Unabhängig davon, wie dieses Endspiel der AFC Champions League zwischen Gastgeber Ulsan Hyundai und Al Ahli ausgehen wird, steht bereits fest, dass es am kommenden Samstag einen neuen Sieger in der asiatischen Königsklasse geben wird, nachdem diese beiden Teams erstmals das Finale erreicht haben.

Die beiden Mannschaften streben bei der Partie im Ulsan Munsu Football Stadium nicht nur ihren ersten kontinentalen Titel und somit das Recht an, bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft in Japan im kommenden Monat Asien zu vertreten, sondern kämpfen auch darum, die begehrte Trophäe wieder zurück ins eigene Land zu holen.

Großer Stolz
Sowohl die Republik Korea als auch Saudiarabien zählen zu den erfolgreichsten Nationen der neunjährigen Geschichte der Champions League. Klubs aus dem ostasiatischen Land konnten den Titel drei Mal und damit so oft wie keine andere Nation holen – erstmals im Jahr 2006 die Jeonbuk Motors, danach die Pohang Steelers (2009) und Ilhwa Chunma (2010).

Saudiarabien ist dank der beiden Triumphe von Al Ittihad in den Jahren 2004 und 2005 gemeinsam mit Japan die zweiterfolgreichste Nation dieses Turniers. Der Klub aus Jeddah holte seinen ersten kontinentalen Titel ausgerechnet gegen Seongnam, obgleich sich die Südkoreaner vor drei Jahren dafür revanchieren konnten, als Pohang einen 2:1-Erfolg über Al Ittihad feierte.

Diese alte Rivalität zwischen den beiden Ländern wird im diesjährigen Endspiel natürlich neu entfacht werden, denn Ulsan will den Titel ebenso zum vierten Mal in die Republik Korea holen, wie Al Ahli den Rekord der Südkoreaner mit dem dritten kontinentalen Triumph eines Teams aus Saudiarabien einstellen will.

Zudem wollen beide Teams den Stolz ihrer jeweiligen Region mehren, denn in diesem Spiel kommt es bereits zum siebten Mal zu einem Finalduell zwischen Vertretern des Westens und Ostens des asiatischen Fussballverbandes.

Offensive vorprogrammiert
Beide Mannschaften konnten sich mit beeindruckenden Offensivleistungen für das Endspiel qualifizieren. Das Top-Team der K-League ist mit bislang 24 Toren in elf Spielen die treffsicherste Mannschaft des Turniers, während Al Ahli mit 19 Toren hinter Al Ittihad (22) über die drittstärkste Offensivabteilung verfügt.

"Ich rechne mit einem sehr offensiv geprägten Spiel" sagte Ulsans großer Stürmer Kim Shinwook, mit sechs Treffern gemeinsam mit Rafinha erfolgreichster Torjäger seiner Mannschaft. "Angesichts unserer Stärken bin ich davon überzeugt, dass wir viele Tore erzielen können, aber auch Al Ahli ist mit seinen schnellen Angriffen und seinen technisch versierten Spielern sehr gefährlich."

Ulsan ist vor allem auf das oben genannte Sturmduo sowie auf den formstarken Lee Keunho angewiesen, die maßgeblichen Anteil daran haben, dass die Südkoreaner auf kontinentaler Ebene noch ungeschlagen sind. Shinwook erzielte in den letzten drei Spielen, als unter anderem Al Hilal und Bunyodkor besiegt werden konnten, durchschnittlich je ein Tor, während Rafinha, der zu Beginn der K.o.-Phase auf Leihbasis von Gamba Osaka zu Ulsan gewechselt war, vier Mal in ebenso vielen Spielen traf.

"Bin voller Vorfreude"
Keunho, der hinter Rafinha und Shinwook als dritter Stürmer fungiert, ist mit vier Treffern der dritterfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft und scheint der richtige Mann für wichtige Tore zu sein. Nachdem er den Siegtreffer beim 3:2-Achtelfinalsieg über Kashiwa Reysol erzielt hatte, konnte er sich auch beim 4:0-Triumph im Viertelfinalrückspiel gegen Al Hilal als Torschütze auszeichnen, ehe er beim 5:1-Gesamtsieg über Bunyodkor für zwei weitere Treffer verantwortlich zeichnete.

Noch beeindruckender ist jedoch die Bilanz von Al Ahlis Top-Torjäger Victor Simões, der bereits sieben Treffer zu Buche stehen hat – unter anderem den Siegtreffer gegen Al Ittihad, der den erstmaligen Finaleinzug besiegelte. Nachdem sich der 31-jährige Brasilianer in der vergangenen Saison mit 21 Treffern die saudiarabische Torjägerkrone gesichert hatte, soll er mit Al Ahli nun auch auf kontinentaler Ebene Geschichte schreiben.

"Es freut mich, dass ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen konnte", sagte er. "Ich fühle mich sehr gut und bin zuversichtlich und voller Vorfreude auf das Endspiel. Zuletzt war ich etwas angeschlagen und konnte daher nicht meine beste Leistung abrufen. Doch nun bin ich wieder zu 100 Prozent fit und bereit für das große Finale."