler des Turniers mit dem Goldenen Ball von adidas ausgezeichnet. David Luiz (Chelsea FC) erhielt den Silbernen Ball und Paolo Guerrero, der beste Torjäger des siegreichen Teams, nahm den Bronzenen Ball mit nach Hause.

Chelsea war mit der festen Absicht nach Japan gereist, nach dem enttäuschenden frühen Ausscheiden aus der UEFA Champions League Wiedergutmachung zu leisten, musste sich am Ende jedoch gegen einen extrem beständigen Gegner geschlagen geben. Der souveräne Auftritt gegen Monterrey im Halbfinale und die zahlreichen Talente im Kader sprechen jedoch dafür, dass der Klub in der Lage ist, in der zweiten Saisonhälfte in Europa noch einmal anzugreifen.

Die anderen Teams
César Delgado begeisterte die Zuschauer in Toyota in der Partie gegen Ulsan Hyundai FC und setzte außerdem eine kuriose Serie seines Landes fort: Bei den letzten fünf Auflagen der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gelang einem argentinischen Spieler jeweils in einer Partie ein Doppelpack. Vor ihm konnten diesen Erfolg bereits Christian Giménez (Pachuca, 2008), Leandro Benítez (Estudiantes La Plata, 2009), Dario Cvitanich (Pachuca, 2010) und Lionel Messi (FC Barcelona, 2011) für sich verbuchen. Der Routinier spielte in den Reihen von Monterrey eine fundamentale Rolle, als der Klub sich mit zwei Siegen in drei Spielen den dritten Platz sicherte.

Das viertplatzierte Al Ahly hat mittlerweile bereits neun Partien in diesem Wettbewerb bestritten, das ist Rekord. Mohamed Aboutrika, Hossam Ashour und Wael Gomaa waren bei allen Spielen dabei. Der Klub aus Ägypten nahm seit 2005 bereits zum vierten Mal an diesem Turnier teil.

Der japanische Meister Sanfrecce Hiroshima hatte eine überraschend gute Saison hingelegt und wurde von seinen Anhängern frenetisch unterstützt. Das Team hatte in letzter Zeit einiges in die Nachwuchsförderung investiert und das sollte sich jetzt bezahlt machen. Unter anderem sprangen zwei Siege auf der internationalen Bühne heraus. Das Team setzte sich im Playoff mit 1:0 gegen Auckland City FC durch und musste sich dann zunächst in einer hart umkämpften Partie gegen Al Ahly geschlagen geben. Anschließend schlug das Team dann im Lokalderby Ulsan Hyundai und sicherte sich damit den fünften Platz. Außerdem bestätigte Mannschaftskapitän Hisato Sato einmal mehr, dass er sich derzeit in Hochform befindet. Er erzielte gleich drei Treffer und war damit einer der besten Torschützen des Turniers. Toshihiro Aoyama erzielte den 200. Treffer des Wettbewerbs.

Die Südkoreaner von Ulsan Hyundai konnten in Toyota indes nicht an die Leistungen anknüpfen, die ihnen den ersten Titelgewinn in der AFC Champions League eingebracht hatte. Der Klub unterlag in beiden Spielen. Auckland City verabschiedete sich frühzeitig aber mit zwei Rekorden aus dem Turnier: Genau wie Al Ahly war der Klub bereits bei vier Turnierauflagen vertreten und konnte damit wertvolle Erfahrungen sammeln. Stürmer Daniel Koprivcic nahm indes bereits zum fünften Mal an diesem prestigeträchtigen Wettbewerb teil.